Von Sumpfwasserschlangen und Skorpionen

Musikschulen auf Sternenreise in Bayern 4 Klassik


(nmz) -

Der 9. Oktober steht auf Bayern 4 Klassik ganz im Zeichen der Kinder. Unter dem Titel „Ein Radiotag für Kinder“ strahlt der Klassiksender gemeinsam mit bayerischen Musikschulen die musikalische Erzählung „Tims wundersame Sternenreise“ von Rudolf Herfurtner aus. Schüler aus dem Umkreis der mitwirkenden Musikschulen lesen zu jeder vollen Stunde eine Geschichte, in der ein Sternbild in Text und Musik vorgestellt wird. Helga Pogatschar komponierte im Auftrag des Bayerischen Rundfunks die Musik zu den einzelnen Sternmotiven. Ensembles bayerischer Musikschulen haben die Kompositionen eingespielt.


Das aufwändige Projekt gemeinsam mit Bayern 4 Klassik zu realisieren, ist eine große Chance für die bayerischen Musikschulen, sich in ihrem Facettenreichtum und in ihren vielfältigen Leistungsmöglichkeiten darzustellen“, freut sich VBSM-Vorstandsmitglied Angelika Lutz-Fischer. Sie leitet das Projekt für den VBSM und wählte in Absprache mit dem Vorstand die mitwirkenden Musikschulen aus. „Es ist bemerkenswert, in welch kurzem Zeitraum die für das Projekt zusammengestellten Ensembles fähig sind, zeitgenössische Musik auf sendefähigem, hohem Spielniveau zu erarbeiten“, so Lutz-Fischer. Die Komponistin habe aus den Sterngeschichten eine Programmmusik geschaffen, die den jeweiligen Gefühlston der Texte in ihre eigene Sprache übersetzt. Die Projektleiterin ist begeistert: „Aus den einzelnen archaischen Charakteren ist eine bezaubernde, nuancenreiche und ausdrucksstarke Klangsprache entstanden.“

Da die Zeitvorgabe für das Gemeinschaftsprojekt von Bayern 4 Klassik und VBSM außerordentlich knapp bemessen war, entschied sich der VBSM für die direkte Auswahl der Musikschulen paritätisch aus allen sieben Regierungsbezirken. Viele Abläufe wie Kompositionsarbeit und Auswahl der Ensembles liefen parallel und in enger Abstimmung der Projektverantwortlichen. Die Suche der beteiligten Musikschulen orientierte sich ausschließlich an der jeweiligen Instrumentalbesetzung der zwölf Musikstücke und dem instrumentalen Schwerpunkt der Musikschulen. Nicht jede Musikschule verfüge, so Lutz-Fischer, über eine Celesta, einen Dudelsack oder über drei exzellente Percussiongruppen. So kam zum Beispiel für die Einspielung des Sternzeichens „Krebs“ nur die Kreismusikschule Tirschenreuth in Frage, da sie Dudelsackschüler unterrichtet. Elf weitere Musikschulen wurden gefunden: Für die Städtische Musikschule Dingolfing heißt es „volle Kraft voraus“, wenn ihre Interpretation des „Widders“ zu hören sein wird. Den „Stier“ an den Hörnern gepackt hat die Städtische Musikschule Aschaffenburg. Die Sing- und Musikschule Fürth e.V. hat die „Zwillinge“ eingespielt, und majestätisch wird es mit der Landkreismusikschule Cham, die das Sternzeichen „Löwe“ musikalisch umsetzte. Die Städtische Musikschule Weilheim kümmerte sich um die „Jungfrau“ und die Musikschule Schweinfurt warf ihr musikalisches Können in die Schale der „Waage“. Ein Volltreffer für die Musikschule im Landkreis Passau ist der „Schütze“, die „Fische“ tummeln sich in der Städtischen Sing- und Musikschule München, und über Stock und Stein geht es in der Albert-Greiner-Sing- und Musikschule der Stadt Augsburg mit ihrem „Steinbock“. Das Sternzeichen des „Wassermann“ schließlich hat die Städtische Musikschule Bamberg eingespielt.

Für einen Großteil der Mitwirkenden ist die Vertonung des Kinderbuches eine ganz besondere Erfahrung: Sie spielen zeitgenössische Musik, sie wirken an einer Uraufführung mit, und sie werden vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet. „Die Musik klingt sehr abwechslungsreich, sie passt gut zum Sternbild“ – viele Musikschüler sind voll des Lobes.

„Besonders freut es mich, dass Ensembles auch nach dieser Projektarbeit gemeinsam musizieren wollen“, berichtet Lutz-Fischer. So wird die „Skorpion“-Gruppe der Musikschule der Hofer Symphoniker zusammen bleiben und beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ in der Kategorie „Neue Musik“ mitwirken. Andere Ensembles werden Lese-Veranstaltungen zu „Tims wundersame Sternenreise“ des Hanser-Verlags mit der Darbietung ihres Sternzeichens musikalisch umrahmen.

Sendetermin: 9. Oktober 2004, Ein Radiotag für Kinder, Bayern 4 Klassik, 8 Uhr bis 20 Uhr.

Zur Geschichte der Sternenreise
Die Erzählung handelt vom kleinen Tim, einem verträumten Guck-in-die-Luft, der anstatt brav zu schlafen, auf dem Scheunendach sitzt und nächtelang in die Sterne schaut. Eines Tages rast der große Wagen vom Himmel und Tim macht die Bekanntschaft von Mizar, dem Esel vor dem Wagen. Tim freut sich sehr, endlich jemanden zu treffen, dem er all seine vielen Sternenfragen stellen kann. Nach einigem Drängeln erzählt Mizar Tim lauter spannende und abenteuerliche Geschichten. Davon, wie die Sternenbilder an den Himmel gekommen sind und warum. Von den Zwillingen Helle und Phrixos zum Beispiel und ihrer Trennung durch die böse Stiefmutter. Von Hydra, der schrecklichen Sumpfwasserschlange, und dem tapferen Krebs, der gegen sie antritt. Oder von Orion, dem mutigsten Jäger, der erst den listigen Skorpion besiegen muss, bevor er die schöne Merope zur Frau bekommt. Und viele weitere Geschichten rund um die Mythologie der Sternzeichen.

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