Tanzend, flüchtend und verspielt

Kreatives, wehmütiges und fröhliches Violin-Zusammenspiel


(nmz) -
Aleksey Igudesman & Hyung-ki Joo: How far can you go; Two pieces for vio­lin and piano +++ Cleopatra Valentina Perepelita: Herbst, Trio +++ Franz-Michael Deimling: Saitenspiel, 70 Violinduos und -trios in erster Lage mit leichter Klavierstimme
Ein Artikel von Katarina Apostolidis

Aleksey Igudesman & Hyung-ki Joo: How far can you go; Two pieces for vio­lin and piano, Universal Edition 2016, UE 36974

„As far as you can” und „Beyond the limit“. Beide Stücke laden zu schauspielerischer Interpretation und körperlicher Bewegung ein. Die beiden Autoren ermutigen ausdrücklich auch zu Eigeninitiativen. Nach ihrer Meinung geschehen die magischsten und bewegendsten Dinge, wenn erst einmal ein Umfeld geschaffen worden ist, in dem Musiker/-innen das Gefühl bekommen, kreativ sein zu dürfen. Zum Beispiel: „Get up and dance the waltz while playing“, „Violinist plays with left hand the right hand piano part” oder „Pianist sits on piano to play cluster”, zwischendurch ein paar Schreie etc. Diese Stücke werden „Jugend musiziert“ aufmischen.

Cleopatra Valentina Perepelita: Herbst, Trio, Chromatic Edition Köln, ISMN M-700238-61-2

Ein mittelschweres nostalgisches Stück zur Flüchtlingsproblematik. Es geht um einen Flüchtling, der Sehnsucht hat nach dem Land, das er verlassen musste. Erinnerungen an die Familie und die Freunde. Im 15. Kompositionswettbewerb um den Carl von Ossietzky-Preis ist „Herbst“ in dessen Repertoire aufgenommen worden. Es sind wehmütige Klänge im Dialog. Folgende Besetzungen sind möglich: Stimme (Sopran/Tenor) oder Violine oder Querflöte oder Klarinette, Cello und Klavier. Für die Ausführung der „Vokalisen“ (in sotto voce) kann der Sänger/-in die Silben frei wählen. Es sollte „molto rubato“ im klassischen Stil oder im Stil eines Chansons interpretiert werden. Wenn die Komposi­tion nur rein instrumental ausgeführt wird, kann der Text von einem Instrumentalisten – abwechselnd oder von demselben Interpreten – rezitiert werden.

Franz-Michael Deimling: Saitenspiel, 70 Violinduos und -trios in erster Lage mit leichter Klavierstimme, Acoustic Music Books, Wilhelmshaven 2017

Diese Sammlung ist auch sehr gut chorisch für Streichervororchester einsetzbar. Sie ist in sieben Teile gegliedert, die jeweils zehn Stücke enthalten mit verschiedenen Griffartenkombinationen, die letzten beiden Stücke jedes Abschnitts setzen sich klanglich bewusst von den jeweils ersten acht ab. Die Violinstimmen klingen für sich genommen bereits eigenständig, werden aber durch Hinzufügen der Klavierstimme erst vollständig. Alle Klavierstimmen sind so einfach gehalten, dass sie von Schülern gespielt werden können. Ein echter Gewinn!

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