Künstlerische Forschung

Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien


(nmz) -
Im September 2014 wurde an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) das Institut für Wissenschaft und Forschung (IWF) ins Leben gerufen, seither wird eifrig daran gearbeitet, die Anwendung wissenschaftlicher Ansätze in der Kunstproduktion und -praxis zum substantiellen Bestandteil der universitären Ausbildung zu machen. Im Mittelpunkt der Forschungsziele steht ein Wien-Bezug als Leitgedanke, der sich aus Standort und Trägerschaft der Universität ergibt.

Mit der Akkreditierung als Universität im Jahr 2005 hat an der MUK ein reger Diskurs begonnen: Die Transformation vom einstigen Konservatorium der Stadt Wien zu einer zeitgemäßen Kunstuniversität, in der sowohl die Praxis und die Lehre als auch die Forschung Bestandteile eines vom Exzellenzanspruch geleiteten Curriculums bilden, ist weiter in den Mittelpunkt gerückt. Mit der Gründung des Instituts für Wissenschaft und Forschung folgte ein wegweisender Schritt.

Als Forschungseinrichtung der einzigen Universität im Eigentum der Stadt Wien widmet auch das IWF in seiner täglichen Arbeit der Stellung dieser Stadt in Geschichte, Gegenwart und Zukunft besondere Aufmerksamkeit. Sowohl mittels der etablierten Schwerpunkte als auch der forschungsgeleiteten Lehre gewährt das IWF einen tiefen Einblick in die Sozialpolitische- und Kulturgeschichte Wiens.

Geballte Forschungskraft

Rund um Prorektorin Dr. Susana Zapke, die im Oktober 2015 die Leitung des Instituts übernahm, hat sich ein hochkarätiges Team aus ProfessorInnen, Lehrenden und wissenschaftlichen ProjektmitarbeiterInnen gebildet. Zu den aktuellen Schwerpunkten des Instituts zählen etwa „Hausgeschichte-Zeitgeschichte“, bei dem die Geschichte der MUK und ihrer Vorgängerinstitutionen seit Anfang des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt steht sowie „Beethoven 2020“ in Kooperation mit dem Wien Museum und dem Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften. Anlässlich Beethovens 250. Geburtstags wird gemeinsam mit dem weltberühmten Beethoveninterpreten und -forscher William Kinderman, Visiting Researcher 2016/17, an der Errichtung einer Gedenkstätte im sog. Testamentshaus im 19. Wiener Gemeindebezirk gearbeitet. Parallel werden zur Interpretation und zum Verständnis von Beethovens Werken Masterclasses und ein internationales Symposium angeboten. Beim Forschungsschwerpunkt zu „Gustav Mahlers kompositorische Logik“ erfolgt die Erschließung von Mahlers Werk unter Beteiligung von WissenschafterInnen und KünstlerInnen, die die Fragestellungen bei öffentlichen Abendveranstaltungen erörtern und die entsprechenden Werke (bzw. Werkpassagen) musikalisch aufführen. In Kooperation mit der Internationalen Gustav Mahler Gesellschaft und internationalen Archiven und Bibliotheken sollen alle Manuskripte Mahlers erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Hochdotierte Förderung

Trotz seiner jungen Geschichte kann das IWF bereits auf einige Erfolge zurückblicken. Allen voran zählt dazu das mit über 400.000 Euro geförderte Projekt „Interactive Music Mapping Vienna: Exploring a City. 1945 up to the Present day“. Das auf drei Jahre angelegte Forschungsvorhaben erhält vom Wissenschaftsfonds (FWF) eine der höchstdotiertesten Förderungen im Bereich der künstlerischen Forschung. Die MUK ist damit die erste Privatuniversität in Österreich, der eine solche Förderung zuerkannt wird. Im Vordergrund des interdisziplinären Forschungsprojekts steht die Rolle von Musik im urbanen Kontext als gesellschaftliches Identifikationsinstrument sowie die Frage, wie Musik zu städtischer Symbolpolitik funktionalisiert wird. Am Beispiel der Stadt Wien wird exemplarisch dargestellt, wie das „sinnliche“ Medium Musik Generator von Atmosphäre und Stimmung ist und dabei nicht nur ideologische Subjekte hervorbringt, sondern auch die Vorstellung spezifischer städtischer Sphären generiert. Unter der Leitung von Dr. Susana Zapke wird das Vorhaben von zahlreichen Kooperationspartnern unterstützt. Als Vermittlungsplattform werden mit der Forschungspartnerin TU Wien interaktive Visualisierungslösungen konzipiert und umgesetzt.

Weitere Informationen unter www.muk.ac.at/iwf

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