Vielversprechender Start in eine neue Reihe

Konzert-Initiative des Frankfurter Tonkünstlerbundes


(nmz) -
Keine Frage: Mut gehört dazu, heute eine neue Konzertreihe zu starten, angesichts des reichen Angebots, zumal im Rhein-Main-Gebiet. Doch der Frankfurter Tonkünstlerbund will nicht den etablierten Reihen Paroli bieten.
Ein Artikel von Gerhard Schroth

Den Anstoß gab vielmehr die Einsicht, dass seine Mitglieder nicht nur professionelle Vermittler von Musik, sondern selbst exzellente Künstler sind, wie nun zum Auftakt der Reihe das Duo mit dem pfiffigen Namen „querfeldzwei“ fesselnd bewies. Die Flötistin und Flötenlehrerin Ute-Gabriela Schneppat, die seit Mai 2014 auch Geschäftsführerin des Frankfurter Tonkünstlerbundes ist, fand in Nicola Schmittel eine gleichgesinnte Kollegin; zusammen mit der Pianistin Karin Heidrich aus Langenselbold einigte man sich bald auf ein Programm voller Raritäten, das seine Wirkung denn auch nicht verfehlte.

Der bekannteste der vier Komponisten war auch der mit Abstand Älteste: Johann Joachim Quantz. Sein g- Moll-Konzert gab den Flötistinnen zu Beginn reichlich Gelegenheit, ihre technische wie auch gestalterische Souveränität in lebhaften wie auch besinnlichen Passsagen zu beweisen. Kehraus- Charakter hingegen hatten die sieben knappen Tänze „Von Bolero bis Tango“ des Ungarn Thomas Hamori, die den Abend beschlossen. Aus Ungarn stammt auch Endre Szervánsky, der Komponist der Konzertetüde „Capriccio“. Nicola Schmittel konnte hier virtuose Farbigkeit im überraschenden Wechselspiel der Motive wirkungsvoll entfalten. Hingegen zeigte Ute-Gabriela Schneppat klangvolle wie spannungsreiche Gestaltung in den vier ausgedehnten Sätzen der Suite op. 43 Nr. 1 von Charles Marie Widor. Auch hier erwies sich Karin Heidrich als gleichgestimmt- gewandte Partnerin am Flügel.

So erlebte man im Wechsel von Solo- und Duobeiträgen einen farbigen musikalischen Streifzug, der vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart führte. Ort des Geschehens: das stimmungsvolle „Klangforum“ im reizvoll gelegenen Frankfurter Stadtteil Niederursel. Auf die bereits geplante Fortsetzung von „FTKB in concert“, mit vielleicht noch größerem Zuspruch, darf man sich freuen.

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