Saxophon intensiv

Uraufführung der „Reminiszenz“ von Miklós Maros


(nmz) -
Am Fronleichnamswochenende kam es zum ersten Kurs für Saxophonistinnen und Saxophonisten in der Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz in Neuwied-Engers.
Ein Artikel von Christiane Maier

Das lange Wochenende bot den vielen Saxophonisten aller Register, Sopran-, Alt-, Tenor-, Bariton- und Basssaxophonen, Gelegenheit, unter der Leitung von Linda Bangs-Urban eine Vielzahl an Werken einzustudieren. Auf dem Programm standen Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Edvard Grieg, Gustav Bumcke, Felix Mendelssohn-Bartholdy und Carl Anton Wirth sowie die Uraufführung der „Reminiszenz“ für Saxophonorchester von Miklós Maros. Der ungarische Komponist Miklós Maros hat am Budapester Konservatorium und der Musikhochschule bei Rezsö Sugár und Ferenc Szabó studiert. Er immigrierte 1968 nach Stockholm, wo er seine Studien bei Ingvar Lidholm fortsetze. Ein weiterer wichtiger Lehrer war György Ligeti.

Linda Bangs-Urban kennt Maros und seine Frau schon seit vielen Jahren. Als sie sich im November 2017 bei einem Konzert in Tübingen trafen fragte sie ihn, ob er nicht Lust hätte, für ein Saxophonorchester zu komponieren.  Ein Werk, das technisch so angelegt ist, dass es innerhalb von vier Tagen intensiver Probenarbeit von Laien zur Uraufführung gebracht werden könne. Mit dieser Idee im Kopf reiste Maros nach Hause und begann zu komponieren. Zugrunde legte er einen Choral, den er vor zwanzig Jahren in einem Chorwerk verarbeitet hatte.

Maros erläuterte: „Dadurch, dass ein Saxophonorchester wie ein Chor atmet, nämlich versetzt chorisch, war die Idee geboren, diesen Choral als „Reminiszenz“ im Werk zu verstecken. Mal klingt er in der Solistengruppe, mal im Tutti des opulenten Gesamtklanges.“ Ihm war wichtig, das Orchester als großes Kollektiv zu sehen, aus dem die Sologruppe hervor wächst und der Unterschied durch den Wechsel der einzelnen solistischen Stimmen und dem Orchesterpart herausgearbeitet wird.

Dadurch, dass er direkt die Inspiration hatte, eine „Reminiszenz“ über einen bereits bestehenden Choral zu erarbeiten, konnte er diese Komposition bis zum Frühjahr 2018 fertig stellen. Das siebenminütige Werk ist geschrieben für zwei Sopran-, vier Alt-, drei Tenor-, zwei Bariton- und ein Basssaxophon. Linda Bangs-Urban sagte während des Kurses, dass es ein großes Privileg sei, dass sie dieses ihr dezidierte Werk zur Uraufführung bringen durfte und der Komponist mit seiner Ehefrau aus Schweden anreiste, um in Neuwied-Engers Teile der Probenarbeit und das Konzert miterleben zu können.

Gemeinsam mit den Mitgliedern des Saxophonquartetts Mainz 04, die Linda Bangs-Urban bei den Satzproben zur Seite standen, Vorträge beisteuerten und vor allem auch die einzelnen Register während der Probenarbeit und dem Konzert unterstützten, entstand für die 26 Teilnehmer des Kurses ein intensives Saxophonwochenende. Besondere Highlights waren das Dozentenkonzert des Saxophonquartetts Mainz 04 und das Abschlusskonzert des „Saxophon intensiv“-Kurses.

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