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Alle Artikel kategorisiert unter »Albrecht Dümling«

Penderecki und das Cello: Kammermusik Vol. II

16.05.17 (Albrecht Dümling) -
Obwohl Krzysztof Penderecki von Hause aus Geiger ist, gehört das Cello zu seinen Lieblingsinstrumenten. Diese Vorliebe entdeckte er erst spät. Ausschlaggebend war die Solosonate Bernd Alois Zimmermanns, die Penderecki 1963 in Amsterdam mit dem Solisten Siegfried Palm erlebte. Für Palm war dieses Schlüsselwerk entstanden, welches der Musikwelt ganz neue Dimensionen des Cellos eröffnete.

Eine Naivität höheren Grades – Hommage Alfred Brendel im Konzerthaus Berlin

10.05.17 (Albrecht Dümling) -
Kuriose Skulpturen, surrealistische Bilder, eigenartige Titelblätter von Noten – solche Gegenstände aus der Londoner Wohnung Alfred Brendels waren für zehn Tage in Berlin zu sehen. Sie gehörten zu einer Ausstellung, welche die Brendel-Hommage des Konzerthauses ergänzte und zeigte, welches Geistes Kind der heute 86jährige Pianist ist. Brendel liebt die Überraschung, das Absurde, er hat Sinn für Widersprüche und hintergründigen Humor. Auf Monitoren sieht man Interviews, die in seiner Wohnung aufgenommen wurden. Dort erklärt Brendel, warum er in seiner Jugend zeichnete und komponierte: Interpreten sollten die Perspektive der schöpferischen Künstler kennen.

Vergebliche Suche nach Identität

07.03.17 (Albrecht Dümling) -
Richard Wagner war tolerant gegenüber gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Seine Musik zog Homosexuelle wie den Bayernkönig Ludwig II., Oscar Wilde oder Thomas Mann besonders an. Dagegen wurden ähnliche Neigungen seines Sohnes Siegfried bislang weitgehend verschwiegen oder nur verschlüsselt diskutiert. Siegfried Wagner musste 1915 auf Druck der dominanten Mutter die minderjährige Winifred Williams-Klindworth heiraten, nachdem ihn der Journalist Maximilian Harden öffentlich als „Heiland aus andersfarbiger Kiste“ bezeichnet hatte.

Faszinierende Sprach- und Klangbilder

07.03.17 (Albrecht Dümling) -
1923 wurde sie in Berlin geboren, die Komponistin Ursula Mamlok. Nach 73 Exiljahren in Ecuador und New York kehrte sie 2006 in ihre Geburtsstadt zurück. Dort begann sie eine Spätkarriere, bis sie im Mai 2016 im Alter von 93 Jahren starb. Ein Grund für ihre Rückkehr war auch die Sorge um ihren Nachlass gewesen. Sie hatte von den Musik-Sammlungen im Archiv der Berliner Akademie der Künste erfahren und mit ihrem Mann schon 1999 das Archiv besucht. Dort befindet sich inzwischen der Nachlass von Dwight und Ursula Mamlok, der aufgearbeitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Mit Bach gegen alle Widerstände

25.02.17 (Albrecht Dümling) -
Das Klavier hatte die im Januar 1927 in Pilsen geborene Zuzana Ružicková schon als Kind fasziniert. Eigentlich hatten die Eltern ihr keinen Musikunterricht geben wollen. Als die achtjährige Zuzana während einer schweren Lungenentzündung aber immer von Musik und vom Klavierspiel träumte, erfüllten sie ihr diesen dringenden Wunsch.

Typisch deutsch – vermischter Geschmack

03.11.16 (Albrecht Dümling) -
Wie wird ein Ort zur bedeutenden Musikstadt? Wohl kaum dadurch, dass er sich gegen fremde Einflüsse verschließt. Wien, über Jahrhunderte der Regierungssitz eines Vielvölkerstaats, profitierte vom Zustrom der Tschechen, Ungarn, Deutschen, Italiener, Polen und Juden. Viele der dort wirkenden Komponisten waren Zugereis­te: Mozart kam aus Salzburg, Beethoven aus Bonn, Brahms aus Hamburg. Der Vater Arnold Schönbergs stammte aus Ungarn.

Mikrotonale Antworten auf Mega-Kriegsverbrechen

28.10.16 (Albrecht Dümling) -
Die nordsyrische Stadt Aleppo, von deren Zerstörung die Medien fast täglich berichten, wurde 1986 durch die UNESCO­ zum Weltkulturerbe erklärt. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Stadt unter französische Kolonialherrschaft geraten.

Weites Panorama, locker strukturiert

05.10.16 (Albrecht Dümling) -
So bunt und vielgestaltig wie in diesem Jahr war das Musikfest Berlin noch nie. Ausgangspunkte der Planung waren der 150. Geburtstag Ferruccio Busonis sowie das deutsch-mexikanische Jahr 2016, wofür in der Berliner Kunstbibliothek eine Busoni-Ausstellung sowie im Gropius-Bau eine bis August gezeigte große Maya-Schau entstanden. Diese Schwerpunkte setzte das Musikfest mit seinen Mitteln fort, wobei Winrich Hopp der kuratorischen Fantasie keine engen Grenzen setzte. Als weitere Themenfelder kamen Musik & Film hinzu sowie der vor zehn Jahren verstorbene Komponist György Ligeti. Der rote Faden, der die Programme verknüpfte, war locker gesponnen und oft noch kaum erkennbar. Aber dieses Geflecht ermöglichte Querverbindungen und mehrere Höhepunkte.

Erst als Jude, dann als „Formalist“ diffamiert

13.04.16 (Albrecht Dümling) -
Viktor Ullmann, Gideon Klein, Pavel Haas und Hans Krása waren nicht die einzigen Komponisten im Ghetto Theresienstadt. Schon 1993 hatte Milan Kuna in seinem Buch „Musik an der Grenze des Lebens“ auf Karel Reiner hingewiesen, der sich im Lager vor allem der Arbeit mit Kindern gewidmet hatte. Beachtung fand seine Bühnenmusik zu dem biblischen Stück „Esther“, über die sich auch Ullmann lobend äußerte. Leider hat sich keine von Reiners Theresienstädter Kompositionen erhalten, was erklären mag, dass er in diesem Zusammenhang nur selten gewürdigt wurde.

Ferruccio Busoni und die befreite Musik

04.04.16 (Albrecht Dümling) -
Mitten im Ersten Weltkrieg erschien 1916 in der Leipziger Insel-Reihe ein schmales Bändchen mit dem Titel „Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst“. Es war „dem Musiker in Worten Rainer Maria Rilke verehrungsvoll und freundschaftlich“ gewidmet und stieß sofort auf starke Resonanz. Sein Autor, der Pianist und Komponist Ferruccio Busoni, 1866 in Empoli bei Florenz geboren, lebte seit 1894 in seiner Wahlheimat Berlin. Hier hatte er 1906 in deutscher Sprache den „Entwurf“ geschrieben.
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