Personalia 2017/12

Personalwechsel, Ehrungen und Preise


(nmz) -
Christoph Eschenbach +++ DMR-Ehrennadeln vergeben +++ Pressler-Preis an Fabian Gremm +++ Dörte Schmidt GfM-Präsidentin +++ Busoni-Kompositionspreis an Benjamin Scheuer +++ Florian Drücke +++
Ein Artikel von nmz-red

Christoph Eschenbach

Ab der Saison 2019/20 wird Christoph Eschenbach Chefdirigent des Konzerthausorchesters Berlin. Nachdem Robin Ticciati beim Deutschen Sinfonie-Orchester und Vladimir Jurows­ki beim Rundfunk-Sinfonieorches­ter ihre Pos-ten in den vergangenen Monaten angetreten hatten, wird Eschenbach ab der Spielzeit 2019/20 Nachfolger von Ivan Fischer. Eschenbach, der lange auch als Pianist auftrat, wird die Position für zunächst drei Jahre innehaben. Zusammen mit dem Intendanten Sebastian Nordmann wolle er die Vision eines Orches­ters des 21. Jahrhunderts voranbringen, erklärte der 77-jährige Eschenbach. Mit ihm wird das Konzerthaus im Jahr 2021 seinen 200. Geburtstag feiern. Der 1940 in Breslau geborene Eschenbach war unter anderem Chefdirigent beim Tonhalle-Orchester Zürich, dem Houston Symphony Orchestra, dem NDR Sinfonieorchester, dem Orchestre de Paris, des Philadelphia Orchestra und bis zur vergangenen Saison beim National Symphony Orchestra im Kennedy-Center in Washington. Der Slowake Juraj Valcuha wird erster Gastdirigent.

DMR-Ehrennadeln vergeben

Der Deutsche Musikrat vergab erstmals Ehrennadeln: Eine ging an Thilo Gerlach, Geschäftsführer der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) und Vorsitzender des Bundesfachausschusses Recht des Deutschen Musikrates, für seinen Einsatz für die Wertschätzung kreativen Schaffens und den Schutz der Urheber. Die zweite erhielt Margot Wallscheid, ehemalige Projektleiterin des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ) dafür, das MIZ zu einer einzigartigen Einrichtung im Musikleben Deutschlands gestaltet zu haben.

Pressler-Preis an Fabian Gremm

Am 11. November 2017 verlieh der Staats- und Kulturminister des Landes Sachsen-Anhalt, Rainer Robra, neun Landesförderpreise an Musikschüler. Erstmals wurde dabei auch der Menahem-Pressler-Preis überreicht, der sich an die bestbewertete Leis­tung unter den Förderpreisträgern richtet: „Der Preis ist eine Verneigung vor dem Lebenswerk des Pianisten und Magdeburger Ehrenbürgers Menahem Pressler und zugleich ein Ansporn für junge musikalische Talente“, so Robra. Erster Preisträger ist der 17-jährige Fabian Gremm aus Halle, der am dortigen Musikkonservatorium sein Instrument, die Blockflöte, lernte. Trotz seines jungen Alters kann Gremm schon auf einige Preise zurückblicken, darunter den 2. Preis des Bundeswettbewerbes „Jugend musiziert“ und den ersten Platz beim enviaM-Wettbewerb.

Namenspatron des mit 2.000 Euro dotierten Preises ist der Pianist Menahem Pressler, der 1923 in Magdeburg geboren wurde und 1938 mit seinen Eltern nach den Novemberpogromen 1938 aus Deutschland fliehen musste.

Dörte Schmidt GfM-Präsidentin

Nach achtjähriger Amtszeit über­gab Wolfgang Auhagen (Universität Halle) im Rahmen der Neuwahlen zu den drei zentralen Gremien der Gesellschaft für Musikforschung (Präsidium, Beirat und Auslandskommission) sein Amt an die neu gewählte Präsidentin Dörte Schmidt (Universität der Künste Berlin). Mit ihr gemeinsam bilden Vizepräsident Ulrich Konrad (Universität Würzburg), Schriftführer Andreas Münzmay (Universität Paderborn/Hochschule für Musik Detmold) und Schatzmeisterin Gabriele Buschmeier (Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz) den neuen Vorstand der Gesellschaft. Der neue Beirat der GfM wählte direkt im Anschluss Panja Mücke (Hochschule für Musik Mannheim) zu seiner Sprecherin, Sprecherin der neuen Auslandskommission wurde Sabine Meine (Hochschule für Musik und Tanz Köln). Dörte Schmidt lehrt als Professorin für Musikwissenschaft an der Universität der Künste Berlin. Sie leitet die Bernd Alois Zimmermann-Gesamtausgabe und ist unter anderem Mitglied der Berlin Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie Präsidiumsmitglied des Deutschen Musikrats.

Busoni-Kompositionspreis an Benjamin Scheuer

Der Hamburger Komponist Benjamin Scheuer wurde von der Berliner Akademie der Künste mit dem Busoni-Preis ausgezeichnet. Die mit 6.000 Euro dotierte Ehrung wurde Scheuer am 24. November vom Komponisten und Preisstifter Aribert Reimann überreicht, wie die Akademie mitteilte. Der Spanier Óscar Escudero erhält den Förderpreis in Höhe von ­­2.500 Euro.

Der 1987 geborene Scheuer studierte in Hamburg und Karlsruhe, zuletzt bei Wolfgang Rihm. Sein Werk „Zeitraum“ (2012) für 600 Spieler erklang im Fußballstadion Hannover. Als Mitgründer von „Musiker ohne Grenzen“ unterrichtet er regelmäßig in Ecuador benachteiligte Jugendliche. In seiner Musik erzeugt Scheuer elektronische Klänge mit Mitteln und Objekten des Alltags, wie die Akademie weiter mitteilte.

Der Preis ist nach dem italienischen Komponisten Ferruccio Busoni (1866–1924) benannt, der ab 1894 in Berlin lebte und von 1920 bis zu seinem Tod an der Akademie der Künste eine Meisterklasse in Komposition inne hatte.

Florian Drücke

Im Rahmen der jährlichen Versammlung der ordentlichen Mitglieder des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) ist BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke einstimmig zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt worden. Bisher hatte Dieter Gorny dieses Amt inne, der nicht mehr kandidiert hat. Als weitere Vorstandsmitglieder sind Frank Briegmann (President & CEO Central Europe Universal Music und Deutsche Grammophon), Bernd Dopp (Chairman & CEO Warner Music Central Europe) und Philip Ginthör (CEO Sony Music Entertainment GSA) wiedergewählt worden. Konrad von Löhneysen (Geschäftsführer Embassy of Music) war bereits im September als Sprecher der außerordentlichen Mitglieder im Vorstand bestätigt worden. Insgesamt besteht der ­BVMI-Vorstand aus fünf Mitgliedern. Der BVMI hat damit den Umbau der Verbandspitze abgeschlossen.

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