Virtuose Tuba im Konzertsaal

Komponisten verwenden sich für ein vernachlässigtes Instrument


(nmz) -

Gerhard Deutschmann, (geb.1933) dessen kompositorisches Schaffen sich über viele Gattungen erstreckt, legt nun im Verlag Tonger Köln, erfreulicherweise seine Tubasonate (1995) vor. Ein handwerklich sauberes Stück in klassischer Sonatenform mit vier Sätzen: Etwas bewegt, Frisch, Ruhig, Sehr rasch. Die Sonatenform ist in ihrer vollendeten Gestalt ja eine Schöpfung der Wiener Klassik. Es ist daher sehr erfreulich, dass Komponisten unserer Zeit diese Form auch immer wieder befruchtet. Eine angenehm zu blasende und dankbare Sonate für jeden fortgeschrittenen Tubisten, klangschön und musikantisch. Der Komponist hält immer wieder die Balance zwischen lyrischen und technischen virtuosen Elementen und lässt niemals den notwendigen roten musikalischen Faden vermissen. Im dritten Satz entfalten sich schöne melodiöse Bögen, die vor allem ansatzmäßig dem Bläser zu Beginn des Satzes (Höhe), als auch zum Ende (Tiefe), in knapp vier Oktaven, einiges abverlangen. Insgesamt bewegt sich das Stück sowohl harmonisch, als auch melodisch auf traditionellem Boden. Schwierigkeitsgrad: 4

Ein Artikel von Klemens Pröpper

Gerhard Deutschmann: Sonate für Tuba und Klavier. Tonger Köln
Gerhard Deutschmann, (geb.1933) dessen kompositorisches Schaffen sich über viele Gattungen erstreckt, legt nun im Verlag Tonger Köln, erfreulicherweise seine Tubasonate (1995) vor. Ein handwerklich sauberes Stück in klassischer Sonatenform mit vier Sätzen: Etwas bewegt, Frisch, Ruhig, Sehr rasch. Die Sonatenform ist in ihrer vollendeten Gestalt ja eine Schöpfung der Wiener Klassik. Es ist daher sehr erfreulich, dass Komponisten unserer Zeit diese Form auch immer wieder befruchtet. Eine angenehm zu blasende und dankbare Sonate für jeden fortgeschrittenen Tubisten, klangschön und musikantisch. Der Komponist hält immer wieder die Balance zwischen lyrischen und technischen virtuosen Elementen und lässt niemals den notwendigen roten musikalischen Faden vermissen. Im dritten Satz entfalten sich schöne melodiöse Bögen, die vor allem ansatzmäßig dem Bläser zu Beginn des Satzes (Höhe), als auch zum Ende (Tiefe), in knapp vier Oktaven, einiges abverlangen. Insgesamt bewegt sich das Stück sowohl harmonisch, als auch melodisch auf traditionellem Boden. Schwierigkeitsgrad: 4
Stelios Coucounaras: GARYFALLIA, für Tuba Solo. ADU Verlag, Aurich

Der griechische Komponist Stelios Coucounaras (geb. 1936 in Athen) studierte sowohl in seiner Heimatstadt als auch in Hamburg Komposition. Sein Tuba Solo „Garyfallia“ (griechisches Volksweise) von 1993 ist zwar kein Anfängerstück, aber ein interessantes Werk für einen engagierten Tubisten der etwas neues oder das Neue Werk sucht. Schön eingebettete und erweiterte Harmonik geben der Komposition einen besonderen Touch. Ebenso jene immer wiederkehrend (wie kleine Ostinati) erscheinende Thematik. Auch der südländisch anmutende musikalische Ausdruck im 7/8-Rhythmus zwingt den Interpreten das Stück effektvoll zu interpretieren. Es eignet sich besonders gut für Prüfungen als auch für Vortragsabende. Das etwa drei Minuten dauernde Stück lebt durch eine recht flüssige Thematik, vor allem auch durch die bewusst hinein komponierten Pausen. Sie sind keine Verlegenheitsmomente, sondern organisch und musikalisch eingebettet. Stilistisch ist die Komposition im Bereich zeitgenössischer Musik einzuordnen. Rein spieltechnisch ist die Komposition nicht allzu schwer, aber dennoch effektvoll. Schwierigkeitsgrad: 3 - 4

Paul Angerer, TUBILUSTRIUM, für Tuba und Klavier. Doblinger

Der Komponist, ein hoch geschätzter Instrumentalist und Dirigent, nennt seine kleine, dreisätzige Komposition Tubilustrium für Tuba und Klavier (1985), bestehend aus einer Intrada, Aria, Saltura – Eine Übung im Blasen. Musikalische Prägnanz zeichnet dieses zirka sechs Minuten dauernde Stück aus. Schon in der Intrada lassen kräftige rhythmische Bewegungen im Klavier und eine skandierende thematische Tuba ein problemloses Zusammenspiel zu. Das Stück ist insgesamt sehr übersichtlich und man benötigt nicht allzu viel Zeit zum Einstudieren, da die bläserischen Anforderungen nicht zu hoch sind. Zwar unterliegt der Komponist auch ein wenig der Magie von hohen Tönen und lässt gleich schon zu Beginn bis zum hohen F blasen, was, wie auch immer, der Ansatzdauer nicht sehr dienlich ist. Ansonsten hält er sich aber an die Kunst musikalischer Ausformung und bietet einem fortgeschrittenen Bläser Gelegenheit, sein bläserisches Können unter Beweis zu stellen. Das Stück ist filigran angelegt und erfordert auch im Zusammenspiel mit dem Klavierpart keine allzu schwierige Anforderungen. Schwierigkeitsgrad: 3 – 4

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