Vom Kind in der Krippe zum Kind in der Wiege

Das Weihnachtslied der NS-Zeit · Von Irmgard Benzing-Vogt


(nmz) -
Ein Artikel von Irmgard Benzig-Vogt

Es gab Zeiten, da wurde das Lied als machtpolitisches Mittel mißbraucht, um eine ganze Generation ideologisch auszurichten. Erst aus der Distanz wird offenkundig, wie brutal, teilweise aber auch raffiniert gekonnt vertrautes Liedgut und vertraute Symbole im Sinne der NS-Machthaber umgeformt und mit dem Anspruch der Ausschließlichkeit in die Jugend getragen wurden. Dies betrifft besonders die Lieder zum Weihnachtsfest und zu den damit verbundenen Bräuchen. Aber – man möchte sagen: zum Glück – gab es stillen Widerstand. Ihr mit der Weihnachtszeit untrennbar verbundenes und seit Generationen gepflegtes Liedgut ließen sich die Menschen weder nehmen noch ersetzen, erst recht nicht in Kriegs- und Krisenzeiten. Die beabsichtigte Akzeptanz der neuen Lieder, wofür stellvertretend Hans Baumanns „Hohe Nacht der klaren Sterne“ stehen soll, wurde nicht erreicht. Wir sind froh darüber.
Wir sollten jedoch aufmerksam und kritisch bleiben, wenn die heute zwar nicht unter politischen, aber unter kommerziellen Aspekten betriebene Profanierung des Weihnachtsfestes unser tradiertes Liedgut anzugreifen versucht. Dazu will dieser Aufsatz einen Beitrag leisten.

Nie hat die Jugend in Deutschland so viel gesungen. Nie so inbrünstig. Nie so gläubig. Und nie wurde die Begeisterung einer singfreudigen Jugend so mißbraucht wie während der Zeit des sogenannten „Dritten Reiches“, den Jahren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Das Singen in der Gemeinschaft gehörte zur NS-Propagandamaschinerie wie der Morgenappell, die Fahnenaufmärsche, die gebrüllten Sieg-Heil-Rufe. Absicht und Zielsetzung waren klar. „Weil im Singen ein besonderes Hilfsmittel zur völkischen Willensbildung (nicht Meinungsbildung. Meinungen interessieren uns heute nicht mehr!) liegt, muß sich das Reich auch seine Pflege vorbehalten und angelegen sein lassen“ schrieb Bernhard von Peinen bereits 1933 in der Zeitschrift „Musik und Volk“1. Und eine ähnliche Tonart schlägt Hans Peter Gericke an, wenn er in seinem Aufsatz „Vom Volkstumerlebnis in Musik und Lied“2 unter anderem schreibt: „Darum unterliegt die Musik- und Liedpflege in erster Linie der Zielstellung, in den Singenden und Hörenden eine politische Einsatzbereitschaft für die Lebensaufgaben unseres Volkes zu wecken. Es wird daher überwiegend das politische Liedgut eingesetzt werden, das von diesen Aufgaben spricht. Man wird aus dem Liedgut früherer Zeiten nur das heraussuchen, worin sich Vergangenheit und Gegenwart unmittelbar in der gleichen politischen Linie und Ausrichtung berühren…“

Dies waren deutliche Worte. Bisher hatte jeder gesungen, was ihm gefiel und seiner Gemütslage entsprach. Nun wurde das Lied zum machtpolitischen Mittel, mißbraucht zur ideologischen Ausrichtung einer ganzen Generation. „Herausgesucht aus dem Liedgut früherer Zeiten“ wurde nur politisch genehmes, das von der NSDAP den Stempel der Unbedenklichkeit aufgedrückt erhielt.

Diese Auflage führte zu teilweise abstrusen Auswahlmodalitäten. Zum Beispiel wurde der Luther-Choral „Eine feste Burg ist unser Gott“ als „echtes Nazilied“3 betrachtet und entsprechend fleißig gesungen. Da man aber den zweiten Vers „Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren“ nach einem zeitgenössischen Ausspruch unmöglich singen konnte „als ob wir daran glaubten“4, wurde er in den Liederbüchern fortan einfach unterschlagen.

Ähnliches Schicksal erlitten zahlreiche andere Lieder, die sich entweder willkürliche Kürzungen, Wortveränderungen oder gar Neutextierungen gefallen lassen mußten, wenn sie nicht gleich – wie beispielsweise die Lorelei wegen des Heinetextes – ganz verboten wurden.

Dessen ungeachtet kann in den ersten Jahren des nationalsozialistischen Regimes durchaus von einer qualitätsbewußten Liedpflege gesprochen werden. Zuständig dafür war das Kulturamt der Reichsjugendführung, das direkt dem Reichsjugendführer Baldur von Schirach unterstand. Er holte sich in dem Obergebietsführer Cerff einen offenbar fähigen Kopf als Leiter des Referats „Musik“ in sein Amt, der seinerseits wiederum aus der Jugendmusikbewegung kommende und als Dozenten an der Hochschule für Musik in Berlin-Charlottenburg tätige Musikerzieher, Musikwissenschaftler und Komponisten der jungen Generation als Mitarbeiter gewinnen konnte5.

Wie in vielen anderen Bereichen übernahmen die neuen Machthaber auch in der Kulturarbeit bereits Vorhandenes und schliffen es passend zurecht. Die Singbewegung zu Beginn des Jahrhunderts hatte eine Fülle von alten Volksliedern wiederentdeckt, aus der man schöpfen konnte. Für engagierte Volksliedforscher wie für schwärmerische Gemüter, die aus dem Geiste des Volksliedes die Welt erneuern wollten, bot sich daher in der Musikarbeit für die Hitlerjugend ein ergiebiges Betätigungsfeld. Dies umso mehr, als Schirach nach der Gleichschaltung aller Jugendorganisationen in der HJ ab 1936 alles vereinnahmte, was Musikleben und Musikpflege in Deutschland bis dahin bestimmt hatte.

So unterschieden sich die neuen Liederbücher für die männliche und weibliche Hitlerjugend, für NS-Frauenschaft, Werkscharen und das häusliche Musizieren zunächst nur wenig von den früheren Sammlungen des Finkensteiner Bundes oder der Musikantengilde. Die alten Ständelieder, Lieder zum Tages- und (bäuerlichen) Jahreskreis, die Wander,- Fahrten- und Liebeslieder ließen sich in ihrer Mehrheit als „artgerecht“ definieren und fand so über das Gemeinschaftssingen große Verbreitung. Sie wurden gerne und oft gesungen und noch heute erzählen manche leuchtenden Auges von den „schönen Liedern“, die man damals bei der HJ oder im Arbeitsdienst gelernt habe.

Schwülstige Lyrik

Darüber hinaus wurde auch bald im Geiste der neuen Zeit gereimt und vertont und mancher junge Idealist fühlte sich zum NS-Liedermacher berufen. Vieles geriet im Überschwang der Gefühle zu schwülstig, so daß man sich von offizieller Seite zu mäßigenden Worten veranlaßt sah6, anderes klang hübsch im vertrauten Falala-Stil der Singbewegung oder erinnerte an die Lagerfeuerromantik der bündischen Jugend. Schlicht sollten die neuen Lieder sein, herb, so recht nach deutscher Art – was die Parteiideologen auch immer darunter verstanden, – geeignet, „den Glauben an Deutschland, den Willen zu völkischer Kraft und Zukunft in den Gemütern der Volksgenossen zu vertiefen.“7

Was den Musikschaffenden der damaligen Zeit beim Besingen von Jugend, Morgenfrühe, Kameradschaft und Fahnentreue noch leicht aus der Feder floß und auch landauf, landab gesungen wurde, begegnete äußerster Zurückhaltung, wenn es den festlichen Jahreskreis betraf. Man tat sich schwer mit der Auswahl genehmer Lieder und man tat sich schwer mit Neuschöpfungen. Hier stand der christliche Hintergrund der Kalenderfeste im Wege mit all ihren liebgewordenen Bräuchen und überlieferten Liedern, auf die man auch oben nicht ganz verzichten konnte. So blieb nur der Ausweg, sie in ihrer Bedeutung zu verändern und der neuen Weltanschauung anzupassen. Ganze Ämter waren dann auch damit befaßt, auf teilweise groteske Art den Nachweis für die ursprünglich germanische Herkunft christlicher Feste zu erbringen oder neue zu erfinden, ihren Vertrautheitsbezug aber zu belassen.8

Im Bemühen darum entstanden in den Köpfen eifriger Volkskundler Feiervorschläge für Frühlings-, Sonnwend- und Erntefeiern, für Totengedenktage und Feiertage der Bewegung, zu Hitlers Geburtstag und zum Tag der Machtergreifung. Sie lagen – abgesehen von nicht veränderbaren Gedenkterminen – verdächtig nahe an den christlichen Feiertagen Ostern, Pfingsten, Allerheiligen und Weihnachten und ähnelten in ihrem Ritual auch diesen Festen. Wie die Kirche manche Choräle bestimmten Festen zuordnet, „verordnete“ man nun den nationalsozialistischen Feiern ebenfalls ihre eigenen Lieder. Das gemeinsam gesungene Lied bildete ohnehin in der Feierdramaturgie der NS-Propagandazentrale einen deutlichen Schwerpunkt. Auf Reden konnte notfalls verzichtet werden, nicht aber auf das emotional viel stärker wirkende Gemeinschaftslied.9

Mögen manche Feiern der neuen Art mit ihrem Gemisch aus heidnischen Bräuchen, christlichen Relikten, Sprechchören, feierlicher Musik, Fahnen, Aufmarsch der Formationen und vom Himmel gottgleich herabschwebenden Führern beim Volk auch Eindruck gemacht haben – das Weihnachtsfest in der vertrauten Form ließen sich die Menschen nicht so leicht nehmen. Zu tief waren hier gefühlsmäßige Bindungen an tradierte Werte Maßstab und Prüfstein für Neues. Man ging deshalb auch sehr vorsichtig zu Werke, überließ die Feier am Heiligen Abend dem Familienkreis und setzte auf die Gemeinschaftsfeiern innerhalb der Parteiorganisationen. Hier wurden die „neuen Werte“ verkündigt und die alten verteufelt, hier war zu hören, daß das Feiern um die Wintersonnwende ein alter germanischer Brauch sei, den die christlichen Kirchen übernommen und umgedeutet hätten. Es gelte nun, die alten Bräuche von der Vermischung mit der „christlichen Legende“ zu reinigen und das Fest wieder artgerecht zu gestalten.10

„Artgerecht“ hieß nach Meinung der für die neue Feiergestaltung zuständigen Volkskundler ein Verschnitt aus nordischen Mythen, Grimmschen Märchen, Mutter/Kind-Kult, Nürnberger Lebkuchen und alpenländischen Volksbräuchen. Hier hatten die alten Choräle mit ihrer Zentrierung auf die Geburt des Jesuskindes keinen Platz mehr. „Wenn man nicht mehr an den kirchlichen Heiligen Geist glaubt, ist es schwer, ein noch so schönes Lied von ihm zu singen; wenn man Mutterschaft für das Höchste hält, ist es schwer, ohne Verletzung der inneren Wahrhaftigkeit von der Jungfräulichkeit Marias zu singen“ tönte es dazu in der von der Reichsjugendführung herausgegebenen Zeitschrift „Musik in Jugend und Volk“.11

Aber brauchbare und akzeptierte Lieder, die die neue Heilbotschaft verkündigten, entstanden erst nach und nach. So tolerierte man von offizieller Seite in den ersten Jahren nach der Machtübernahme auch bei Parteianlässen die überlieferten Weihnachtslieder, sang sie sogar neben dem Horst-Wessel-Lied und behalf sich mit kleinen, aber entscheidenden Textveränderungen, die kaum auffielen, aber vom ursprünglich christlichen Inhalt des Originals wegführten. Ein typisches Beispiel hierfür ist das Lied „Es ist ein Ros entsprungen“. Aus dem zweiten Vers „Das Röslein, das ich meine / davon Jesaja sagt / hat uns gebracht alleine / Marie, die reine Magd.“ wurde nun: „Das Röslein, das ich meine / davon meine Herze singt, / das ist in süßer Reine / mein allerliebstes Kind.“12

Der Argauer Sterndrehermarsch, eine Schilderung der Weihnachtsgeschichte, wurde durch eine völlige Neutextierung zum heute noch in dieser Fassung gebräuchlichen Winterwanderlied : „Es ist für uns eine Zeit angekommen, / die bringt uns eine große Freud. / Übers schneebeglänzte Feld / wandern wir / durch die weite weiße Welt.“

Umgedichtet wurde auch das bekannte Lied „Leise rieselt der Schnee“. Anstelle des Textes „Bald ist heilige Nacht, / Chor der Engel erwacht, / hört nur, wie lieblich es schallt, / freue Dich, Christkind kommt bald!“ hieß es in einer Neufassung in der 3. Strophe: „Sonne steiget empor / Kraft und Einheit drängt vor / Glauben an Deutschland erwacht, / bricht durch die dunkele Nacht.“13

Überliefertes Gut

Trotz aller Bemühungen, die Neufassungen populär zu machen, gelang dies – mit Ausnahme des genannten Sterndrehermarsches – kaum. Man mußte daher bald zugeben, daß „die Aufgabe einer Umdichtung oder Neudichtung (…) schwieriger (ist), als gemeinhin angenommen wird.“ Nach eigenem Bekunden der Reichsjugendführung gab es kaum ein gelungenes Beispiel dafür.14

Was wurde nun gesungen? Im Liederbuch des Bundes deutscher Mädel, „Wir Mädel singen“ 15 von 1937, das die Kernlieder der weiblichen HJ enthält, finden sich im Kapitel „Jahreslauf“ neun dem eigentlichen Weihnachtsfest zugeordnete Lieder.

Davon gehören sieben zur Gattung der Wiegenlieder. Auch in späteren Ausgaben ist diese Aufteilung beibehalten. Es handelt sich ausschließlich um überliefertes Liedgut aus verschiedenen deutschen Landschaften, um Lieder, die seit langer Zeit von Müttern an der Wiege ihres Kindes gesungen wurden. Sie waren unverfänglich, knüpften an die Eia-Tradition der Krippenlieder an und entsprachen doch der parteiamtlichen Forderung, nur Lieder zu singen, „die in Wort und Melodie unserem weltanschaulichen Wollen völlig entsprechen“16. Dieses Wollen zielte nun auf eine Umdeutung des Festes der Geburt Jesu Christi in ein allgemeines Fest der Mütter ab, das aus der Gottesmutter Maria eine Mutter unter vielen und aus dem Jesuskind ein beliebiges neugeborenes Kind machte. Folglich hieß es dann auch in einem Weihnachtslied von Hans Baumann: „Wandern wir in dieser Nacht zu jedem Kind, / ja, weil in ihrer kleinen Hand / die Stern geborgen sind“.17

Kinder spielten in der Ideologie des Dritten Reiches eine große Rolle. Sie galten als Gleichnis für das erneuerte Leben, die wiedergeborene Sonne und das junge Jahr. Mit diesen Bildern präsentierte sich die Parteiführung gerne als Garant einer glücklichen Zukunft. Kinder als „Träger des künftigen Reiches“ setzten gebärfreudige Mütter voraus, die ihren Platz an der Wiege, inmitten einer fröhlichen Kinderschar, an der Seite eines kämpferischen Mannes sahen. Auf dieses Ideal hin wurden die Mädchen erzogen und ganz im Sinne der Parteiideologie sangen sie hingebungsvoll „Wenn eine Mutter ihr Kindlein tut wiegen“ und „Kindlein mein, schlaf doch ein“.18

Sie sangen aber auch: „Die Weihnacht steigt ins Tal im klaren Wind, / die Mutter beuget sich zu ihrem Kind. / Der Vater steht im Feld und hält die Wacht / viel Sterne schauen durch die große Nacht“.19

Am Klischee Mutter-Kind kam keiner der Liederdichter aus der Kriegsgeneration vorbei. Auch nicht der bereits 1941 gefallene Helmut Bräutigam, der in der dritten Strophe seines Weihnachtsliedes „Es singt wohl ein Vöglein die ganze Nacht“ in altertümelnder Sprache dichtet: „Es wiegt eine Mutter ihr Kind bei der Nacht, / die liebe, die heilge, die Weihenacht / und Erd und Himmel aufklingen“.20

Schon gar nicht fehlen darf das Lob der Mütter bei Hans Baumann, dem Hans-Dampf in allen NS-Liederbüchern, pathetisch-verschwommen heißt es in seinem bekannten Hymnus „Hohe Nacht der klaren Sterne“: „Mütter Euch sind alle Feuer / alle Sterne aufgestellt, / Mütter, tief in euren Herzen / schlägt das Herz der weiten Welt“.21

Daß die Erziehungsmaßnahmen der Reichspropagandaleitung ihre Wirkung nicht verfehlten, zeigt der Bericht eines Jungmädels aus dem Jahr 1938 über ein Weihnachtssingen im Eppendorfer Krankenhaus:

„In allen Räumen, in denen die jungen Mütter lagen, brannten die Tannenbäume und die Tische waren hier und dort mit Blumen und kleinen Gaben geschmückt.

Wir stellten uns in einem Raum auf, von dem aus wir am besten zu hören waren und sangen und erzählten vom Fest der Mütter und der Familie, vom Fest des Lichtes und der Freude, und manche Mutter mag wohl stolz gespürt haben, daß auch sie und ihr Neugeborenes, dem sie zur Weihnacht das Leben geschenkt hatte, hier besungen wurde. (…) Bevor wir das Haus verließen, stellten wir uns noch einmal auf dem Flur auf und sangen das Lied, das wohl wie kein anderes hierher paßte: Hohe Nacht der klaren Sterne.“22

In freudiger Erwartung

Neben diesen Wiegenliedern waren bei den jungen Mädchen besonders die sogenannten „Lieder der Vorfreude“ beliebt, die in gefälligem melodischen Gewand daherkamen und weihnachtliche Stimmung und freudige Erwartungsgefühle erzeugten. Man sang „Bald nun ist Weihnachtszeit, fröhliche Zeit“ und „Nun knetet den Teig zum Kuchen fein“ von Karola Wilke und Hans Helmut; „So singen wir den Winter an“ von Cesar Bresgen, „Tal und Hügel sind verschneit“ von Herbert Napiersky und viele andere, die in Sammlungen wie „Das Kindelwiegen“ von Georg Blumensaat und „Lieder zur Weihnachtszeit“ von Ilse Lang23 verbreitet wurden. Über den Rundfunk, über Offenes Singen in Werkshallen und über die Heimabende der HJ kamen diese Lieder in die Familien. Sie fanden dort ihren Platz neben den überlieferten Weihnachtsliedern, konnten diese aber – wie Umfragen bestätigen – nicht verdrängen. Die ältere Generation hing mit zäher Liebe am Althergebrachten. Wer aber „fortschrittlich“ war, und das hieß vor allem jung, der sang draußen bei der HJ-Waldweihnacht, beim Arbeitsdienst, bei Veranstaltungen fürs Winterhilfswerk und natürlich in den Musikstunden der Schule die neuen Lieder. In den Kindergärten, die nicht mehr konfessionell waren und von „Tanten“ statt von „Schwestern“ geleitet wurden, verschwand „Du lieber heilger frommen Christ“ aus dem Liedschatz. Dafür tummelten sich Sonnwendmann, Knecht Ruprecht, Frau Holle, Wichtelmännchen und Schneewittchenzwerge auf der weihnachtlichen Szenerie. Statt der vom Christkind gebrachten Geschenke gab es nun Julklapp, der Adventskranz wurde zum Lichterkranz mit vier Kerzen für die Jahreszeiten umgedeutet, und hinter dem Weihnachtsmann schaute der germanische Gott Wotan hervor, der mit seinem Schimmel vor dem Tor stand und nachfragte, ob‘s gute Kind oder böse Kind gäbe. „Artige Kinder“ waren auch in den neuen Liedern gefragt, und so zeigte sich im modernen Kleid doch wieder der alte pädagogische Zeigefinger der verachteten Kinderlieder aus dem 19. Jahrhundert.

Die „Deutsche Weihnacht“, wie sie von der „Mittelstelle für Fest- und Feiergestaltung“ im Amt des NS-Chefideologen Rosenberg ausgedacht und propagiert wurde, unterschied sich oberflächlich betrachtet im Ablauf nur wenig von der bürgerlichen Familienweihnacht. Hier wie dort standen Anzünden der Lichter am Tannenbaum, Vorlesegeschichte, gemeinsames Liedersingen, Gedichte, Verteilen der Geschenke und festliches Mahl als Ritual fest. Es schien sogar, als sei die „Deutsche Weihnacht“, allen sentimentalen Beiwerks entkleidet, die gemäßere, echtere. Die zur Schau getragene Toleranz der Partei gegenüber noch vorhandenen christlichen Inhalten erleichterte es auch religiös geprägten Menschen, sich mit der neuen Festdeutung, wenn schon nicht zu identifizieren, so doch zu arrangieren. Spätestens aber mit Kriegsbeginn wurde die Profanierung und Umdeutung des Weihnachtsfestes von parteiamtlicher Seite planmäßig betrieben. Alle christlichen Anklänge hatten zu verschwinden; waren sie nicht auszumerzen, sollte eine neuen Sinngebung jeden Gedanken an die suspekte Friedensbotschaft des Heiligen Abends vertreiben. Das metapherfreudige Lied wurde wieder einmal als besonders geeignet für die weltanschauliche Umschulung erkannt und planmäßig eingesetzt. Darin häufig vorkommende vertraute Symbole wie Stern, Sonne, Licht, neu erwachendes Leben, Errettung aus dem Dunkel, grünendes Reis, wurden nun Synonyme für die „Heilsbotschaft“ des Dritten Reiches. Den romantischen jungen Liedersängern und Verseschmiedern fehlte es daher nicht an bekanntem Material für ihre „weltanschaulich einwandfreien“ Erzeugnisse. Bei Hans Baumann waren es in erster Linie die Sterne, die meistens „sprangen“, über dunkle deutsche Wälder hinweg, oder Brücken von Mensch zu Mensch bildeten, auch von der Front in die Heimat. Der Christbaum, nun Tannen- oder Lichterbaum, wenn nicht gar Julbaum genannt, wurde zum Sinnbild des Lebensbaumes und der Sippe: „Stell auf den Baum, steck an das Licht / nach heilgem Brauch der Ahnen / und laß zu solchem Werke nicht / mein Volk, dich lange mahnen.“24

An seinem Fuß sollte statt der Krippe ein Märchengarten aufgebaut werden mit vielen Märchenfiguren, besonders aber mit Frau Holle als weihnachtlicher Brauchtumsgestalt, die die Züge der Göttin Freya trägt. Das entsprechende Grimmsche Märchen wurde dazu als Vorlesegeschichte statt des Weihnachtsevangeliums empfohlen.25 Die anbetenden Hirten waren zur Volkstumgruppe verkommen, die „zur Wintersonnwende blasend durch die Fluren zog“ und „den Beschluss des Weidegangs auf diese Weise feierte“.26 Folgerichtig lautete nun der Text des Krippenliedes „Ihr Kinderlein kommet“ in der Fassung für SS-Familien:27

1. „Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch her / vernehmet zur Weihnacht die uralte Mär / und seht, welch ein Baum trotz der eiskalten Zeit / geschmückt ist mit grünem, lebendigen Kleid.

2. Die Lichterlein blitzen und blinken soviel / und leuchten zu Jubel und kindlichem Spiel / und jedes hat seinen hellflimmernden Schein / und ladet zu Heimkehr und Andacht uns ein.

3. Das deutet auf uralte Zeiten zurück / und lenkt auf die Sitte der Ahnen den Blick / und lehrt, daß dies Erbe bis heutigem Tag / und weiter in Zukunft bewahrt bleiben mag.“

In ihrem krampfhaften Bestreben, Weihnachten in ein germanisches oder – gleichbedeutend damit – ein nationalsozialistisches Fest umzudeuten, griffen die Feiergestalter des Dritten Reiches auch auf Bräuche der Jugendbewegung zurück. Von dort wurde das besonders von der bündischen Jugend gepflegte Sonnwendfeuer übernommen, das zu Sommer- und Winterbeginn auf den Hügeln entfacht wurde und hohen Symbolwert besaß. Als irdischer Repräsentant der Sonne verkörperte das Feuer den Gedanken der Lebenserneuerung, und damit des Leitbildes der nationalsozialistischen Weltanschauung.

Man stand „als Ring gelobender Herzen“ um das lodernde Feuer, entzündete Fackeln daran, rollte Sonnenräder als Symbol der wiederkehrenden Sonne zu Tal, rezitierte feierliche Gedichte und sang die passenden Lieder, für die sich auch wieder genügend jubilierende Schreiber fanden. Heinrich Spitta zumal, geübt im Verfassen von hymnischen Weisen, machte mit seiner Vertonung von Goethes Feuerspruch „Die Flamme lod’re durch den Rauch“ dem überlieferten starke Konkurrenz. Jungmädel und Arbeitsdienstmaiden sangen lieber ein Lied von Walter Kurka, der zu einer alten Weise aus der Gottschee neue Worte fand.

Sonnwende kontra Weihnacht

Hinter dem eindrücklich gestalteten Ritual der „Mittwinterfeiern“ steckte Methode. Sie fanden meist am 21. Dezember, also wenige Tage vor dem Heiligen Abend im Kreise Gleichaltriger statt, waren nur den Formationen der Hitlerjugend und der SS vorbehalten und boten eine Fülle von Erlebnisinhalten, gegen die, in den Augen der Jugendlichen, die häusliche Feier im Familienkreis kaum ankommen konnte. Man brauchte daher nur die Zeit für sich arbeiten lassen, bis in der nächsten Generation „die gefestigte weltanschauliche Auffassung“ im Sinne des Nationalsozialismus gesiegt und das christlich geprägte traditionelle Weihnachtsfest verdrängt haben würde. Zur Verstärkung dieses Gedankens gab es auch Versuche, die Sonnwendfeiern noch mehr zu institutionalisieren, obwohl während des Krieges die Verdunkelungsvorschriften ein offenes Feuer im Freien unmöglich machten.

Bezeichnend für solche Bestrebungen ist ein Gestaltungsvorschlag von Carl Schütte für „Schulfeiern im Geiste der neuen Zeit“.28 Der Empfehlung für die Abfolge einer Sonnwendfeier (Chor, Ansprache, Gedicht, gemeinsames Lied) setzt er folgende Bemerkungen voran: „In der Klassengemeinschaft sollte zur Bereicherung der Volkstumkunde und des völkischen Brauchtums in den letzten Wochen des „Julmondes“ eine Deutsch- oder Musikstunde den germanischen Bräuchen der Wintersonnenwende gewidmet werden, dessen tiefer und heiliger Glaube auf das Weihnachtsfest überging und es mit dem ganzen deutschen Gemüt erfasste und erfüllte.“

Für die Ansprache wurden als Themen zur Auswahl angegeben: „Wintersonnenwende in Glauben, Sitte und Brauch“ und „Wintersonnenwende und Julfest“.

Bestandteil dieser Sonnwendfeiern war in der Regel auch der pathetische Hymnus von Baldur von Schirach, der von Georg Blumensaat passend in Töne gebracht und von zahlreichen Schulchören gläubig gesungen wurde.

Da die Familienfeier am Heiligen Abend bisher von parteilicher Einflußnahme verschont geblieben war, gab es Pläne, eine Verbindung zwischen der Sonnwendfeier und dem häuslichen Fest durch einen sehr geschickt ausgedachten neuen Brauch herzustellen: die „Heimholung des Feuers“. Vom Sonnwendfeuer wurden mittels Fackeln Lichter an einem zentralen Tannenbaum auf dem Dorf- oder Marktplatz entzündet, von dem die Kinder aller Familien am Heiligen Abend bei Einbruch der Dunkelheit das Licht für ihren Baum zuhause holen durften. Die Heimholung des Feuers wurde wiederum von Liedern umrahmt, die zum Teil im offenen Singen vorher mit der Bevölkerung eingeübt worden waren. Daß mit der „Heimholung des Feuers“29 auch einige der neu gelernten Lieder mit nach Hause genommen wurden, darf wohl vorausgesetzt werden. Neben „Hohe Nacht der klaren Sterne“ und einigen Sonnwend- und Feuersprüchen in Kanonform gehörte dazu in allen Parteiorganen immer wieder empfohlene „O Tannenbaum, du trägst ein grünen Zweig“, an dessen Stelle aber in der Praxis zumeist das vertrautere „O Tannenbaum, wie grün (treu) sind deine Blätter“ trat. Eine Reihe von Liedkantaten für diesen Anlaß gab auch Chören und Spielscharen die Möglichkeit, sich am allgemeinen Feuerzauber zu beteiligen und nur der fortschreitende Krieg hinderte die Menschen vermutlich daran, das winterliche Sonnwendfeuer mit seinen Begleitformen schließlich als vollgültigen Ersatz für das kirchliche Weihnachtsfest anzunehmen.

Götzendienste

Die mit den Jahren immer mehr zunehmende Vergötzung der Person Hitlers schlug sich auch in den Liedern nieder, die vorwiegend in der letzten Zeit des Dritten Reiches entstanden. Nicht zuletzt auch in den Weihnachtsliedern, in denen Hitler als neuer Messias und Weltenerlöser gefeiert wurde. Sie waren überaus pathetisch und meist so abgeschmackt, daß sie höchstens in parodierter Form unters Volk kamen. Das von der SS als besonders beliebt eingestufte Lied „Lichtbaumweihe“ profitierte wahrscheinlich von seiner choralartigen Melodik; der Text ist so unsäglich, daß ihn nur völlig Verblendete ernstnehmen konnten.

Die Kriegsjahre brachten dann ohnehin eine Wende. In den Schrecken der Bombennächte suchten die Menschen nach Trost und Halt, und manche fanden ihn in den alten Marienliedern und Paul-Gerhardt-Chorälen. Es entstanden neue Lieder, die dieser Suche Ausdruck verliehen, wie Jochen Kleppers „Die Nacht ist vorgedrungen“ und „Wir harren Christ in dunkler Zeit“ von Rudolf Alexander Schröder.30 Das schon 1930 erschienene und viel benutzte Quempasheft31 trat ganz offen in Konkurrenz zu den offiziell empfohlenen Weihnachtsliedern. Seine schönen alten Choräle und Krippenlieder wurden vom Verlag politisch geschickt als „hochwertige Auslese deutscher Weihnachtslieder für die Erneuerung unseres Weihnachtssingens aus dem reichen Erbe deutscher Art“ angekündigt und in Vorschläge für „Unser Weihnachtssingen“ aufgenommen. Im Kriegsjahr 1940 empfahl Willibald Gurlitt in der „Zeitschrift für Musik“32 folgende Quempaslieder für weihnachtliche Musizierstunden: Gelobet seist du, Jesu Christ – Christum wir sollen loben schon – Ein Kindelein so löbelich – In dulci jubilo – Vom Himmel hoch – Fröhlich soll mein Herze springen.

In Fortsetzung des Quempasheftes war 1937 das „Hirtenbüchel auf die Weihnacht“ von Fritz Dietrich erschienen33, eine Sammlung zumeist überlieferter weihnachtlicher Hirten- und Krippenlieder aus verschiedenen deutschsprachigen Landschaften. Dietrich hat hier wohl eine Nische gefunden, denn unter dem Mantel des brauchtümlichen Volksliedes ließ sich echte bäuerliche Frömmigkeit auch unter dem NS-Regime weitergeben und weiterpflegen. Lieder wie „Still still still“, „O Freude über Freude“ oder „Als ich bei meinen Schafen wacht“ gehörten auch zum Liedgut der Jahre zwischen 1933 und 1945. Sie fanden großen Anklang und bildeten eine Brücke zwischen den profanisierten überkommenen Weihnachtsliedern, die aus ästhetischen Gründen nicht jeder singen mochte, und den Gesangbuch-Chorälen. Mit ihnen konnte sich auch der identifizieren, der der religiösen Bedeutung des Weihnachtsfestes ferner stand, aber aus Überzeugung die „von oben“ verordneten Lieder ablehnte.

Es ist fraglich, ob man in den Schaltzentren des NS-Regimes bemerkt hat, daß auf dem Wege der „Pflege deutschen Erbes“ altes Glaubensgut wiedererweckt und einer aufnahmebereiten Kriegsgeneration zugeführt wurde. Man wollte es vielleicht auch nicht bemerken und war froh, wenn die Bevölkerung ihre dunkle Kriegsweihnacht mit tröstlichen Gedanken erhellen konnte, einerlei, aus welcher Quelle diese stammten.

Ganz sicher aber wurden in den Schützengräben und Bunkern an der Front nicht die „Lieder der Bewegung“ gesungen, sondern die vertrauten Melodien von „Stille Nacht“, „O du fröhliche“ und vielleicht noch „Leise rieselt der Schnee“.34 Ihr Ziel, mit Hilfe neuen Liedgutes den Sinn des Weihnachtsfestes nach ihrem Weltbild zu formen, haben die braunen Machthaber nicht erreicht. Dazu waren wohl auch die zwölf Jahre des „tausendjährigen Reiches“ zu kurz. Einige der damals aus Überzeugung oder aus Notwendigkeit geschaffenen Lieder aber sind geblieben und stehen noch (oder wieder) in Schulliederbüchern und Liedsammlungen35. Sie und ihre Verfasser sind entnazifiziert, die Lieder als harmlos und gutgemeint, gar als „pädagogisch wertvoll“ eingestuft. Dennoch soll der politische Hintergrund ihrer Entstehungsgeschichte nicht vergessen werden. Als Warnung, wie rasch Lieder und ihre Sänger in den Strudel politischer Interessen geraten und zu Werkzeugen in der Hand skrupelloser Machthaber werden können.

Anmerkungen

1 Bernhard von Peinen, Neue Liederbücher in: Musik und Volk, Heft 2, Bärenreiter Kassel (1933), S. 63;

2 Hans Peter Gericke, Vom Volkstumerlebnis in Musik und Lied, Voggenreiter Potsdam (1940), S. 72;

3 Gerda Bormann in einem Brief an ihren Mann Martin. Zitiert nach: Joachim C. Fest, Das Gesicht des Dritten Reiches – Profile einer totalitären Herrschaft, Piper & Co. München (1993), S. 366

4 Guido Waldmann, Singen und Bekennen. Zur Frage der Neudichtung von Liedtexten in: Musik in Jugend und Volk, 1. Jahrgang Kallmeyer Wolfenbüttel und Berlin (1938), S. 185

5 u.a. waren Hauptreferenten Prof. Bieder, Heinz Ohlendorf, Werner Pleister, Walter Rein, Heinrich Spitta, Wolfgang Stumme, Guido Waldmann. Die Angaben beziehen sich auf das Jahr 1936 und sind entnommen aus: Die Spielschar, Heft 2, Amtl. Zeitschrift für Feier- und Freizeitgestaltung, Hg. Kulturamt der Reichsjugendführung, Arwed Strauch Leipzig (1936)

6 Dies besonders in der Zeitschrift Musik in Jugend und Volk. Aber auch von Hitler selbst sind Bemerkungen in der Literatur zu finden, mit denen er sich von allzu pathetischen Gedichten distanzierte.

7 Rudolf Hennesthal, Vorwort zu Deutschland unterm Hakenkreuz, Piersche Hofbuch-Druckerei, Altenburg/Thür. (1933);

8 Mit der Entwicklung eines neuen, „arteigenen“ Brauchtums befaßte sich in erster Linie das Amt des „Beauftragten des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP“, kurz das „Amt Rosenberg“ genannt. Hier waren vor allem die Feiergestalter Matthes Ziegler, Hans Strobel und Thilo Scheller für die Schaffung und Verbreitung neuer Bräuche zuständig. Entnommen aus: Esther Gajek „Feiergestaltung – Zur Entwicklung eines aus nationalsozial. Weltanschauung geborenen, neuen arteigenen Brauchtums“ am „Amt Rosenberg“. Manuskript freundlicherweise von der Autorin zur Verfügung gestellt (1995). Noch unveröffentlicht. Angaben zum Amt Rosenberg a.a.O.

9 Hierzu eine Verlautbarung des Leiters der Parteikanzlei, Martin Bormann: „Wir wollen einen Schatz gemeinsamer Lieder in uns tragen, die wir in den Feierstunden der Nation und an den Gedenktagen des gemeinsamen Schicksals, wenn wir als Mannschaft des Führers antreten, als ein Bekennen zu ihm anstimmen wollen“. In: Kulturpolitisches Mitteilungsblatt der NSDAP, Hg. Hauptkulturamt, Januar 1943

10 u.a. in: Wilhelm Beilstein, Lichtfeier, 6. Auflage, Deutscher Volksverlag München (1940) und Reichsführer SS (Hg.) Weihnachten im Kriege. Sonderdruck für die Gestaltung von Julfeieren und weihnachtlichen Abenden in der SS. SS Hauptamt, verschiedene Jahrgänge, vgl. auch Kurt Lemerdin, Weihnachtslieder unserer Zeit in: Musik in Jugend und Volk, 4. Jahrgang, Kallmeyer Wolfenbüttel und Berlin (1941), S. 270

11 Richard Eichenauer, Müssen Neutextierungen stillos sein? in: Musik in Jugend und Volk, 1. Jahrg., Kallmeyer Wolfenbüttel und Berlin, (1938), S. 584. Eichenauer bezieht sich hier auf die Choräle: „Nun bitten wir den Heiligen Geist“ und „Gelobet seist du, Jesu Christ“.

12 Unterlagen zur Feiergestaltung in der SS bei: Institut für Zeitgeschichte, München, ED 302/2 freundliche Mitteilung von Doris Foitzik, Hamburg.

13 Reichswaltung des NS-Lehrerbundes/Hauptabteilung Schulung (Hg.) Lichtfeier, Sinn, Geschichte, Brauch und Feier der Deutschen Weihnacht in: Sonderheft der Fest- und Freizeitgestaltung im NSLB zur Schulung der deutschen Erzieher. München (1938), S. 24 ff. Zitiert nach Doris Foitzik, Hohe Nacht der klaren Sterne – Weihnachtslieder der Nazizeit, in: Musik von unten, Nr. 3 Hamburg (1988), S. 11.

14 Kurt Lemerdin, Weihnachtslieder unserer Zeit, siehe Anmerkung 10

15 Kulturamt der Reichsjugendführung (Hg.) „Wir Mädel singen“ Liederbuch des Bundes Deutscher Mädel, Kallmeyer Wolfenbüttel und Berlin (1937)

16 Martin Bormann in: Kulturpolitisches Mitteilungsblatt, Siehe Anmerkung 9

17 Hans Baumann, Wandert alle Welt zu einem guten Stern, Vers 3 in: Ernst-Moritz Henning, Weihnacht macht die Türen weit, Voggenreiter Potsdam (1941)

18 Gottfried Wolters in: Die neue Gemeinschaft: Das Parteiarchiv für nationalsozialistische Feier- und Freizietgestaltung, Liederblatt (1943, S. 8 u.a.O)

19 Hans Baumann: Die Weihnacht steigt ins Tal, Verse 1 und 2 in: Weihnacht macht die Türen weit, vgl. Anm. 16

20 Da Helmut Bräutigam laut einem Nachruf in „Musik in Jugend und Volk“ bereits im Januar 1941 für „Führer, Volk und Vaterland“ gefallen ist, muß sein Lied vor diesem Zeitpunkt entstanden sein.

21 Hans Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne, Vers 3 in “Weihnacht macht die Türen weit“, vgl. Anmerkung 17 u.a.a.O.

22 Käthe Wehrmann in: Musik in Jugend und Volk, vgl. Anmerkung 10, 2. Jahrgang (1939), S.85

23 Georg Blumensaat, Das Kindelwiegen, Voggenreiter Potsdam, ohne Jahrg.; Ilse Lang, Lieder zur Weihnachtszeit, Kallmeyer Wolfenbüttel und Berlin, ohne Jahrg.

24 Josef Bauer/Horst Wolfram Schmidt, Stell auf den Baum, Vers 1 in: „Liebliche Weihnacht, Wunder des Leuchtens“, Tonger Köln o. J. u.a.a.O.

25 U.a. in den Sonderheften zur Weihnacht in den SS-Familien, die nur für den Gebrauch innerhalb der SS bestimmt und nicht im Handel erhältlich waren.

26 Gotthold Frotscher, Hirtenmusik in: Musik in Jugend und Volk, 2. Jahrgang, Kallmeyer Wolfenbüttel und Berlin (1939), S. 449 ff.

27 vgl. Anmerkung 12. Ebenfalls freundlicherweise mitgeteilt von Doris Foitzik Hamburg.

28 Hg. Karl Schuette, Kap. 22 Wintersonnenwende, S. 127;.

29 Thilo Scheller, Die Heimholung des Feuers in: Deutsche Volkskunde I (1939), S. 293-297, vgl. auch Anmerkung 8.

30 Karl Vötterle (Hg.), Neue Weihnachtslieder, Bärenreiter und Kassel (1939), S. 5 und 8.

31 Wilhelm Thomas und Konrad Ameln (Hg.), Das Quempasheft, Bärenreiter Kassel und Basel (1930).

32 Willibald Gurlitt, Unser Weihnachssingen in: Zeitschrift für Musik, 107. Jahrgang, Gustav Bosse Regensburg (1949), Heft 12.

33 Fritz Dietrich (Hr.), Hirtenbüchel auf die Weihnacht, Bärenreiter Kassel und Basel (1937).

34 Dies ergaben Nachfragen bei Betroffenen. Auch in der Literatur wird diese Annahme bestätigt.

35 Beispiele: Fritz Jöde, Der Musikant, 6. Auflage Möseler Wolfenbüttel (1951), S. 94 u. 95. Egon Karus und Felix Oberborbeck (Herausgeber), Musik in der Schule, Band 4, 11. Auflage Möseler Wolfenbüttel (1951), S. 52 und 53.

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