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Alle Artikel kategorisiert unter »Albrecht Dümling«

Verfolgung und Wiederentdeckung

27.09.15 (Albrecht Dümling) -
Der Förderverein musica reanimata, der sich für die Wiederentdeckung NS-verfolgter Komponistinnen und Komponisten und deren Werke einsetzt, feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk Köln und dem Konzerthaus Berlin fanden seit 1992 mehr als 100 Gesprächskonzerte, teilweise mit den Komponisten selbst, statt. Außerdem ist der Verein Herausgeber der Buchreihe „Verdrängte Musik“ und der Zeitschrift „mr-Mitteilungen“. Anlässlich des Jubiläums unterhielt sich Carolin Gstädtner mit dem 1. Vorsitzenden von musica reanimata, Albrecht Dümling, über Arbeit und Ziele des Vereins.

Wiener Weltschmerz, dänische Lebensfreude

27.09.15 (Albrecht Dümling) -
Arnold Schönberg und Carl Nielsen sind Zeitgenossen, der eine geboren 1874 in einem jüdisch geprägten Teil Wiens, der Leopoldstadt, der andere 1865 in einer dänischen Landgemeinde auf Fünen. Beide kamen aus einfachen Verhältnissen. Schönberg entschied sich nach Krisen und Skandalen für den Weg der Einsamkeit. Dagegen wurde Nielsen der dänische Nationalkomponist, vergleichbar mit Sibelius in Finnland oder Smetana in Tschechien.

Konzerte mit Symbolcharakter

09.09.15 (Albrecht Dümling) -
Zu den wichtigsten Aufgaben des im Jahre 2000 gegründeten Festivals Young Euro Classic gehört es, den Dialog der Kulturen zu fördern. Angesichts der Situation in der Ukraine bildete in diesem Jahr Osteuropa einen Schwerpunkt. Als die ukrainische Regierung nicht mehr die Reisekosten für das Symphonieorchester der Tschaikowsky-Musikakademie Kiew übernehmen wollte, startete die Festivalleitung spontan eine Crowd­funding-Kampagne, die den jungen Musikern und Musikerinnen die Anreise ermöglichte.

Vertrauen in die künftigen Generationen – Eindrücke von Young Euro Classic 2015

20.08.15 (Albrecht Dümling) -
Seit seiner Gründung vor sechzehn Jahren hat das Festival Young Euro Classic einige Änderungen erfahren. Der Kreis der eingeladenen Jugendorchester sprengte bald die europäischen Grenzen. Auch die zunächst sehr niedrigen einheitlichen Eintrittspreise stiegen kontinuierlich an und sind mittlerweile in drei Kategorien unterteilt. Unverändert ist dagegen das Grundkonzept, das weiterhin künstlerisch von Dieter Rexroth und organisatorisch von Gabriele Minz verantwortet wird. Zu den Konstanten gehören das Konzerthaus Berlin als Schauplatz, die zu Beginn gespielte Festival-Hymne, die Begrüßung durch wechselnde Paten und die Künstlern und Sponsoren als Dank überreichten Sonnenblumen.

Ein Leben im Querstand

30.06.15 (Albrecht Dümling) -
Der junge Musikwissenschaftler und Komponist Rainer Riehn, 1941 in Danzig geboren, traf im Sommer 1965 bei den Darmstädter Ferienkursen den zehn Jahre älteren Musiktheoretiker Heinz-Klaus Metzger. Es war die Begegnung seines Lebens. Metzger, der Ältere und Erfahrene, wurde Riehns Mentor und Freund. Beide orientierten sich an Arnold Schönberg, Theodor W. Adorno und John Cage. Sie entwickelten gemeinsame Projekte im Bereich der Neuen Musik, wobei sich Metzger als der theoretische Kopf, Riehn eher als Praktiker erwies.

Musik an der Grenze des Lebens

01.06.15 (Albrecht Dümling) -
Als am 8. Mai 1945 russische Panzer durch Theresienstadt rollten, wurden sie von den Ghetto-Insassen jubelnd begrüßt. Angesichts des nahen Endes hatte die SS schon im Februar 1.200 Juden in die Schweiz ausreisen lassen. Ende April übergaben die Totenkopfverbände das Ghetto dem Internationalen Roten Kreuz, bevor sie am 5. Mai endgültig abzogen. Viele der 17.000 Menschen, die damals in Theresienstadt lebten, waren erst kurz zuvor aus anderen Lagern eingeliefert worden. Es herrschte eine Typhusepidemie, die zahlreiche Opfer fand. Der weitaus größte Teil der insgesamt 140.000 Personen, die dieses Ghetto durchliefen, war entweder an Hunger und Krankheit gestorben oder in Vernichtungslagern ermordet worden.

Im neuen Livestream-Format

30.04.15 (Albrecht Dümling) -
Periodisch wird das traditionelle Konzert immer wieder für tot erklärt. Auch Berno Odo Polzer, der neue Chef des MaerzMusik-Festivals, hält diese Veranstaltungsform für überlebt. In der ersten von ihm betreuten MaerzMusik sollte es deshalb kein einziges Konzert geben, das der Konvention entspricht. Polzer wollte vielmehr „Erlebnisräume“ schaffen, bei denen die Zeit stille steht und das Zeitgefühl verloren geht. Um dies zu erzielen, ließ er beispielsweise – wie beim Streichquartett Nr. 3 von Georg Friedrich Haas – im Dunkeln musizieren. Vor allem ging er mit der Zeit, „unserem kostbarsten Gut“, verschwenderisch um. Er wählte Musik, bei der es auf eine Stunde mehr oder weniger offenbar nicht ankommt, und ließ dies auch das Publikum merken. So stand man im Haus der Berliner Festspiele oft in einer Warteschlange, ohne Gründe für den verspäteten Beginn zu erfahren. Obwohl die MaerzMusik neuerdings zum „Festival für Zeitfragen“ wurde, waren allzu genaue Fragen nach der Zeit nicht erwünscht.

Personalia 2015/03

01.03.15 (Albrecht Dümling) -
Happy New Ears-Preise an Rebecca Saunders, Gerhard Rohde und Christian Grüny +++ Zum Tod des Dirigenten Israel Yinon +++ Komponisten-Förderpreise der Ernst von Siemens Musikstiftung

Orpheus im Konzentrationslager

29.11.14 (Albrecht Dümling) -
Zum Konzentrationslager Sachsenhausen gehörte ab 1943 auch ein Außenlager der Heinkel-Werke Oranienburg, wo Flugzeuge für die Luftwaffe hergestellt wurden. Im September 1944 wurden hier mehr als 2.000 niederländische Häftlinge eingeliefert, unter ihnen der Musikwissenschaftler und Komponist Marius Flothuis, den die Gestapo ein Jahr zuvor wegen illegaler Konzerte und Hilfe für untergetauchte jüdische Künstler verhaftet hatte.

Das reiche Füllhorn der musikalischen Romantik

05.10.14 (Albrecht Dümling) -
Als regelmäßige Partner des Musikfests Berlin leisten die Berliner Philharmoniker wichtige Beiträge zu diesem Orchesterfestival und haben deshalb ein Mitspracherecht bei der Programmgestaltung. So bildete ihr Angebot, in diesem Jahr unter Simon Rattles Leitung sämtliche Symphonien von Robert Schumann und Johannes Brahms aufzuführen, den Ausgangspunkt. Winrich Hopp, der künstlerische Leiter des Musikfests, griff das Angebot gern auf und entwickelte daraus ein Programm zur Romantik und ihren Folgen. Natürlich gehört auch Mendelssohn dazu, dessen Reformations-Symphonie mit dem London Symphony Orchestra erklang, ferner die beiden Klavierkonzerte von Brahms, die Daniel Barenboim zur Eröffnung spielte, sowie Symphonien von Anton Bruckner, interpretiert vom SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und der Sächsischen Staatskapelle.
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