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Workshop für Nachwuchsorganisator*innen


(nmz) -
Zu diesem Thema trafen sich vom 30. November bis 2. Dezember 2018 21 junge Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland in der Musikakademie Schloss Weikersheim, um sich mit der Planung von internationalen Begegnungen ihres Orchesters ausei­nanderzusetzen.
Ein Artikel von JMD

Konkret ging es um Sensibilisierung und Ideenfindung für das Begegnungsprogramm, um interkulturelles Lernen sowie konkrete Projektplanung. Weitere thematische Schwerpunkte waren Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit und Informationen zum Förderprozedere für internationale Jugendbegegnungen, bezuschusst durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) und über die Jugendwerke. Konzeption, organisatorische und pädagogische Leitung des Workshops lagen bei der Referentin Internationales, Nicola Bodenstein-Polito. Auch Generalsekretär Ulrich Wüster und Kommunikations-Referentin Käthe Bildstein steuerten Expertenwissen bei. Als externe Dozentin ergänzte Agnes Will von der LKJ Baden-Württemberg das JMD-Team mit ihrer Expertise zu Methoden des interkulturellen Lernens und zur Partizipation.

Die Jugendlichen kamen bereits mit vielseitigen Erfahrungen aus internationalen Jugendorchesterbegegnungen und klaren Erwartungen und Fragestellungen in den Workshop. „Was überzeugt mögliche Förderer?“, „Wie überwinden wir Sprachbarrieren?“, „Wie gehen wir mit kulturellen Unterschieden um?“ Wichtig war den Nachwuchsorganisator*innen, Ideen auszutauschen und in der Gruppe zu reflektieren. Auch die Konfrontation mit Hindernissen und Vorurteilen sowie die Bedeutung von Toleranz und Achtsamkeit in interkulturellen Begegnungen konnten sie unter anderem in einem Brückenbau-Spiel eindrucksvoll am eigenen Leib erfahren. Die emotionale Dynamik und in welcher Weise sich Rollen in einer Gruppe bei fehlender Offenheit fast beängs­tigend verselbstständigen können, war dabei ein überraschendes und beeindruckendes Erlebnis. Auf der Basis des Erarbeiteten sowie ihres eigenen Erfahrungsschatzes konzipierten die Teilnehmenden in Kleingruppen eigene Jugendorchesterbegegnungs-Projekte. Anhand eines Leitfadens erarbeiteten sie in kreativer Zusammenarbeit mehr als 10 Projekte, die hinsichtlich der Durchführung und Kosten durchaus realistisch und im Sinne der Richtlinien auch förderwürdig waren – eine beeindruckende Facette an Projektvorschlägen! In die Konzepte wurden vom Titel und der zugrundeliegenden Vision auch das Rahmenprogramm, ein vorläufiger Kosten- und Finanzierungsplan mit einer errechneten Fördersumme sowie die Akquise von Drittmitteln konkret eingearbeitet.

Gemeinsames Fazit des Workshops: Sind sich Projektteam und -verantwortliche bewusst, warum sie für eine Projektidee und ein bestimmtes Partnerland brennen, wird auch eine plausible und stimmige Konzeption daraus – „Glaub an deine Idee und deine Vision für ein Begegnungs-Projekt!“ Die Teilnehmenden erlebten die positive und unmittelbare Wirkung gruppendynamischer Methoden. „Ich hätte nie gedacht, dass man sich in so kurzer Zeit so gut kennenlernen und eine Gruppe werden kann“, so spiegelten es die Jugendlichen wider. Die Relevanz der Übertragung solcher Methoden in interkulturelle oder besser transkulturelle Lernsituationen einer internationalen Jugendbegegnung lag auf der Hand.

Es herrschte Einigkeit, dass Musik als non-verbale Kommunikations- und Ausdrucksform in besonderem Maße geeignet ist, Barrieren zu überwinden, Augenhöhe und Gemeinsamkeiten herzustellen und so interkulturelles Verständnis und Miteinander zu stärken. Fundiert und berührend waren die Aussagen über die persönliche Bedeutungszumessung zu Musik und Musikmachen: „Musik durchbricht Grenzen“  – „Musik verbindet Menschen durch Leidenschaft“ – „Musik bedeutet zu fühlen, was man spielt“ – „Musik ist ein Fest“. Die Jugendlichen fühlten sich in ihren Ideen bestätigt und ermutigt und nahmen neue Impulse für das eigene Orchester mit, „viel mehr, als in der Kürze der Zeit zu erwarten war“. Als besonders bereichernd empfanden sie, mit anderen hoch engagierten und sehr reflektierten jungen Leuten intensiv zusammen zu arbeiten und in einen Austausch zu kommen. Verabredet wurde, den Workshop als Start eines gemeinsamen Prozesses zu sehen und in Kontakt zu bleiben. 

  • Der nächste Workshop findet vom 6. bis 8. Dezember 2019 statt.
  • Anmeldung unter www.jmd.info/kurse

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