Umfassende fachliche Vielfalt für alle Schularten

Der bayerische Landesverband des Bundesverbandes Musikunterricht (BMU) stellt sich vor


(nmz) -
Mit seinen fast 5.000 Mitgliedern ist der Bundesverband Musikunterricht e. V. (BMU) die tragende Organisationseinheit für Musiklehrkräfte an allen allgemeinbildenden Schulformen. Der Bundesverband gliedert sich in 16 Landesverbände. Er stellt damit die repräsentative Vertretung der Schulmusiker/-innen, Musiklehrer/-innen und Musikpädagogen aller Schularten dar. Seit nunmehr drei Jahren haben die musikpädagogischen Fachverbände AfS und VDS zueinander gefunden und mit ihrer Fusion zum Bundesverband Musikunterricht eine entscheidende Stärkung in fachlicher Kompetenz, musikdidaktischer Vielfalt und schulpolitischer Präsenz erreicht.
Ein Artikel von BMU

Die Angebote für Kolleginnen und Kollegen in den Bereichen Grund-, Mittel- und Realschule, Gymnasium, ja, selbst in musikbezogener Sonderpädagogik zeigen eine umfassende fachliche Vielfalt, die sich in aktuellen Themenangeboten zum Musikunterricht spiegeln (zum Beispiel zum Klassenmusizieren, zur Digitalisierung, zu Inklusion oder Musik und Sprache).

Drängende Weiterbildungsimpulse dieser Art beleben die Fachdiskussion an allen allgemeinbildenden Schulen, an (musischen) Gymnasien und an Hochschulen/Universitäten. Sie liefern – richtungsweisend – entscheidende Impulse für die Arbeit in den Klassen und Seminaren. Im Folgenden informiert der Landesverband Bayern des Bundesverbands Musikunterricht über seine Struktur, die aktuellen Fortbildungsangebote/Initiativen und lädt zur aktiven Mitarbeit ein.

BMULV Bayern Arbeitskreis Grundschule

Dr. Eva Meidel (Sprecherin), Helmut Bencker, Julia Deutsch, Judith Kucharski

Die aus vier Grundschullehrkräften im Schul- und Hochschuldienst bestehende Arbeitsgruppe des Referats widmet sich zum einen grundsätzlichen konzeptionellen Fragestellungen des Musikunterrichts im Primarbereich, zum anderen aktuellen musikunterrichtlichen Herausforderungen dieser Schulstufe. Einen Schwerpunkt bildet in diesen Kontexten etwa die Organisation von Fortbildungen für fachfremd unterrichtende Lehrkräfte durch Angebote in musikpraktischen und musikdidaktischen „Basics“. Ebenso greift das Fachreferat Grundschule in seinem Fortbildungsangebot aktuelle Themen auf, mit Blick auf die derzeitigen gesellschaftlichen Veränderungen – beispielsweise musikunterrichtliche Chancen zur Überwindung von Sprachbarrieren von Kindern mit Flucht- beziehungsweise Migrationshintergrund. Als neues Aufgabengebiet hat sich die AG die Schnittstelle zwischen der ersten und zweiten Ausbildungsphase von Musiklehrkräften im Primarbereich auf den Plan gesetzt. Ziel ist hier, Maßnahmen zur Optimierung des Übergangs zu konzeptionieren.

BMULV Bayern Arbeitskreis Mittelschule

Matthias Krisch (Sprecher), Christian Beck, Phil Carroll, Alexander Haas, Chris-tian Leykam, Dimitri Telent

Der großen Problematik des Mangels an gut ausgebildeten Musiklehrern für Mittelschule widmet sich der Arbeitskreis Mittelschule. Dieser verursacht einerseits Unterrichtsausfall und andererseits kann nicht allen Schülern Musikunterricht angeboten werden. Dieser Fehlentwicklung soll entgegengewirkt werden: Erstens ist hierfür die Einführung von Basisqualifikationen für Studierende des Lehramts Mittelschule – analog zum Sport und den Basisqualifikationen Musik in der Grundschule – zwingend notwendig. Nur durch Basisqualifikationen für alle Studierenden kann sichergestellt werden, dass alle Lehrer in der Mittelschule auch Musik unterrichten können. Zweitens müssen unbedingt Lehrer für Musikunterricht nachqualifiziert werden. Der BMU hat bereits ein Fortbildungskonzept dafür erarbeitet, bietet ein breites Angebot an Fortbildungen in Musik für Lehrer an bayerischen Mittelschulen, stellt dafür Dozenten mit Unterrichtserfahrung, die auch als Multiplikatoren des neuen Lehrplans tätig sind, zur Verfügung.

BMULV Bayern Arbeitskreis Realschule

Tobias Fichte (Sprecher), Evelyn Beißel, Prof. Dr. Daniel Mark Eberhard, Andreas Pleichinger, Christina Weiglein

Der Arbeitskreis Realschule vertritt die besonderen Anliegen seiner Schulart im Hinblick auf die Stellung des Fachs Musik sowohl die Anerkennung der Wissenschaftlichkeit als auch den Status als Vorrückungsfach betreffend. Es besteht hier ein konstruktiver Austausch sowohl mit ministeriellen Stellen als auch mit dem Bayerischen Realschullehrerverband (brlv). Er ist überdies Ansprechpartner bei Beratungsbedarf von Musiklehrern in fachlichen und schulrechtlichen Angelegenheiten.
Zu den aktuellen Projekten zählt die Ausgestaltung einer Kooperation mit der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) in Form von Konzertbesuchen in Verbindung mit didaktisch sinnvollen Begegnungen mit den Musikern. Des Weiteren wurde die Gründung eines Streichorchesters der Bayerischen Realschulen initiiert.

BMULV Bayern Arbeitskreis Gymnasium/Hochschule und Universität

Prof. Dr. Gerhard Sammer, Prof. Dr. Hans-Ulrich Schäfer-Lembeck, Prof. Dr. Magnus Gaul, Prof. Dr. Wolfgang Pfeiffer

Die Umstellung des Gymnasiums in Bayern von G8 auf G9 gibt diesem Arbeitskreis Anlass, die inhaltliche Umsetzung des Musikunterrichts konstruktiv zu begleiten. Gerade in Bezug auf die neue Stundentafel und die Möglichkeiten einer verstärkten aktiven Musikpraxis an den wieder freiwerdenden Nachmittagen soll die Position des BMU deutlich gemacht werden. Gekämpft wird auch um den Status des Faches Musik, hier geht es um die Anerkennung als wissenschaftliches Fach und die Position als Vorrückungsfach. Durch die lange ersehnte Möglichkeit, Musik mit einem Beifach zu studieren, erhalten die Schulen wesentlich mehr Flexibilität bei der Unterrichtsplanung und -versorgung, die angehenden Lehrer können mit einem Zweitfach ihr Unterrichtsangebot variabler gestalten, ein sinnvoller Beitrag zum Schutz von Überlastung.

BMU – Arbeitskreis Musiklehrerbildung

In enger Kooperation zwischen den drei Phasen der Lehrerbildung erfolgen in den einzelnen Arbeitskreisen intensive Diskussionen zwischen Universität, Musikhochschule und den einzelnen Schularten. Gerade das Anliegen des BMU, einen zeitgemäßen Musikunterricht, ein Lehren von Musik auf höchst professionellem Niveau zu ermöglichen, erfordert einen ständigen Austausch zwischen diesen Institutionen. Vertreter der beiden Musikhochschulen und der Musikdidaktik an den Universitäten gestalten so gemeinsam mit Praktikern in den Schulen innovative Lehrkonzepte und neue didaktische Ansätze. Im Austausch mit Seminarlehrern wird die Vorbereitung auf die Schulpraxis durch das Studium diskutiert und die unterschiedlichen Erwartungen der Institutionen werden aufeinander abgestimmt. Durch das gemeinsame Handeln von Hochschullehrern und Lehrern vor Ort erfolgt eine ideale Verbindung zwischen Theorie und Praxis.

BMU – Musikfestival „Schulen musizieren“ – Landesbegegnung in Bayern

Judith Kucharski (Sprecherin), Helmut Bencker, Tobias Fichte, Andreas Pleichinger, Matthias Strobel, Dimitri Telent

Alle zwei Jahre findet in wechselnden deutschen Städten eine Bundesbegegnung des BMU-Musikfestivals „Schulen musizieren“ statt. Schülerinnen und Schüler aller Schularten und aus allen Bundesländern können hier ihre musikpraktische Arbeit einer breiten Öffentlichkeit vorstellen.
In den Jahren zwischen den Bundesbegegnungen gibt es in nahezu allen Bundesländern Landesbegegnungen von „Schulen musizieren“. Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene präsentiert „Schulen musizieren“ die Vielfalt der Ensemblearten, der Musikrichtungen und durch den Einbezug aller Schularten die Unterschiedlichkeit der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Der Landesverband Bayern des BMU hat im Jahr 2016 zum ersten Mal nach langer Zeit wieder eine Landesbegegnung des Jugend-Musikfestivals organisiert. Unter anderem wurde bei dem in der mittelfränkischen Regierungshauptstadt Ansbach veranstalteten Musiktag auch das teilnehmende Ensemble für die diesjährige Bundesbegegnung ausgewählt. Der Arbeitskreis „Schulen musizieren“, der momentan aus acht Lehrkräften aus Grund-, Mittel- und Realschule im Schul- und Hochschuldienst besteht, hat sich zum Ziel gesetzt, die Landesbegegnung nun regelmäßig alle zwei Jahre – zunächst weiterhin in Kooperation mit der Stadt Ansbach – auszurichten.

Durch die Mitgliedschaft von Prof. Dr. Daniel Mark Eberhard im Präsidium des BMR sind enge Verschränkungen mit dem vielfältigen bayerischen Musikleben sowie politische Unterstützung gewährleistet. Zudem steht der BMU in enger Verbindung zu weiteren bildungsrelevanten Strukturen, etwa dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, den Lehrerinnen- und Lehrerverbänden oder dem Arbeitskreis der Musikdidaktiker an bayerischen Musikhochschulen und Universitäten (AMD). Das Netzwerk an Hochschulen nutzt der BMU im Rahmen der Durchführung von Fortbildungen, die Akquise hervorragender Referenten/-innen oder der bildungspolitischen Arbeit.

Weitere Einteilung des Vorstandes in themenbezogene Arbeitskreise

  • AK Junges Forum: Prof. Dr. Daniel Mark Eberhard (Sprecher), Tobias Fichte, Eva Meidel
  • AK Fortbildungen: Prof. Dr. Wolfgang Pfeiffer (Sprecher), Helmut Bencker, Julia Deutsch, Prof. Dr. Daniel Mark Eberhard, Prof. Dr. Magnus Gaul, Prof. Dr. Gerhard Sammer

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