Nachrichten 2019/10

Musikalische Bildung | Filmreihe „Komponistinnen“ | …


(nmz) -
Musikalische Bildung in der Grundschule: BMU verabschiedet Position +++ Crowdfunding für Filmreihe „Komponistinnen“ +++ „4:3 Kammer Musik Neu“ in Dresdens Hellerau +++ Saarlouiser Orgeltag mit Kompositions-Wettbewerb +++ Rainy Days in der Philharmonie Luxembourg +++ PODIUM Esslingen zu Gast im Radialsystem Berlin +++ Struwwelpeter heute – Neue Kammeroper von David Robert Coleman und Irene Dische +++ Mit 17 Veranstaltungen vom 15. Oktober bis 16. November geht das IMPULS-Festival in die 12. Runde +++ Aktuelle Zahlen zu Konzert-Setlisten von Schedler +++ Studie zur Musiknutzung: Ergebnisse der Welle 3 +++ „Junge Künstler – Stars von morgen“ in Illertissen
Ein Artikel von nmz-red

Musikalische Bildung in der Grundschule:  BMU verabschiedet Position

In seiner Stellungnahme „Musikalische Bildung in der Grundschule: BMU-Position zur inhaltlichen und personellen Ausgestaltung des Musikunterrichts an der Grundschule“ benennt der Bundesverband Musikunterricht e.V. zentrale Kernpunkte für den Ausbau und die Sicherung der Qualität musikalischer Bildung in Grundschulen. Das Papier richtet sich an alle politischen Entscheidungsträger in Bund und Ländern. Als Kernpunkte zur Wahrung der musikalischen Bildung in der Grundschule benennt der BMU eine feste Verankerung des Musikunterrichts in der Stundentafel der Grundschule mit mindes­tens zwei Stunden pro Woche, erteilt von ausgebildeten Musiklehrkräften. Um dies gewährleisten zu können, ist eine Professionalisierung des Musikunterrichts, sowohl was die universitäre Ausbildung angehender Musiklehrer/-innen als auch die fachliche Qualifikation von Seiteneinsteigern anbelangt, unabdingbar. Um Anreize für die Wahl des Grundschullehrberufs zu schaffen, ist nicht zuletzt auch die Vergütung an die von Musiklehrkräften an weiterführenden Schulen anzugleichen. – www.bmu-musik.de

Crowdfunding für Filmreihe „Komponistinnen“

Die Pianistin Kyra Steckeweh und der Filmemacher Tim van Beveren stellten 2018 den mehrfach preisgekrönten Dokumentarfilm „Komponistinnen – eine filmische und musikalische Spurensuche“ fertig.

Nun wollen sie eine Filmreihe zu den Komponistinnen Sophie Westenholz (1759–1838),  Fanny Hensel (1805–1847), Emilie Mayer (1812–1883), Ethel Smyth (1858–1944), Mel Bonis (1858–1937), Dora Pejacevic (1885–1923) und Lili Boulanger (1893–1918)realisieren und so den Blick auf die Musikgeschichte verändern.

Die Filmreihe soll über das Internet in hoher Qualität frei zugänglich sein, im Sinne der „Creative Commons“. Und so heißt auch das neue Crowdfunding-Projekt „Komponistinnen für alle“. Bis zum 2. Dezember 2019 kann man das Projekt unter ­https://www.startnext.com/komponistinnen-fuer-alle unterstützen.

Pünktlich zum Geburtstag der Komponistin Fanny Hensel am 14. November 2019 erscheint auch die DVD zum 95-minütigen Dokumentarfilm „Komponistinnen – eine filmische und musikalische Spurensuche“ (2018). – www.komponistinnen.com

„4:3 Kammer Musik Neu“ in Dresdens Hellerau

Im Zentrum von „4:3 Kammer Musik Neu“ steht experimentelle Kammermusik von etablierten und jüngeren Ensembles und Künstlern sowie unkonventionellen Formationen. In der 2. Ausgabe von „4:3 Kammer Musik Neu“ vom 7. bis 10. November stehen Werke von Rebecca Saunders und Ragnar Kjartansson im Zentrum, die Komponistenklasse Dresden bringt Werke der jüngsten Komponistengeneration zu Uraufführung. Nach der erfolgreichen ersten Kooperation mit HELLERAU im Januar 2019 präsentiert die Sächsische Staatskapelle Dresden am 19. November ihren aktuellen Capell-Compositeur Aribert Reimann mit einem Porträtkonzert im Großen Saal des Festspielhauses.

„4:3 Kammer Musik Neu“ befragt Räume – musikalische, architektonische oder auch gesellschaftliche, private und politische. 2019 stehen mit Rebecca Saunders und Ragnar Kjartansson zwei Künstler im Fokus, die einerseits sehr verschiedene künstlerische Ansätze und Sprachen entwickelt haben, mit ihren Arbeiten „Stasis“ beziehungsweise „The Visitors“ aber eindrucksvoll auch gemeinsame Themen beleuchten: Welche Räume eröffnet oder entwickelt Musik, welche Rollen übernimmt ein Publikum, wie prägt es den Raum und die musikalische Situation? – www.hellerau.org/de/festival/4zu3

Saarlouiser Orgeltag mit Kompositions-Wettbewerb

Der 9. Internationale Orgel-Kompositions-Wettbewerb 2020 findet im Rahmen der Saarlouiser Orgeltage statt. Wettbewerbsberechtigt sind Kompositionen für Orgel + Solo-Instrument nach freier Wahl oder Orgel + Solo-Instrument + Solo-Gesangstimme nach freier Wahl. Die Dauer der Komposition soll 8 bis 10 Minuten betragen und auf die Disposition der MAYER-Orgel in der Katholischen Pfarrkirche abgestimmt sein. Die Komposition darf bis zur Beendigung des Wettbewerbs weder veröffentlicht noch uraufgeführt sein. Ausgeschlossen von der Teilnahme sind alle Personen, denen in den vorausgegangenen Wettbewerben des Ausrichters einmal ein 1. Preis zuerkannt wurde.

Der 1. Preis beträgt 2.000 Euro, eine Produktionsaufnahme durch den Saarländischen Rundfunk und eine Uraufführung im Rahmen der Orgeltage 2020. Der 2. Preis ist mit 1.000 Euro und der 3. Preis mit 500 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 31. März 2020. Umfassende Ausschreibungsbedingungen sind erhältlich unter: www.saarlouiser-orgeltage.de / www.klingende-kirche.de

Rainy Days in der Philharmonie Luxembourg

„less is more“ – weniger ist mehr – hat sich das Luxemburger Festival rainy days auf seine Fahnen geschrieben. Vom 22. November bis zum 1. Dezember will man dort das Phänomen „Reduktion“ in zeitgenössischer Musik erkunden. Reduktion etwa als Beschränkung auf eine einzige Idee, ein bestimmtes Prinzip, ein Instrument, graphische Notation oder stark begrenztes Material wie einzelne Töne, Gesten oder Spieltechniken.

18 Konzerte, Installationen und Performances sowie Künstlergespräche und eine Konferenz laden ein, sich auf das musikalisch Wesentliche zu konzentrieren. „less is more“ präsentiert Apartment House, ARS Nova Lux, Ensemble intercontemporain, Klangforum Wien, Mivos Quartet, Noise Watchers, Orchestre national de Metz, Orchestre Philharmonique du Luxembourg, Percussion Under Construction, Les Percussions de Strasbourg, United Instruments of Lucilin, Séverine Ballon, Hanna Hartman, Anne-Maria & Florian Hölscher, George Jackson, Pascal Meyer, Phill Niblock, Xenia Pestova, David Reiland, Christoph Sietzen, Sarah Maria Sun, Ilan Volkov und andere.

Zu hören sind Uraufführungen und neue Werke von Joanna Bailie, Malin Bång, Carola Bauckholt, Georg Friedrich Haas, Hanna Hartman, Philippe Leroux, Fabien Lévy, Misato Mochizuki, Chikako Morishita, Alexander Müllenbach, Marianthi Papalexandri-Alexandri, Hilda Paredes, Albena Petrovic, Enno Poppe, Steve Reich & Gerhard Richter und anderen.

PODIUM Esslingen zu Gast im Radialsystem Berlin

Hashtag #bebeethoven ist ein Projekt von PODIUM Festival Esslingen: 12 Künstler und Künstlerinnen setzen sich anlässlich des Beethoven-Jubiläums ausgiebig mit zentralen Zukunftsthemen klassischer und zeitgenössischer Musik auseinander. Im Rahmen eines Showcases im Radialsystem Berlin am Samstag, den 5. Oktober, werden aktuelle Produktionen und Experimente vorgestellt und diskutiert. Unter dem Motto „Er ist wieder Da-Da-Da-Daaa“ werden junge Komponisten und Musiker ihre innovativen Ansätze bei der Komposition und Aufführung klassischer Musik präsentieren. Mitwirkende #bebeethoven Fellows: Quadrature, Alexander Schubert, Mathias Halvorsen, Johann Günther, Koka Nikoladze. Die Bandbreite der Musiken reicht vom Internetwerk ­„Wiki-Piano“ von Alexander Schubert über Puccinis „La Bohème“ – in radikaler Bearbeitung für Violine und Klavier – bis hin zu den Beat Machines von Koka Nikoladze.

An zentraler Stelle steht neben den Performances und Konzerten der Diskurs: Unter welchen technologischen und gesellschaftlichen Vorzeichen wird heute komponiert? Gelten noch (oder wieder?) die romantischen Kunstansprüche des Wahren, Guten und Schönen?

Diese Fragen will eine Diskussions­veranstaltung über die (musikalische) Wirklichkeit im post-faktischen, digitalen Zeitalter geben. Mit dabei: Steven Walter (PODIUM Esslingen), Hortensia Völckers (Kulturstiftung des Bundes), Prof. Dr. Thomas Düllo (UdK Berlin), Matthias Röder (Karajan Tech Institut) sowie Holly Hendon & Mat Dryhurst (#bebeethoven Fellows).

Struwwelpeter heute – Neue Kammeroper von David Robert Coleman und Irene Dische

Am 30. Oktober wird im Großen Haus des Brandenburger Theaters „Ahead of Struwwelpeter“, eine Kammeroper von David Robert Coleman und Irene Dische uraufgeführt. Regie führt Sofia Simitzis. Fast zweihundert Jahre nachdem Heinrich Hoffmann seinen berühmten Kinderbuchklassiker verfasste, versetzt die österreichisch-amerikanische Autorin Irene Dische den „Struwwelpeter“ in die Gegenwart. Dische erzählt die Geschichte eines Flüchtlingsjungen, der wegen seiner wilden Haare den Spitznamen „Struwwelpeter“ oder „Messy Peter“ trägt. Er hütet ein berührendes Geheimnis, weshalb er niemanden seine Haare schneiden lässt.

„In einem Patchwork aus Traditionen und Stilen“, so die Veranstalter, habe David Robert Coleman die Musik dazu geschrieben, „musikalische Referenzen sind der Postminimalismus und die Hypermusik klassischer Zeichentrickfilme“. Die Kammeroper ist das bisher umfangreichste und anspruchsvollste Projekt des Ensembles Quillo, eines Zusammenschlusses internationaler Künstler/-innen zu einem Ensemble für zeitgenössische Musik und Künste mit Basis in der Uckermark.

Weitere Vorstellungen: 1.11. Brandenburger Theater; 8.11. Kleist Forum Frankfurt (Oder); 14.11, Uckermärkische Bühnen Schwedt – http://quillo.net

Krisengerüchten und Störfeuern getrotzt – Mit 17 Veranstaltungen vom 15. Oktober bis 16. November geht das IMPULS-Festival in die 12. Runde

Das IMPULS-Festival für Neue Musik Sachsen-Anhalt geht nunmehr doch in seine 12. Runde: Krisengerüchte und Störfeuer waren zuvor eher von der Administration – nämlich Staatskanzlei, zugleich Kultusministerium – ausgegangen, denn von den Koalitionsträgern des Landes – CDU/SPD/Grüne – oder den Linken, die sich sämtlich beim „Pressesalon“, Vorspiel zum Festival, nachdrücklich zu IMPULS bekannten. Das diesjährige Motto „Handwerk“ weist hin auf die Verknüpfung mit dem „Bauhaus“ zu dessen 100-jährigem Jubiläum durch Uraufführungen von Auftragskompositionen zu Bauhaus-Filmen der 1920er-Jahre im Eröffnungsprogramm, das in Dessau, Halle, Leipzig sowie Strasbourg zu erleben sein wird. In 17 Konzertveranstaltungen vom 15. Oktober bis zum 16. November wirken zehn Orchester und Ensembles aus Sachsen-Anhalt mit; Aufführungen finden auch statt in Magdeburg, Kalbe, Wernigerode, Halberstadt, Quedlinburg und Berlin. Junge Talente aus zwölf Ländern nehmen an den Masterclasses für Dirigenten und Solisten teil, um sich dann in mehreren Programmen auf dem Podium zu präsentieren. Auch des Mauerfalls vor 30 Jahren wird gedacht in einem Konzert am 14./15. November im Opernhaus Magdeburg, unter Mitwirkung von Musikern aus der Partnerstadt Braunschweig, mit der Uraufführung einer IMPULS-Auftragskomposition von Jeffrey Ching: „Fenghuan (Phönix) Singing“. MJE
info@impulsfestival.de

Aktuelle Zahlen zu Konzert-Setlisten von Schedler

Das Thema ist nicht neu: Immer wieder führen fehlende oder nicht abgegebene Konzert-Setlisten (Bühnenprogramm) zur Nicht-Verrechnung der Urheberrechte bei der Verwertungsgesellschaft GEMA. Der Verlag Schedler Music ist jetzt mit aktuellen Zahlen an die Öffentlichkeit gegangen, die er mittels eines Controlling-Tools bei seinen Autoren überprüft hat. Es wurden laut Schedler Music 1121 Deutschland-Konzerte von Künstlern aus verschiedenen Genres untersucht und dabei festgestellt, dass 704 Konzerte, also rund 63 Prozent, nicht abgerechnet worden sind. Bei weiteren 156 Konzerten, etwa 14 Prozent, sind zwar einzelne Songs, jedoch nicht das komplette Konzert abgerechnet worden. Durch diese Versäumnisse, so Schedler Music, entgingen den Autoren und Partnern zustehende Tantiemen. Die Meldung ist ein Appell an die Veranstalter, denn ohne Setlisten könne die GEMA die Songs nicht den Autoren zuordnen und somit weder Ausschüttungen an Autoren noch an Verlage vornehmen.

Studie zur Musiknutzung: Ergebnisse der Welle 3

Im Auftrag der zentralen Verbände der Musikwirtschaft, der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg sowie der Initiative Musik gGmbH führt Prof. Dr. Michel Clement von der Fakultät für Betriebswirtschaft an der Universität Hamburg seit August 2018 eine Langzeitstudie zur Entwicklung der Musiknutzung in Deutschland durch.

Es handelt sich dabei um eine repräsentative Panelbefragung in sechs Wellen. Jetzt wurden die Ergebnisse der dritten Befragung bekannt gegeben.

Der Studie zufolge sind die Befragten bereit, mehr Geld für ein physisches Album (+ 4 %) oder ein Digitalalbum (+ 12 %) einer für sie interessanten Künstlerin/eines Künstlers auszugeben als noch vor einem Jahr. Auch die Wertschätzung von Live-Konzerten hat zugenommen (+ 9 %), dabei entscheiden die Befragten genauer, welche Veranstaltungen sie besuchen. Dies gilt besonders für Menschen mit musikalischer Vorbildung: Bei ihnen besteht in allen Bereichen eine überdurchschnittliche Zahlungsbereitschaft – gleichzeitig konsumieren sie weniger Mainstream und suchen häufiger aktiv nach neuer Musik.

Die Nutzung kostenpflichtiger Musik-Streamingdienste hat auf nun 26 Prozent zugelegt. Auch der Besitz von Smart Speakern (+ 4 %) ist gestiegen. Inzwischen verfügen 14 Prozent der Befragten über ein intelligentes Lautsprechersystem, der weit überwiegende Teil von ihnen (83 %) nutzt es zum Musikhören.

Insgesamt wird Musik jedoch zunehmend mobil genossen, Stereoanlagen sind rückläufig (- 5 %).

„Junge Künstler – Stars von morgen“ in Illertissen

Vor vierzehn Jahren wurde der Freundeskreis Kultur im Schloss Illertissen gegründet. In dieser Zeit hat er sich zu einer nicht mehr wegzudenkenden Einrichtung für das kulturelle Leben der Stadt entwickelt. Ziel des Freundeskreises ist es, qualitativ hochwertige Veranstaltungen durchzuführen. Das besondere Anliegen: Nachwuchskünstler und junge Talente fördern und ihnen Auftrittsmöglichkeiten bieten. Seit 2014 veranstaltet der Freundeskreis Kultur im Schloss in Illertissen nun auch das Festival „Junge Künstler – Stars von morgen“. Mit der Durchführung dieses Festivals ausschließlich für Nachwuchskünstler wollen die Veranstalter „den musikalischen Spitzennachwuchs, der zukünftig den Fortbestand unserer klassischen Musikkultur auf höchstem Niveau tragen soll, unterstützen und ihm auf dem Weg zur Weltkarriere ein Podium bieten“. Vom 5. bis 20. Oktober 2019 präsentiert dieses Festival wieder eine Auswahl hochtalentierter internationaler Nachwuchskünstler.

Im Rahmen des Festivals werden potenziellen die Stars von morgen auch Workshops für junge Musiktalente durchführen.

Sie bekommen die Gelegenheit, mit den Künstlern ins Gespräch zu treten, an ihrer Erfahrung teilzuhaben und sie können in einer gemeinsamen Lern- und Arbeitsphase am Instrument von der erfolgreichen Nachwuchselite lernen.

Darüber hinaus werden auch Schüler zu den Festivalkonzerten eingeladen, damit sie sich von den Künstlern für klassische Musik begeistern lassen.

 

Das könnte Sie auch interessieren: