Kurz vorgestellt

Noten


(nmz) -

Antonio Vivaldi (?): Concerto für Oboe, Streicher und Basso continuo F-Dur, RV 458, herausgegeben von Sandro Caldini.
Breitkopf & Härtel Musica Rara MR 2295, ISMN M-0044-8843-0

Ein Artikel von Eckart Rohlfs

Weil die Ausgabe sich nur auf die in Lund vorhandenen Kopien stützen kann, mag die Autorschaft wie für andere seiner 500 Concerti zweifelhaft sein. Wichtiger ist, dass mit dieser sauberen Neuausgabe ein nicht allzu anspruchsvolles Concertino, wohl ein flott geschriebenes Auftragswerk, vorliegt, das in den beiden Ecksätzen einen frisch und heiter musizierenden Solisten braucht und dessen besondere Tonqualität wiederum im Adagio mit denkbaren Verzierungen gefragt ist.

Antonio Vivaldi: Concerto for Treble (Alt) Recorder, Strings and Basso continuo, RV 108, a-Moll. Edited by Manfredo Zimmermann. Ausgabe mit Klavier-Reduktion von G. Stöver.
Dowani International DOW 2511, ISMN M-7002-3275-7

Giuseppe Sammartini: Concerto for Descant Recorder, Strings and Basso continuo F-Dur. Edited by Manfredo Zimmermann.
Dowani DOW 1502, ISMN M-7002-3276-4

In diesen beiden sehr beliebten Concerti aus der Hochzeit barocker italienischer Instrumentalmusik kann sich die Soloflöte bei schwungvollem Dialog mit dem Tutti virtuos zeigen. Neben Flötenstimme und Klavierauszug bieten die Ausgaben eine CD: Darauf finden sich die Konzertversion mit Orchester, Blockflöte solo, Cembalobegleitung allein sowie Orchester allein. Die zum Einüben teilweise vorgegebenen Tempo-Varianten bieten dem Blockflötenspieler eine überaus anregende und praktische Möglichkeit der Einstudierung mit einem live-nahen Eindruck. Insofern stellen die Dowani-Produktionen eine begrüßenswerte Alternative zu den bisherigen Schott-Ausgaben von Hugo Ruf beziehungsweise Johannes Brinkmann dar.

Richard Strauss: Sonate für Violine und Klavier (Es-Dur) op. 18 (1887). Seinem Vetter Robert Pschorr gewidmet. UE 33385, ISMN M-0080-7825-5

Die in seinen jungen Jahren 1887 in München vom Komponisten selbst erstmals und auch später immer wieder aufgeführte Violinsonate, hier im neuen ansprechenden Notenkleid präsentiert, ist das einzige der Sologeige zugedachte, zugleich schon sein überhaupt letztes Opus, das er der Kammermusik gewidmet hat, Spieldauer 30 Minuten. Diese Violinsonate macht deutlich, wie er sich nach einer gewissen Lehrzeit und Eindrücken, die er bei von Bülow erhielt, vorsichtig von strengen traditionellen Formalzwängen wegbewegt und sich damals noch ungewohnte harmonische Wendungen gestattet. Er wendet sich damit orchestral-symphonischer Farbigkeit und Dramatik zu, die die bald danach entstandenen Tondichtungen vorausahnen lassen. Übrigens: Eine Adaption für Flöte richtete Emmanuel Pahud nach seiner CD-Einspielung ein (UE 33383).

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