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Alle Artikel kategorisiert unter »Albrecht Dümling«

Suche nach der Identität

16.10.19 (Albrecht Dümling) -
Dass der seit 1939 in Los Angeles lebende Komponist Ingolf Dahl eigentlich Walter Ingolf Marcus hieß, wussten nur wenige seiner dortigen Kollegen und Freunde. Als Sohn eines deutsch-jüdischen Vaters und einer schwedischen Mutter war er 1912 in Hamburg zur Welt gekommen. Früh zeigte sich seine musikalische Begabung, so dass er nach erstem Klavierunterricht 1931/32 in Köln bei Philipp Jarnach Komposition und bei Walter Abendroth Dirigieren studierte.

Erinnerungen an einen Visionär des Orchesters

27.09.19 (Albrecht Dümling) -
„Die Musik schwebt dort in der Luft“, schrieb Hector Berlioz 1865 über Berlin. Der vor 150 Jahren verstorbene Franzose, der seine wegweisende Orchestrationslehre dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. widmete, wurde mit dieser Schrift und visionären Werken zum Vater des modernen Orchesters.

Neue Musik als soziales Experiment

11.09.19 (Albrecht Dümling) -
Das als Bürgerinitiative entstandene Festival Young Euro Classic fand in diesem Sommer zum 20. Male im meist ausverkauften Konzerthaus Berlin statt. Dieter Rexroth, der künstlerische Leiter, legte von Beginn an Wert darauf, dass die internationalen Jugendorchester auch zeitgenössische Musik ihres jeweiligen Landes präsentieren. Dabei kommt es regelmäßig zu stilis­tisch breiten Entdeckungen von Folklore bis Avantgarde.

Hommage an Joseph Joachim

09.07.19 (Albrecht Dümling) -
Am 31. März 1869 erhielt der große Geiger Joseph Joachim vom preußischen Kulturminister die Aufforderung, in Berlin eine Schule für Instrumentalmusik zu gründen. Weitere Einladungen, hieß es, seien geplant. So sollten Julius Stockhausen für eine Gesangschule und Clara Schumann für eine Klavierschule gewonnen werden. Da beide Kandidaten jedoch nicht kommen wollten, wurde es dann Aufgabe Joseph Joachims, sich auch um die weiteren Zweige der Musikausbildung zu kümmern. Obwohl sein Freund Johannes Brahms die Einladung als Leiter der Klavierklasse ausschlug, konnte im Oktober 1869 für 19 Studenten, darunter Eugenie Schumann, die Tochter Roberts und Claras, der Unterricht beginnen.

Seismograph seiner Zeit

30.05.19 (Albrecht Dümling) -
Dass Georg Katzer einmal eine der wichtigsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musik in Deutschland werden würde, war zunächst nicht zu erwarten gewesen. Aus Schlesien, wo er 1935 geboren wurde, musste die Familie bei Kriegsende in Richtung Westen fliehen. In den von ihm besuchten Schulen gab es keinen Musikunterricht.

„Eine richtig krasse Erfahrung“

30.03.19 (Albrecht Dümling) -
Die 1809 gegründete Berliner Friedrich-Wilhelm-Universität war 1949 nach den Brüdern Wilhelm und Alexander von Humboldt umbenannt worden. Die Ehrung eines Preußenkönigs wurde durch die Ideen von Humanität und Völkerverständigung ersetzt. In diesem Jahr beging die Humboldt-Universität, die zu Recht stolz ist auf ihre Namenspatrone, den 250. Geburtstag des jün­geren der beiden, des Naturforschers Alexander von Humboldt. Die Musikensembles der Universität beteiligten sich gern an den Feierlichkeiten, zumal sie diese mit einem eigenen Jubiläum verbinden konnten: Humboldts Philharmonischer Chor und Humboldts Studentische Philharmonie wurden vor 25 Jahren gegründet.

Meilensteine der Berliner Kulturpolitik

13.12.18 (Albrecht Dümling) -
Ulrich Eckhardt bewarb sich im September 1972 um die Stelle des Geschäftsführers der Berliner Festspiele GmbH. 1934 im Münsterland geboren, hatte er Rechts- und Staatswissenschaften, Klavier und Dirigieren studiert und war nach einer Kapellmeistertätigkeit in Münster Kulturreferent der Stadt Bonn geworden. Schon hier war es sein Ziel gewesen, mit Kultur zugleich Sozialpolitik zu treiben.

Stilistische Neugier, gesellschaftliche Fragen

29.11.18 (Albrecht Dümling) -
Der 1996 gegründete Chor Cantus Domus ist ein ungewöhnliches Ensemble, das Brücken schlägt zwischen verschiedenen Musikwelten, zwischen Klassik und Pop. Der Chor singt große Oratorien ebenso wie Popsongs. Dazu tritt er nicht nur in klassischen Konzertsälen auf, sondern auch bei Veranstaltungen wie etwa dem Kaltern Pop Festival in Südtirol. Sein Erkennungsmerkmal sind die „Konzept-Konzerte“, mit denen Cantus Domus Aufsehen erregt. Dieses neue Konzertformat weicht durch die Einbeziehung von Tanz, Szene und Elektronik sowie durch ungewohnte Auftrittsorte von der Norm ab.

Imaginierte Rituale, orchestrale Klangschichten

26.09.18 (Albrecht Dümling) -
Kompositionen von Morton Feldman, John Cage, Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und Mathias Spahlinger standen auf dem Programm des diesjährigen Musikfests Berlin. Solche Werke waren einmal Schwerpunkte der MaerzMusik und der ihr vorangehenden Musik-Biennale gewesen. Unter Berno Odo Polzer hat die MaerzMusik als „Festival für Zeitfragen“ allerdings eine prinzipielle Skepsis gegenüber traditionellen Konzertformaten entwickelt. Dies regte Winrich Hopp an, die entstandene Lücke auszufüllen. Noch nie setzte das von ihm betreute Musikfest einen so starken Akzent auf Neue Musik wie in diesem Jahr. Noch nie gab es allerdings auch so viele leere Plätze.

Denken in Tönen

07.09.18 (Albrecht Dümling) -
Die Erkenntnis, dass Musik nicht nur tönend bewegte Form, sondern auch inhaltlich geprägt ist, war für Wolfgang Hufschmidt grundlegend. Immer wieder umkreiste sein musikalisches Denken das Verhältnis von Struktur und Semantik. Vielen seiner Werke liegen Texte zugrunde, die er aber nie bloß vertonte, sondern immer kritisch betrachtete.
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