Nachrichten 2017/12

Mamlok-Preis, Carl Bechstein Wettbewerb …


(nmz) -
Dwight und Ursula Mamlok-Preis +++ Zum 4. Carl Bechstein Wettbewerb für Kinder und Jugendliche +++ BMU-Medienpreis 2018 +++ ECM gibt Streamblockade auf +++ Rechtsextremismus – Musik und Medien: Interdisziplinäre Tagung in Rostock +++ Machtspiele, musikalisch Deutsches Mozartfest Augsburg im Mai 2017 +++ Eclat bekommt einen fünften Tag – Stuttgarts großes Festival für Gegenwartsmusik wächst
Ein Artikel von nmz-red

Dwight und Ursula Mamlok-Preis

Zum ersten Mal wird am 11. Mai 2018 der Dwight und Ursula Mamlok - Preis an Musikerinnen und/oder Musiker bzw. Ensembles vergeben, die sich in besonderer Weise um die zeitgenössische Musik im Allgemeinen und die Werke der Komponistin Ursula Mamlok im Besonderen verdient gemacht haben. Die Preisvergabe erfolgt jährlich alternierend in Berlin und New York, erstmals 2018 in Berlin. Eine Eigenbewerbung für den Preis ist nicht möglich. Die vorgeschlagenen Musikerinnen und Musiker sollten am 31. Januar im Jahr der Preisverleihung maximal 35 Jahre alt sein. Ebenfalls sollte das Durchschnittsalter für Ensembles nicht über dieser Altersgrenze liegen. Vorschläge für die Preisvergabe können zum Beispiel Lehrende der Musikhochschulen, ausübende Musikerinnen und Musiker, Musikjournalistinnen und -journalisten einreichen. www.mamlokstiftung.com

Brillante Preisträger – Zum 4. Carl Bechstein Wettbewerb für Kinder und Jugendliche

Preise im Wert von 10.000 Euro vergab die Carl Bechstein Stiftung beim Preisträgerkonzert des vierten Carl Bechstein Wettbewerbs für Kinder und Jugendliche im Kulturstall von Schloss Britz in Berlin. Zum ersten Mal war der Wettbewerb für die Kategorie Klavier solo ausgeschrieben. Und mit mehr als 60 Anmeldungen aus ganz Deutschland erreichte der er einen Teilnehmerrekord. Insgesamt 17 junge Preisträgerinnen und Preisträger im Alter von 8 bis 17 Jahren spielten beim Preisträgerkonzert im Kulturstall Werke von Bach bis Rachmaninow. Herausragende Leistungen gab es von den Preisträgern aller vier Altersgruppen zu bewundern, bevor Hanna Schwalbe aus Hamburg, die den Ersten Preis in der höchsten Altersgruppe gewann und bereits von Prof. Christopher Oakden in Hannover unterrichtet wird, nach der Preisverleihung mit der zweiten Ballade von Frédéric Chopin einen finalen Glanzpunkt setzte. Besonders erfreulich war auch die Resonanz der Teilnehmer auf die vier Auftragswerke der Carl Bechstein Stiftung, die zur Uraufführung gelangten: insgesamt 23 Teilnehmerinnen und Teilnehmer spielten „Das Mädchen und der Berg“ von Vasiliki Kourti-Papamoustou, die „Planetenbilder“ von Konstantin Dupelius, „Kassiopeia“ von Meike Senker und „Was ist schon Ordnung?“ von Sascha Thiele beim Wettbewerb. Die jungen Komponisten waren von der Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Verein „Neues Zeug“ ausgewählt worden. Für die beste Interpretation der Werke vergab die Stiftung in den verschiedenen Altersgruppen jeweils einen Sonderpreis in Höhe von 500 Euro. Weitere 15 Sonderpreise stellte als Kooperationspartner der Bärenreiter Verlag in Form von Notengutscheinen zur Verfügung. Vergeben wurden auch diese Auszeichnungen von den erfahrenen Pianisten und Klavierpädagogen Prof. Gesa Lücker (Vorsitzende), Prof. Konrad Engel, Simone Foth, Michèle Gurdal und Prof. Tomislav Nedelkovic-Baynov, die eine ausgesprochen harmonische Jury bildeten. Der nächste Carl Bechstein Wettbewerb findet vom 2. bis 4. November 2018 im Schloss Britz statt und ist der Kategorie „Jazz-Klavier solo“ gewidmet. Weitere Informationen unter: www.carl-bechstein-stiftung.de

BMU-Medienpreis 2018

Der Bundesverband Musikunterricht e.V. (BMU) schreibt zum zehnten Mal einen Medienpreis für innovative und musikpädagogisch anspruchsvolle Medienproduktionen im Bereich audiovisueller Medien und plattform­übergreifender Medien einschließlich Internet aus.
Mit dem BMU-Medienpreis sollen

  • Computer-Programme / Lernsoftware
  • Rundfunk- und Fernsehsendungen
  • Internetportale
  • Tonträger und audiovisuelle Medien
  • Printprodukte bzw.
  • Cross-Media-Produkte

ausgezeichnet werden, die Kindern und Jugendlichen auf besonders ansprechende Weise Zugänge zu Musik eröffnen und im schulischen Kontext musikpädagogisch wirken. Die Jury setzt sich zusammen aus Mitgliedern des BMU-Bundesvorstandes und weiteren Fachvertretern. Die Preisträger werden in einer bundesweit verbreiteten Empfehlungsliste vorgestellt und im Rahmen des 4. Bundeskongresses Musikunterricht vom 26.–30. September 2018 in Hannover ausgezeichnet.

Pro Bewerber können bis zu drei Produktionen beziehungsweise Sendungen eingereicht werden, die von April 2016 bis April 2018 erstmals veröffentlicht wurden.

In dreifacher Ausfertigung sind einzureichen: die Produktion und ein kurzer Begleittext (bis 1.500 Zeichen), der den besonderen musikpädagogischen Ansatz des Produkts verdeutlicht.

Für weitere Auskünfte steht die BMU-Bundesgeschäftsstelle zur Verfügung (bmu@bmu-musik.de).

ECM gibt Streamblockade auf

Ab 17. November war es amtlich: Das Label ECM Records gab bekannt, dass es seine Zusammenarbeit mit dem langjährigen Vertriebspartner Universal Music Group (UMG), Weltmarktführer im musikbasierten Unterhaltungsgeschäft, ausbaut, um den gesamten ECM-Katalog auf allen relevanten Streaming-Plattformen hörbar zu machen. Als Grund für die Änderung des Verhaltens gegenüber den Streamingdiensten gibt ECM an, dass man auf diese Weise unautorisierten Angeboten in den Netzen (Kopien, Bootlegs ect.) eine urheberrechtlich geschützte Alternative anbieten wolle. ECMs Musik und visuelle Gestaltung sind Gegenstand von Büchern, Filmen und Ausstellungen auf der ganzen Welt. Die Musik von Künstlern wie Keith Jarrett, Jan Garbarek, Paul Bley, Arvo Pärt, András Schiff, Kim Kashkashian, Anouar Brahem, Jack DeJohnette, Tomasz Stanko, Avishai Cohen, Nik Bärtsch, Vijay Iyer, Gidon Kremer, Meredith Monk und anderen herausragenden Musikern ist jetzt auf Apple Music, Spotify, Amazon Music, Deezer, Qobuz und Tidal verfügbar. Napster fehlt noch in der Liste. Die Deutsche Grammophon, UMGs renommiertes „Gelbes Label“, wird für den internationalen digitalen Vertrieb des umfangreichen ECM-Katalogs verantwortlich sein. (Siehe auch den Cluster auf Seite 9.)

Rechtsextremismus – Musik und Medien: Interdisziplinäre Tagung in Rostock

Die Tagung „Rechtsextremismus – Musik und Medien“ an der Hochschule für Musik und Theater Rostock am 19. und 20. Januar 2018 beschäftigt sich mit der politischen und gesellschaftlichen Sprengkraft Rechter Musik. Im interdisziplinären Verbund von Musikwissenschaft, Musikpädagogik, Geschichts- und Politikwissenschaft sollen auch die Möglichkeiten und Grenzen ihrer Erforschung hinterfragt werden.

„Waren Aktionen wie die ‚Schulhof-CDs‘ zur Verbreitung sogenannter Rechter Musik und ihre Botschaften noch eindeutig als der rechten Szene zugehörig zu identifizieren, so ist dies gegenwärtig weitaus komplexer geworden. Die musikalische wie mediale Diversifizierung führt zu einer Verschleierung der rechtsextremen Gesinnung und ihrer Akteure“, sagt Professorin Dr. Yvonne Wasserloos von der Hochschule für Musik und Theater Rostock (hmt).

Sowohl für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene als Adressaten als auch Beobachter und Analytiker der Szene werde es somit zunehmend schwieriger, die Botschaften in Musik, Text und Medienkonzepten auf ihren extremistischen ideologischen Hintergrund hin zu entschlüsseln, so die Veranstalter der Tagung. Zudem richte sich der Blick auf die Dimensionen des Themas für die praktische Arbeit in der Schule, für die Polizei und den Verfassungsschutz.

Anmeldung erbeten bis zum 15.12.2017 unter: yvonne.wasserloos@hmt-rostock.de

Machtspiele, musikalisch – Deutsches Mozartfest Augsburg im Mai 2017

Vom 4. bis zum 13. Mai 2018 findet in Augsburg das Deutsche Mozartfest mit anschließendem Mozartfest für Kinder „Kling Klang Gloria!“ statt. Künstler beleuchten verschiedene Aspekte von Musik innerhalb der Gesellschaftssysteme im Wandel der Zeit, aber auch die eigene, immanente Macht der Musik. In der kindgerechten Auslegung lautet das Motto dann „macht Spiele!“.

Die Cappella Gabetta eröffnet das Mozartfest 2018 mit Musik vom prunkvollen Habsburger Hof, Mozarts Sehnsuchtsort. Dorothee Oberlinger wagt mit ihrem Ensemble 1700 den Blick auf das freigeistige Sanssouci. Wie sich die Musik zu einer bürgerlichen Angelegenheit wandelte, ist schon in einem „Vorspiel“ des Deutschen Mozartfests am 24. Februar zu erleben: Dann zelebrieren Jean-Guihen Queyras und die Akademie für Alte Musik Berlin mit Haydn und Pleyel das musikalische „Erwachen der (bürgerlichen) Macht“. Mit ihrer „Kleinen Machtmusik“ zeigen Gabriel Adorján und die Bayerische Kammerphilharmonie Musik als Mittel des äußeren und inneren Widerstands gegen totalitäre Systeme im 20. Jahrhundert.

Sarah Christian, Maximilian Hornung und ein Who-is-who internationaler Solisten um Sebastian Manz und Herbert Schuch widmen sich in der Reihe „Freistil“ der Frage, welchen Zwängen Komponisten und Musiker in Exil und Kriegsgefangenenlager ausgesetzt waren.

Eclat bekommt einen fünften Tag – Stuttgarts großes Festival für Gegenwartsmusik wächst

Aus 16 verschiedenen Ländern stammen die insgesamt 37 Komponis­tinnen und Komponisten, deren Werke beim kommenden ECLAT-Fes­tival aufgeführt werden. Um dieser Vielzahl singulärer künstlerischer Stimmen Raum und Aufmerksamkeit zu geben, findet ECLAT 2018 erstmals an fünf Tagen statt (31.1. bis 4.2.).

Bekannte Interpreten Neuer Musik prägen das Programm: Quatuor Diotima trifft auf das Klavierduo Sugawara/Hemmi, Calefax Reed Quintet auf die Neuen Vocalsolisten, das SWR Vokalensemble auf das Trio Catch. Eröffnet wird ECLAT mit dem Preisträgerkonzert zum 62. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stutt­gart. Neben den Preisträgerstücken von Juliana Hodkinson und Malte Giesen stehen Werke von Lisa Streich, Kirsten Reese und François Sarhan auf dem Programm.
Johannes Kreidler (Konzert 2) führt in seiner Performance „Infinissage“ am Schreibtisch, am Klavier, an der E-Gitarre, an Fahrradklingeln agierend, durch unendlich fortsetzbare Listen, Sammlungen, Kompilationen. Tristan Murail entwickelt nach dem Vorbild des historischen Seeatlas „Portulan“ in seiner gleichnamigen Komposition im Verlauf von neun Stationen neue Perspektiven auf Dinge, Orte und Gedanken, die für sein Leben bedeutsam waren (Konzert 3).

Um klangliche Konfrontation und um Verschmelzung unterschiedlicher Klangapparate geht es in einem ausgesuchten Programm, das von dem Klavierduo Yukiko Sugawara und Tomoko Hemmi zusammen mit dem Quatuor Diotima (Konzert 5) aufgeführt wird. Auf der Basis von kleinen alltäglichen Beobachtungen nehmen der Komponist Clemens Gadenstätter und die Autorin Lisa Spalt in dem Musiktheater „Daily Transformations“ (Konzert 6) die engen wechselseitigen Beeinflussungen zwischen Sprechen, Sehen und Hören unter die Lupe.

Der Samstag beginnt mit „Distanz“, einer diffizilen musikalischen Installation (Konzert 7) – von Marianthi Papalexandri-Alexandri. Mit einem Lichtkonzept visualisiert die Klangkünstlerin, die 2017 auch in Donaueschingen mit ihren poetischen Installationen präsent war, die Klänge des Celloparts von Séverine Ballon und ihrer motorbetriebenen Klangobjekte.

Mehr Vorfreude unter: www.eclat.org

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