Noten-Tipp 2021/06

Eva Zöllner: Komponieren für Akkordeon


(nmz) -
Ein Prä-Noten-Tipp sozusagen: Mal angenommen, Sie hätten vor, für Akkordeon zu komponieren, hätten aber wenig Erfahrung mit den spezifischen Möglichkeiten und Spieltechniken des Instruments. Wäre es dann nicht schön, von einer erfahrenen Interpretin an die Hand genommen und in die Geheimnisse des balgbeatmeten Musizierens eingeführt zu werden? Genau dies tut Eva Zöllner mit dieser kompakten, zweisprachigen Einführung.
Ein Artikel von Juan Martin Koch

Auf knapp 30 Seiten beschreibt sie anschaulich und praxisbezogen, worauf es ankommt. Nach grundlegenden Informationen zur Tonerzeugung und einem Blick auf die Besonderheiten der Manuale gilt ein Hauptaugenmerk den zeitgenössischen Spieltechniken. Hinweise zur Registrierung, zur Einbindung in Ensembles, Orchesterkontexte und elektroakustische Musik schließen den Band ab. Besonders hilfreich dürften die mit einem „Akkordeon-Emoji“ markierten „besonderen Sachverhalte“ sein, die Zöllners Einschätzung nach „zu Komplikationen oder Verwirrung und damit zu Fehlern führen können“. Leidvoller Erfahrung ist wohl folgender Hinweis entsprungen: „Die Tatsache, das Akkordeonist:innen die Tastatur nicht sehen können, macht das Blattlesen auf dem Akkordeon viel schwieriger als auf anderen Tasteninstrumenten. […] Daher sind sie auf pünktliche Abgabefristen für Uraufführungen angewiesen.“ Kleine Layoutfehler und die schwankende Qualität der punktgenau gewählten Notenbeispiele trüben den Eindruck dieser gut konzipierten, pragmatisch umgesetzten Publikation nur minimal. Ran an den Balg!

  • Eva Zöllner: Komponieren für Akkordeon (Deutsch – Englisch). Are Verlag 3033

 

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