Spiel, Spaß und Methode

Neues Material zur Blockflötenpädagogik


(nmz) -
Bart Spanhove: Das Einmaleins des Übens. Wege zur Perfektion – (nicht nur) auf der Blockflöte, Edition Moeck +++ Valentina Reider: Flötenzauber Bd. 1 +++ Gudrun Hayens, Gerhard Engel: Spiel und Spaß mit der Blockflöte Bd. 1 und 2 sowie Lehrerkommentar. Schule für die Sopranblockflöte, Schott
Ein Artikel von Luise Rummel

Bart Spanhove: Das Einmaleins des Übens. Wege zur Perfektion – (nicht nur) auf der Blockflöte, Edition Moeck 4066

Warum hören junge Leute im Schnitt einige Stunden am Tag Musik, statt ein Instrument zu lernen und selbst Musik zu machen? Das Erlernen eines Instruments kostet schon einige Mühe und Ausdauer und für manchen kann die Einsamkeit des Übens zur Qual werden. Die Suche nach einer geeigneten Methodik des Übens ist deshalb von entscheidender Bedeutung.

Eine Hilfe, für sich selbst eine geeignete Übestrategie zu entwickeln, kann Spanhoves „Einmaleins des Übens“ bieten. Üben heißt für den Autor „das Werkzeug für beglückendes Musizieren zu erarbeiten“. Von gedankenlosem mechanischem Üben oder wiederholen von Tönen, Mustern, schwierigen Stellen, nach dem Motto viel hilft viel, hält Spanhove nichts.

Experimentieren mit Dynamik, Artikulation, Rhythmik, Auswendigspiel und noch viele andere förderliche Hinweise zum intelligenten Üben finden sich in seinem Einmaleins. Arbeitsfreude, Lebensfreude, Lust an Leistung können durchaus auch beim Üben entwickelt werden. Natürlich bleibt es dabei: Wiederholung ist die Mutter des Lernens. Spanhoves Frage: „Muss sich ein Musiker täglich mit Tonleitern, Akkorden, Arpeggien und Kadenzen abmühen?“ Seine ehrliche Antwort lautet: Ja.

Valentina Reider: Flötenzauber Bd. 1, Schott ED 2147-50

Grundsätzlich ist es in jedem Alter möglich, ein Instrument zu erlernen. Kinder im Vorschulalter sind meist sehr wissbegierig und lernbereit. Voraussetzung für einen sinnvollen Start zum Blockflötenspiel ist natürlich neben einer bereits etwas entwickelten Feinmotorik auch die Fähigkeit, sich über einen gewissen Zeitraum konzentrieren zu können.

Valentina Reiders Flötenzauber wendet sich an solche kindlichen Frühstarter. Mit motivierenden Übungen und Notenrätseln will sie erste Kenntnisse zu den Flötentönen vermitteln. Illustrationen zum Ausmalen bieten für den frühkindlichen Gruppenunterricht sinnvoll ausgefüllte Pausen, die auch mal eine Einzelförderung ermöglichen. Eine beigefügte CD soll den Lernprozess unterstützen. Es ist kein Schulwerk. Ein Fachlehrer muss entscheiden, ob er diese Ausgabe für seinen Unterricht verwenden will.

Gudrun Hayens, Gerhard Engel: Spiel und Spaß mit der Blockflöte Bd. 1 und 2 sowie Lehrerkommentar. Schule für die Sopranblockflöte, Schott ED 21551-50, ED 21552-50, ED 21555

Die zweite Auflage eines Blockflötenschulwerks lässt aufhorchen und weist wie schon die Auszeichnung mit dem Deutschen Musikeditionspreis 1998 auf ein gelungenes methodisches Konzept hin. Schüler, die nach diesem Unterrichtskonzept vor gut 20 Jahren angefangen haben, studieren zum Teil heute oder unterrichten selbst schon Schüler im Blockflötenspiel. Eine Neuauflage ist offensichtlich nachgefragt.

Die Schule ist methodisch in sinnvollen Lernschritten angelegt und enthält viele spielerische Elemente für den Gruppen- und Einzelunterricht. Sie wird für Kinder ab 6 Jahren empfohlen. Atem- und Blastechniken werden konsequent geschult.

Neben dem Blockflötenspiel werden auch die wichtigsten Grundbegriffe der Musiklehre vermittelt. Die Schule verwendet von Anfang an die barocke Griffweise. Gudrun Hayens gibt zudem in einem kleinen Extraband den mit der Schule arbeitenden Lehrkräften noch wertvolle methodische Hinweise an die Hand.

Das offensichtlich bewährte methodische Konzept wurde in der neuen Edition beibehalten. Im Vergleich zur ersten Ausgabe sind aber Fotos erneuert und Lieder aktualisiert worden, allerdings nicht auf Kosten des traditionellen Liedguts. Neu ist auch eine beigefügte, besonders gelungene CD, die zu vielen Stücken eine Vollversion zum Anhören und ein Playback zum Mitspielen bietet. Als Begleitinstrumente fungieren Gitarre, Klavier und Cembalo.
  

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