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Hits & Clips


(nmz) -
Ein Artikel von Stefan Raulf

Jennifer Lopez: „Get Right“

Es kann schon mal passieren, dass ein etwas verblasstes Sternchen wie J’Lo nach einer Kreativ-Pause plötzlich einen richtig engagierten Track von ihren Managern und Produzenten als „Sie ist wieder da“-Single untergejubelt bekommt. „Get Right“ funktioniert prächtig als moderner Partysong mit Funk-betontem Rumms der Bassdrum. Der abgespeckte, perkussive Sound kommt tatsächlich fast ohne Bass aus, glänzt vielmehr mit einem hysterischen, enervierenden Tenorsaxophon-Motiv, das für die Strophen gar noch auf einer Phrase hängenbleibt und für den Refrain von einem dichten Chorgeflecht wieder eingefangen wird. Und da selbst der etwas weichere C-Teil nicht allzu weich ist, treffen sich die Atemlosigkeit der Musik und die Bilder der Clubparty im Video ganz stimmig. Wobei die diversen Partygast-, Tänzerinnen- und Kellnerinnen-Rollen der Actrice J’Lo gut stehen – an der „Sekretärin“, die plötzlich in Fahrt kommt, hatte sie offensichtlich besonders Spaß.

Nena: „Liebe ist“

Nena will dauernd für alle die Arme ausbreiten. So klingt die Musik und so gefällt sich Nena im Video. Da präsentiert sich die Berlinerin als eine jener ach so lockeren Frauenmagazin-Mittvierzigerinnen, die mit sich selbst im Reinen sind, jugendlich wirken dürfen wollen und zu wissen behaupten, was Liebe ist. Das ist etwas peinlich, weil es Authentizität vorgaukelt und doch wie ihre falsche Löcherjeans oder die bräsigen Synthirocksounds vor Künstlichkeit nur so bebt. Das Euphoriegefühl der NDW-Hörer-Generation trifft die Single aber gut mit dem vollen, zugekleisterten Klangdesign, Nenas lautem Atmen beim Singen und dem Aufschwingen des Refrains auf Stadionbühnenbreite. Dort wird die Nummer ihren Sommer wohl auch verbringen – zwischen Westernhagen und Pur.

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