Komponist-Sein als Haltung

Zum Tod Volker David Kirchners


(nmz) -
An 4. Februar verstarb in Wiesbaden der Komponist Volker David Kirchner. Im „Bad Blog of Musick“ der nmz haben ihm zwei seiner Schüler Nachrufe gewidmet, aus denen wir hier zitieren.
Ein Artikel von Franz Ferdinand August Rieks, Roman Czura

„Im Kontakt mit dem während des zweiten Weltkriegs als jüdisches Kind 1942 in Mainz geborenen Komponisten Volker David Kirchner ging es immer um Inhalte. Etwas, was heutzutage, wenn man für einen Inhalt in idealistischer Weise einsteht, zu oft als ‚Härte‘ missverstanden wird, zumal man im Diskurs über die ‚Sache‘, nämlich die Musik, den persönlichen Gemütszustand erst einmal zurückstellen sollte. Komponist-Sein – sowohl das Leben als auch das künstlerische Schaffen betreffend – ist eine Haltung, in der mich Volker David Kirchner als mein früher Mentor immer bekräftig­te. Diese Haltung erfordert Authentizität und eine gewisse Kompromisslosigkeit im künstlerischen Schaffens­prozess als Wertvorstellung, ohne diese zum Dogma zu erheben.“ (Franz Ferdinand August Rieks) … alles lesen

„In einer Zeit der Experimente wandte sich Volker früh wieder der Tradition und Elementen der Tonalität zu. Er nahm dabei den Weg vieler herausragender Komponisten seiner Generation, die nach einer gewissen Phase der experimentellen Versuche nach Lösungen fahndeten, Synthese suchten.  […] Bei Volker nimmt die Auseinandersetzung mit der Tradition einen zentralen Raum im Schaffen ein, Zitate und Anspielungen auf die Werke anderer Komponisten finden sich in den meisten seiner Werke, die Hommage zieht sich wie ein roter Faden durch sein Schaffen[…]. Trotz prekärer materieller Situation und Problemen mit der Sehkraft blieb er immer kompositorisch aktiv, schuf mit Bleistift und Papier, lange Zeit im Komponierstübchen in der Villa Musica, in deren Beirat er mit der Gründung berufen wurde […]. Sein innerer Antrieb kann jungen Menschen nur zum Vorbild dienen. Etwas-unbedingt-wollen, alles-dafür-tun, das sind die Grundvoraussetzungen für wahre Kunst.“ (Roman Czura) … alles lesen

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