Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Albrecht Dümling«

Faszinierende Sprach- und Klangbilder

07.03.17 (Albrecht Dümling) -
1923 wurde sie in Berlin geboren, die Komponistin Ursula Mamlok. Nach 73 Exiljahren in Ecuador und New York kehrte sie 2006 in ihre Geburtsstadt zurück. Dort begann sie eine Spätkarriere, bis sie im Mai 2016 im Alter von 93 Jahren starb. Ein Grund für ihre Rückkehr war auch die Sorge um ihren Nachlass gewesen. Sie hatte von den Musik-Sammlungen im Archiv der Berliner Akademie der Künste erfahren und mit ihrem Mann schon 1999 das Archiv besucht. Dort befindet sich inzwischen der Nachlass von Dwight und Ursula Mamlok, der aufgearbeitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Mit Bach gegen alle Widerstände

25.02.17 (Albrecht Dümling) -
Das Klavier hatte die im Januar 1927 in Pilsen geborene Zuzana Ružicková schon als Kind fasziniert. Eigentlich hatten die Eltern ihr keinen Musikunterricht geben wollen. Als die achtjährige Zuzana während einer schweren Lungenentzündung aber immer von Musik und vom Klavierspiel träumte, erfüllten sie ihr diesen dringenden Wunsch.

Typisch deutsch – vermischter Geschmack

03.11.16 (Albrecht Dümling) -
Wie wird ein Ort zur bedeutenden Musikstadt? Wohl kaum dadurch, dass er sich gegen fremde Einflüsse verschließt. Wien, über Jahrhunderte der Regierungssitz eines Vielvölkerstaats, profitierte vom Zustrom der Tschechen, Ungarn, Deutschen, Italiener, Polen und Juden. Viele der dort wirkenden Komponisten waren Zugereis­te: Mozart kam aus Salzburg, Beethoven aus Bonn, Brahms aus Hamburg. Der Vater Arnold Schönbergs stammte aus Ungarn.

Mikrotonale Antworten auf Mega-Kriegsverbrechen

28.10.16 (Albrecht Dümling) -
Die nordsyrische Stadt Aleppo, von deren Zerstörung die Medien fast täglich berichten, wurde 1986 durch die UNESCO­ zum Weltkulturerbe erklärt. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Stadt unter französische Kolonialherrschaft geraten.

Weites Panorama, locker strukturiert

05.10.16 (Albrecht Dümling) -
So bunt und vielgestaltig wie in diesem Jahr war das Musikfest Berlin noch nie. Ausgangspunkte der Planung waren der 150. Geburtstag Ferruccio Busonis sowie das deutsch-mexikanische Jahr 2016, wofür in der Berliner Kunstbibliothek eine Busoni-Ausstellung sowie im Gropius-Bau eine bis August gezeigte große Maya-Schau entstanden. Diese Schwerpunkte setzte das Musikfest mit seinen Mitteln fort, wobei Winrich Hopp der kuratorischen Fantasie keine engen Grenzen setzte. Als weitere Themenfelder kamen Musik & Film hinzu sowie der vor zehn Jahren verstorbene Komponist György Ligeti. Der rote Faden, der die Programme verknüpfte, war locker gesponnen und oft noch kaum erkennbar. Aber dieses Geflecht ermöglichte Querverbindungen und mehrere Höhepunkte.

Erst als Jude, dann als „Formalist“ diffamiert

13.04.16 (Albrecht Dümling) -
Viktor Ullmann, Gideon Klein, Pavel Haas und Hans Krása waren nicht die einzigen Komponisten im Ghetto Theresienstadt. Schon 1993 hatte Milan Kuna in seinem Buch „Musik an der Grenze des Lebens“ auf Karel Reiner hingewiesen, der sich im Lager vor allem der Arbeit mit Kindern gewidmet hatte. Beachtung fand seine Bühnenmusik zu dem biblischen Stück „Esther“, über die sich auch Ullmann lobend äußerte. Leider hat sich keine von Reiners Theresienstädter Kompositionen erhalten, was erklären mag, dass er in diesem Zusammenhang nur selten gewürdigt wurde.

Ferruccio Busoni und die befreite Musik

04.04.16 (Albrecht Dümling) -
Mitten im Ersten Weltkrieg erschien 1916 in der Leipziger Insel-Reihe ein schmales Bändchen mit dem Titel „Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst“. Es war „dem Musiker in Worten Rainer Maria Rilke verehrungsvoll und freundschaftlich“ gewidmet und stieß sofort auf starke Resonanz. Sein Autor, der Pianist und Komponist Ferruccio Busoni, 1866 in Empoli bei Florenz geboren, lebte seit 1894 in seiner Wahlheimat Berlin. Hier hatte er 1906 in deutscher Sprache den „Entwurf“ geschrieben.

Wiegenlieder gegen eine hektische Welt

31.03.16 (Albrecht Dümling) -
Die Berliner MaerzMusik, bislang ein „Festival für aktuelle Musik“, hat sich im Vorjahr ein neues Format gegeben. Seitdem will es als „Festival für Zeitfragen“ dem Phänomen Zeit in seinen gesellschaftspolitischen, philosophischen und künstlerischen Dimensionen nachspüren. Wieder gab es eine Konferenz „Thinking Together“, die in diesem Jahr das digitale Universum als Geburtsort neuer Zeitformen präsentieren wollte.

Aus der Meisterklasse Franz Schrekers: Kammermusik von Jerzy Fitelberg auf CD

01.01.16 (Albrecht Dümling) -
Als Franz Schreker 1922 von Wien in die deutsche Hauptstadt übersiedelte, nahm er viele seiner Kompositionsschüler mit. Seine Meisterklasse an der dortigen Hochschule für Musik entwickelte sich zu einem der produktivsten und anregendsten Treffpunkte im Berlin der zwanziger Jahre. Ihr gehörte auch der 1903 als Sohn eines bekannten Dirigenten und Komponisten in Warschau geborene Jerzy Fitelberg von 1922 bis 1926 an.

Der Blick aufs Detail und aufs Ganze

02.11.15 (Albrecht Dümling) -
Sein Ziel war die Einstimmung auf ein neues Hören. Mit Artikeln und Essays setzte sich Claus-Henning Bachmann ab 1978 in den großen Tageszeitungen und Musikzeitschriften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz für die Avantgarde ein, für das noch nicht Etablierte, gegenüber dem herrschenden Geschmack Unangepasste. Bevorzugte Komponisten waren Helmut Lachenmann, Vinko Globokar, Mathias Spahlinger und Silvia Fómina. Bei aller Genauigkeit im Detail stellte er die Musik immer in einen größeren kulturpolitischen Zusammenhang, vor dem Vordringen der Spaßkultur und der Verdrängung des Wortes durch das Bild nicht resignierend. Über mehr als zwei Jahrzehnte gehörte er zu den profiliertesten Musik- und Kulturkritikern im deutschsprachigen Raum. Für die neue musikzeitung schrieb er bis 1999 ein kritisches Tagebuch.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: