Personalia 2016/06

Hermann Eckel, Siegfried Mauser, Casimir Oberfeld und Stefanie Carp


(nmz) -
Neue Führung bei Edition Peters – Linda Hawken ist Nachfolgerin von Hermann Eckel +++ Machtkompetenz ausgenutzt – Ehemaliger Rektor der Musikhochschule München verurteilt +++ Leiche des Komponisten Casimir Oberfeld exhumiert +++ Ruhrtriennale: Stefanie Carp folgt auf Johan Simons +++
Ein Artikel von nmz-red

Neue Führung bei Edition Peters – Linda Hawken ist Nachfolgerin von Hermann Eckel

Beim Musikverlag C. F. Peters Ltd & Co. KG steht ein Wechsel in der Geschäftsleitung bevor. Hermann Eckel – seit August 2010 Managing Director Peters Deutschland – verlässt nach Angaben des Unternehmens die Firma auf eigenen Wunsch und wird sich ab 31. Mai 2016 aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Ab dem 1. Juni wird Linda Hawken, die seit 2010 als Managing Director Peters UK in London tätig ist, zusätzlich die Leitung des Leipziger Stammhauses übernehmen. Ihre somit neu entstehende Position als „Managing Director Peters Europe“ wird in Leipzig angesiedelt sein. In Leipzig wird ab 1. Juni Thomas Stein als Prokurist tätig sein, in London wird Arne Muus die Rolle des General Manager bekleiden. Thomas Stein ist seit 1991 im Unternehmen und wechselte schon 2002 an den Leipziger Standort, wo er seitdem die Geschäftsführung mehrerer Tochterfirmen innehatte. Seit 2008 leitet er die Edition Hinrichsen GmbH, die heute das Leihmaterial-Geschäft der Gruppe betreut. Arne Muus ist seit 2007 im Londoner Büro tätig und steht dort in Zukunft als deutschsprachiger Ansprechpartner zur Verfügung. Auf der Gruppenebene der Edition Peters Group führt auch weiterhin Nicholas Riddle als Chief Executive Officer die Geschäfte.

Machtkompetenz ausgenutzt – Ehemaliger Rektor der Musikhochschule München verurteilt

In seinem Urteil vom Freitag, den 13. Mai, hat das Amtsgericht München den früheren Rektor der Münchner Musikhochschule wegen sexueller Nötigung einer Professorin und einer Dozentin zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteil. Der 61-Jährige soll eine Geldauflage von 25.000 Euro zahlen.

Das Amtsgericht München sah als erwiesen an, dass der Professor die beiden Frauen 2009 und 2012 in Räumen der Hochschule massiv bedrängt hatte. Die Verteidigung vermutete eine Intrige hinter den Vorwürfen und plädierte auf Freispruch.

Der Schuldspruch stützte sich nach umfangreicher Beweisaufnahme besonders auf die Aussagen der beiden Nebenklägerinnen. Deren Schilderungen seien glaubwürdig. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren gefordert.

Der verheiratete Vater von zwei Kindern ist seit 2014 Rektor des Salzburger Mozarteums, lässt das Amt aber gegenwärtig bis zur rechtskräftigen Klärung seines Falles ruhen.

Der Angeklagte sei „kein Gewalttäter und Vergewaltiger“, sagte der Vorsitzende Richter. Er habe aber „seine Machtkompetenz ausgenutzt“. Die Verteidiger Alexander Stevens und Stephan Lucas wollen das Urteil anfechten.

Leiche des Komponisten Casimir Oberfeld exhumiert

Mehr als 70 Jahre nach seinem Tod soll der polnisch-französische Komponist Casimir Oberfeld auf dem Friedhof Paris-Montmartre seine letzte Ruhe finden. Seine sterblichen Überreste seien aus einem Massengrab im tschechischen Prelouc exhumiert worden, berichtete das öffentlich-rechtliche Fernsehen CT Ende Mai. Oberfeld war im Zweiten Weltkrieg als Jude in das Konzentrationslager Auschwitz verschleppt worden. Er erfror Ende Januar 1945 während eines Todestransports Richtung Westen. „Ich will, dass mein Vater aus der Anonymität tritt“, sagte Oberfelds Sohn Grégoire Dunant. Oberfeld studierte Klavier und Komposition in Łódz und Paris und arbeitete in Frankreich.

Er wurde für seine Chansons, Filmmusiken und Operetten bekannt. Einige seiner Operetten sind La Pouponnière (1932), La Margoton du bataillon (1937), Le rosier de Madame Husson (1937).

Es gilt als traurige Ironie, dass eine seiner Melodien ausgerechnet für die inoffizielle Vichy-Hymne „Maréchal, nous voilà!“ adaptiert wurde.

Ruhrtriennale: Stefanie Carp folgt auf Johan Simons

Die Dramaturgin Stefanie Carp wird ab 2018 als Intendantin die renommierte Ruhrtriennale leiten. Unterstützt wird sie vom Schweizer Regisseur und Musiker Christoph Mar-thaler, teilte das NRW-Kulturministerium mit. Die gebürtige Hamburgerin war zuletzt unter anderem in Zürich und Berlin tätig. Alle drei Jahre wechselt die künstlerische Leitung. Intendanten waren Gerard Mortier, Jürgen Flimm, Willy Decker und Heiner Goebbels.

In diesem Jahr findet die Ruhrtriennale vom 12. August bis zum 24. September statt. Dabei dienen ehemalige Kohlezechen, Halden und Stahlwerke im Ruhrgebiet als Aufführungsorte für experimentelle Musik, Kunst, Theater und Tanz. Der Intendant der Ruhrtriennale von 2015 – 2017 ist der niederländische Theater- und Opernregisseur Johan Simons. Seiner Ruhrtriennale steht das Motiv „Seid umschlungen“ voran: Das Fes-tival inszeniert mit „Seid umschlungen“ eine Geste der künstlerischen, gesellschaftlichen und geogra­fischen Umarmung. www.ruhrtriennale.de

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