Musik studieren mit französischem Flair

Hochschule für Musik Saar feiert 75. Jubiläum


(nmz) -
1947 wurde die heutige Hochschule für Musik (HfM) Saar als „Staatliches Konservatorium Saarbrücken“ nach dem Vorbild des Conservatoire de Paris gegründet. Seit 75 Jahren bietet die heutige HfM Saar ihren Studierenden eine Ausbildung auf internationalem Niveau.

Mit über 60 Konzerten, zwei Gastspielen in Paris und Schwetzingen, einem Tag der offenen Tür und weiteren Veranstaltungen begeht die Hochschule für Musik (HfM) Saar in diesem Jahr ihr 75. Jubiläum.
Ihr internationaler Rang ist der Hochschule für Musik Saar in die Wiege gelegt. Nach dem Vorbild des Convervatoire de Paris wurde sie am 20. Oktober 1947, als das damalige Saargebiet noch unter französischer Verwaltung stand, als „Staatliches Konservatorium Saarbrücken“ (Conservatoire de Saarbruck) gegründet. Erster Direktor des Konservatoriums war der jüdische Remigrant Eric-Paul Stekel, der nach dem Krieg aus dem französischen Exil an die Saar zurückkehrt war. Zu den Professoren der ersten Stunde zählte der Pianist Walter Gieseking, dem die HfM Saar alle zwei Jahre einen Wettbewerb für herausragende Nachwuchspianisten widmet. 

Große Namen waren und sind das Aushängeschild der Hochschule, die nach mehreren Umbenennungen seit 2002 „Hochschule für Musik Saar (University of Music)“ heißt. Persönlichkeiten wie die Pianisten Alexander Sellier und Jean Micault oder der Komponist Theo Brandmüller – ein Schüler Olivier Messiaens – verhalfen der Hochschule zu hohem Ansehen.

Mit ihren Lehrenden – renommierten Musikern, Komponisten, Dirigenten, Pädagogen, Musiktheoretikern und Musikwissenschaftlern, ist die HfM Saar heute als Talentschmiede für junge Menschen aus der ganzen Welt attraktiv. Zum Sommersemester 2022 schrieben sich rund 470 Studierende aus 37 Ländern an der Hochschule für Musik Saar ein mit dem Ziel, ihr Studium mit dem Bachelor oder Master of Music oder Music Education, dem Konzertexamen, dem Staatsexamen Lehramt oder einer Promotion abzuschließen.

Expansion und Ausdifferenzierung – große Vielfalt durch neue Studienangebote

Ihren Erfolg verdankt die im bundesweiten Vergleich eher kleine, familiäre HfM Saar ihrer Innovationsfreude und dem Bestreben, das Lehrangebot für die Studierenden kontinuierlich auszubauen und zu verbessern. Hatte es zu Beginn der 1980er Jahren lediglich fünf Grundstudien- und einige wenige Aufbaustudiengänge gegeben, erlebte die HfM Saar in den Folgejahren eine zunehmende Professionalisierung. „Einen großen inhaltlichen Schub erhielt die HfM Saar durch den Komponisten Theo Brandmüller, der gerade sein Studium bei Olivier Messiaen abgeschlossen hatte, und sich als einer der großen Innovatoren der Musikhochschule erwies“, erinnert sich HfM-Rektor Prof. Jörg Nonnweiler.
Er selbst trieb den Ausbau des Studienangebots bereits zu seiner Zeit als Prorektor (seit 2008) und seit 2020 in seiner Funktion als Rektor vehement voran. Von neun Grundstudiengängen und acht Aufbaustudiengängen im Jahr 1997 wuchsen die Angebote der HfM Saar im künstlerischen Profil, im künstlerisch-pädagogischen Profil und im Bereich Lehramt auf heute insgesamt 38 Studiengänge an. Hierzu zählen unter anderem die kooperativen Studiengänge Staatsexamen Lehramt (in Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes) und Kulturmanagement – Master of Arts (in Kooperation mit der htw saar und der HBKSaar) sowie der 2002 durch eine Stiftungsprofessur von Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer geschaffene Ergänzungsstudiengang „Jazz und Aktuelle Musik“, der im Jahr 2019 ausdifferenziert wurde und seitdem als künstlerisches Profil sowie als künstlerisch-pädagogisches Profil angeboten wird. In den letzten Jahren neu hinzugekommen sind ferner die Studiengänge Improvisation für Tasteninstrumente, Chor- und Orchesterleitung, Dirigieren Neue Musik, Komposition und Liedgestaltung. Weitere neue Studiengänge sind aktuell in Planung.  

Exzellenz durch Hochschul- und Lehrentwicklung

Einen Quantensprung machte die HfM Saar in den vergangenen beiden Jahrzehnten nicht nur mit Blick auf die Quantität der Studienangebote und möglichen Abschlüsse, sondern insbesondere auch durch die qualitative Weiterentwicklung der Hochschule, der Lehre und der Studierendenbetreuung. Zu den Meilensteinen gehören in diesem Kontext unter anderem die Mitgliedschaft im Kompetenznetzwerk für Qualitätsmanagement und Lehrentwicklung der deutschen Musikhochschulen, die Gründung des Instituts „Junge Akademie der HfM Saar“ zur Förderung hochbegabter Jungstudierender vor einem Regelstudium, die Einrichtung des Studios für experimentelle und elektronische Musik, „eSpace“ sowie die „Künstler*innen-Vermittlung“, mit der der Career Service Studierende und Alumni seit 2021 bei der Akquise von Auftrittsmöglichkeiten unterstützt.

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