Teilweise verstorben


(nmz) -
Ab und zu muss man auch einmal ernst werden dürfen. Nach sechs Jahren aufmerksamen Beobachtens der so genannten Kulturwelle des Nordens ist eine Pause angesagt. Die Bürgerinitiative „Das GANZE Werk“ lässt die Arbeit ruhen, die so genannte Kulturwelle des Norddeutschen Rundfunks ist und bleibt was sie ist. Tagsüber ein Haufen musikalischen Stückwerks. Das ist eben so, die Hörer wollen angeblich nichts anderes. Nur eben diese Querulanten oder Kultur-Ayatollahs (Wortlaut Gernot Romann, Ex-NDR-Programmdirektor) der Mitglieder der Bürgerinitiative „Das GANZE Werk“. Der NDR hat sich selbst die Absolution erteilt, die angebliche Selbstkontrolle von Rundfunkrat und Programmausschuss hat die Vorwürfe und -schläge der Initiative als absurd oder unbegründet zurückgewiesen.
Ein Artikel von Martin Hufner

Und man möchte auch nicht länger durch Eingaben belästigt werden. Die sanfte Rückwärtsreform ist abgeschmettert worden. Pech für die Hörer dort oben, die mehr verlangen, die auch tagsüber in der Woche nicht auf Herausforderungen verzichten wollen. Eine Wahl haben sie nicht, wenn sie nicht entsprechend technisch ausgestattet sind, um in den Empfang gehaltvoller echter Kulturwellen zu gelangen, die zudem gleichzeitig auch noch regionale Ansprüche abzudecken in der Lage wären.

Die Kulturwelle im Norden ist damit endgültig gestorben. Der gutgemeinte Reanimationsversuch war nicht erfolgreich und die Selbstheilungskräfte (sei es auch nur in einfachster Form von Nachdenken) existieren nicht (mehr). Wir bedauern dieses schleichende Ende des Kulturfunks dort oben und können nur hoffen, dass die Verüberflüssigung dieses so real existierenden Kulturfunks nicht tiefere Wunden ins System des öffentlich-rechtlichen Rundfunks insgesamt reißen wird. Ruhe in Frieden, NDR Kultur.

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