Rückblende 2010/07

Vor 50 und vor 100 Jahren


(nmz) -
Professor Emil Jaques-Dalcroze *** das Strauß-Fest *** Berlin 1960
Ein Artikel von nmz

Vor 100 Jahren

„Professor Emil Jaques-Dalcroze, rühmlich bekannt durch seine ausgezeichnete Methode rhythmischer Gymnastik und durch grundlegende Neuerungen auf dem Gebiet der Gehörbildung wird die Leitung einer „Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus“ in Dresden-Hellerau übernehmen. Jaques-Dalcroze, als bedeutender Musikpädagoge der Gegenwart von allen Fachkreisen geschätzt, hat im letzten Jahr mit den rhythmischen Übungen seiner Schülerinnen auch in weiteren Kreisen berechtigtes Aufsehen erregt, so in Berlin, Leipzig, Dresden. An den Konservatorien von Wien und Köln ist seine Methode obligatorisches Unterrichtsfach. Bis zur Fertigstellung des Gebäudes (Herbst 1911) finden die  Kurse im Alten Ständehaus in Dresden statt…“
„Als die letzten übermütigen Töne der Symphonia domestica das Strauß-Fest geschlossen hatten, brach ein Taumel der Begeisterung los, jubelte das Publikum, die Musiker applaudierten hingerissen ihrem Meister Richard Strauß. So klatschten sich Richard Strauß, die Philharmoniker und das Publikum gegenseitig Beifall, und in der Tat haben sich alle drei in diesen Tagen  bewundernswert gehalten …“
(Neue Musik-Zeitung 1910, Heft 19, S. 405, und 20, S. 421)

Vor 50 Jahren

„Wenn man sich heute entschließt, nach Berlin zu gehen, dann ist es etwas ganz anderes, als ob man nach Paris, Salzburg, London, Edinburgh oder sonst wo hingeht. Es ist ein festlicher Entschluss. Man hat die Absicht, seinen Glauben an Europa zu bekräftigen, man will für ein paar Tage in der gefährdeten Stadt sein, man begibt sich freiwillig auf ein Pulverfass. Ein Abenteuer der Seele, nicht des Körpers. Die Reise ist nicht gefährlich. Wer sich an die Spree begibt, der weiß, dass er im Schutz der Vereinten Nationen wandelt. Was auch geschehen mag, die Augen der Welt werden auf ihn gerichtet sein; er hat für seine Sicherheit nicht zu besorgen. Und dennoch ist es ein prickelndes Gefühl ganz eigener Art, heute die zerschnittene Stadt zu betreten, die das Symbol aller Gegensätze unsrer Zeit ist … die bevorzugte geographische Lage, die dazu führte, dass Berlin 1948 wie mit einer Schere zerschnitten wurde. Sein freier, westlicher Teil ist heute die geliebte, bestaunte und bewunderte Bastion des europäischen Gedankens …“, so Walther Kieaulehn zu Situation und Ort, in dem sich die internationale Jeunesses Musicales im August 1960 zu ihrem XV. Congrès mondial versammelt. Charles Mackeras, hat in letzter Minute an Stelle des erkrankten Gürzenichkapellmeisters Günter Wand die Leitung des Internationalen Orchester der JM übernommen, um die IX. Sinfonie von Beethoven mit 250 jungen Musikern und Sängern aus 14 Ländern in Weikersheim zu erarbeiten und im Berliner Musik-Hochschulsaal aufzuführen.
(IX. Jahrgang, Nr. 4, August 1960,S. 1 und 17)

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