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Alle Artikel kategorisiert unter »Christoph Vratz«

Die Kunst der Abstraktion im Konkreten

07.09.22 (Christoph Vratz) -
Die Verunsicherung gehört dazu. Sie ist ein ständiger Begleiter. Nicht furchteinflößend, sondern eher erkenntnisfördernd. Man könnte sie auch Skepsis nennen. Denn sie bildet eine Art Nährboden, wenn Christian Gerhaher nachdenkt, hinterfragt, in Zweifel zieht. Nur so entwickelt er Einsichten, die der Sänger jetzt in Buchform zu teilen bereit ist – ein Gewinn für alle, die diesen Band zur Hand nehmen.

Sprudelndes Panorama

19.08.22 (Christoph Vratz) -
Heute liegt er in Passy begraben, in Sichtweite des Eifelturms, schräg gegenüber vom touristenbevölkerten Trocadéro. Gewohnt hat Claude Debussy im Nachbar-Arrondissement, in der Rue Cardinet. Gleich zu Beginn des neuen Buches von Volker Hagedorn werden wir Zeuge, wie der Schriftsteller Maurice Maeterlinck die Treppen in eben jener Rue Cardinet hochrennt, bei Debussy klingelt und seine Wohnung betritt. Nur wenige Seiten später sind wir 1050 km weiter, in Berlin, im damaligen Hotel Reichshof, das später mit dem Hotel Adlon fusioniert ist. Hier begegnen wir im Festsaal einer 44-jährigen Dame, Musikerin, Komponistin: Ethel Smyth.

Der Unermüdliche

09.03.22 (Christoph Vratz) -
Frieder Reininghaus: Rihm. Der Repräsentative, Königshausen & Neumann, Würzburg 2021, 307 S., € 34,00, ISBN: 978-3-8260-7445-5 – Eleonore Büning: Wolfgang Rihm – Über die Linie. Die Biographie, Benevento, Elsbethen 2022, 352 S., € 24,00, ISBN 978-3-7109-0147-8 – Frederike Möller: Wahn-Sinn im Musiktheater Wolfgang Rihms, Studio Verlag im Verlag Königshausen & Neumann 2021, 155 S., Notenbsp., € 34,80, ISBN 978-3-8260-7020-4

Unergründlich nah

02.09.21 (Christoph Vratz) -
Alessandra Barabaschi: Stradivari. Die Geschichte einer Legende, Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2021, 305 S., € 32,00, ISBN 978-3-205-21204-1

Ecken, Kanten, Stolperfallen

17.06.21 (Christoph Vratz) -
Befremdlich anders. Nahbar. Authentisch. Aber eben auch immer mit Passagen, die Distanz schaffen. Wir sind beim „Hauskonzert“. Igor Levit, Ausnahme-Pianist und kritischer Beobachter des Weltgeschehens, ein Mensch mit Sitz im Leben, hat sein erstes Buch veröffentlicht.

In der Totale und unter der Hör-Lupe

18.06.20 (Christoph Vratz) -
Am Theater an der Wien war die erste Fassung des „Fidelio“ aufgeführt worden. Kurz danach fand sich eine Abendgesellschaft zusammen, „im Palaste des Fürsten Karl Lichnowsky, des großen Beschützers von Beethoven“. Mehrere Zeitzeugen haben über diese Soirée berichtet: „Freunde waren damals in jener Gesellschaft, um Beethoven zu bewegen, zu den Veränderungen seine Zustimmung zu geben, welche in der Oper vorgenommen werden mußten.“ Die Zeugnisse fallen unterschiedlich aus, aber nur in Nuancen.

Zwischen freier und strenger Gestaltung

06.09.19 (Christoph Vratz) -
Er war mehrfach zu Feldforschungen unterwegs. Mal zog er mit Zoltan Kodály durch die große ungarische Tiefebene, mal hatte er einen Phonografen im Gepäck. Doch sein Anliegen blieb stets dasselbe: Auf der Suche nach alten Volksliedern wollte er der meist bäurischen Bevölkerung altes ungarisches Liedgut entlocken. Einfach war dieses Unterfangen nicht, wie einige Aufzeichnungen belegen.

Mit Genauigkeit und Ausdauer

14.12.18 (Christoph Vratz) -
Ganz am Ende, nach fast tausend Seiten, im Schlusssatz, fällt der Hinweis auf die „außerordentliche Geschlossenheit“, durch die sich Bachs Vokalwerk auszeichnet. Erst wenige Sätze zuvor hat der Autor ein zentrales Thema angesprochen, das im Schaffen Johann Sebastian Bachs von zentraler Bedeutung ist: das Parodieverfahren. Eigentlich, so könnte ein vorschneller Einwurf lauten, hätte man sich zu dieser wichtigen Thematik schon früher mehr gewünscht – und nicht erst in der Nachbemerkung. Doch so einfach kann, darf man es sich nicht machen. Denn was Friedhelm Krummacher in den vorhergehenden Analysen alles offengelegt, auseinandergenommen und wieder zusammengefügt, erläutert und zueinander in Beziehung gesetzt hat, ist faszinierend.

Leben mit und nach Wagner

10.11.18 (Christoph Vratz) -
Des Meisters Gedankenwelt strahlt nach wie vor. Richard Wagner schillert, fasziniert, spaltet. Wie sehr er das in der Vergangenheit immer wieder getan hat, lässt sich besonders an der Zeit des Nationalsozialismus und an den Jahren danach ablesen, als „Neu-Bayreuth“ sich von alten Schlacken zwar zu lösen versuchte, aber der Neubeginn nicht automatisch mit dem Abschneiden aller alten Zöpfe verbunden war. Vielleicht auch nicht möglich war.

Reichhaltig animierend

13.03.18 (Christoph Vratz) -
„Wir haben ein Wissen über den Klang, das es vorher nicht gab“, erklärt die Komponistin Kaija Saariaho auf die Frage, wie man Wahrnehmungen heutzutage in Musik übertragen könne. „Wir können ihn [den Klang] von innen her kennenlernen. Das lässt sich mit der Biologie vergleichen, die im Dunkeln tappte, bis endlich das Mikroskop erfunden wurde.“ Klang und Raum können heute in ein neues Verhältnis gerückt werden, behauptet Saariaho, der digitalen Technik sei Dank. Ob das auch zu einer neuen Ästhetik führt? Wer weiß.
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