Konferenz zur Situation freischaffender Musikerinnen und Musiker

Diskussionsrunden zur Corona-Pandemie


(nmz) -
Im Februar 2021 fanden insgesamt vier Diskussionsrunden in ZOOM-Videokonferenzen statt, in denen sich die Vertreter verschiedener Fachverbände über die prekäre Situation der Musiker*innen in der Corona-Pandemie austauschten: Deutscher Tonkünstler Verband, Deutscher Orchesterverband, Allianz der freien Künste, ­ver.di, berlin music commission, initiative neue musik, IG Jazz Berlin und weitere.
Ein Artikel von akp

Eingeladen hatte der Landesmusikrat Berlin, der zuvor auch schon Umfragen zur Situation ausgewertet hatte, aus denen hervorging, dass circa 29  Prozent der Musiker*innen in Berlin keine berufliche Perspektive mehr sehen, circa 22 Prozent positiv in die Zukunft schauen und circa 50 Prozent auf staatliche Hilfe hoffen, weil sie darauf angewiesen sind.

Als zentrale Handlungsvorschläge der Dikussionsteilnehmer wurden benannt neben der Herbeiführung gesellschaftlicher Veränderungen:

· Vernetzung, Ausbau des Dialogs aller Ebenen, regelmäßiger Austausch von Politik, Verwaltung und Interessenvertretung/Verstärkung des Engagements in Berufsverbänden und Gewerkschaften, bessere Zusammenarbeit der Verbände auf Landes- und Bundesebene
· Stärkung von Interessenvertretungen  /verstärkte Information über Möglichkeiten der sozialen Absicherung, zum Beispiel Zugang zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung bis zu drei Monate nach Abschluss des Studiums, Zugang zur Künstlersozialkasse und so weiter.
· Absicherung der Infrastruktur für künftige Krisen  /Anpassung der Neustarthilfe, 75 Prozent der Ausfälle ersetzen, passgenauere Ausrichtung für Freischaffende
· Vorbereitung von konkreten Förderinstrumenten „nach“ Corona/Wiederaufbauhilfen
· Fiktiver Unternehmerlohn/Berücksichtigung von Lebenshaltungskosten bei Hilfsprogrammen für freischaffende Künstlerinnen und Künstler/Evaluierung von Fördersystematiken, Evaluierung des Verhältnisses der Förderung von institutioneller Förderung und der Förderung freischaffender Künstlerinnen und Künstler
· Mehr Fördermittel für die Freie Szene (Künstlerinnen, Künstler und Spielstätten)/Lösen der grundsätzlichen Probleme von Projektförderung mit Blick auf die soziale Absicherung von Künstlerinnen und Künstlern/Schaffung verbindlicher spartenspezifischer Honoraruntergrenzen
· Verstärkung der individuellen Förderung (z.B. Förderung durch Recherche- und Arbeitsstipendien)

Eine aufschlussreiche und informative Zoom-Aktion, die nicht nur den beteiligten Künstlern Raum für die Formulierung ihrer Probleme und Wünsche beziehungsweise Forderungen gab, sondern auch in der Politik durchaus Gehör fand. 

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