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Alle Artikel kategorisiert unter »Diether Steppuhn«

Carmen im Township und als Ballett-Krimi

01.06.06 (Diether Steppuhn) -

Bizets Erfolgsoper, das urmenschliche Drama von Liebe, Leidenschaft, Hass, Eifersucht, Verzweiflung, Gewalt und Tod findet in immer neuen Formen auf die Bühne und in den Film: 1915 war Geraldine Farrar Cecil B. Demilles Carmen, 1954 Dorothy Dandridge mit Harry Belafonte als Don José in Otto Premingers „Carmen Jones“, 1983 drehte Jean-Luc Godard sein skandalöses „Prénom Carmen“ und Carlos Saura seinen begeisternden Tanzfilm, ein Jahr später schuf Francesco Rosi mit Julia Migenes und Placido Domingo eine großartige Filmfassung; heute gibt es auf DVD und Video viele Mitschnitte bekannter Operninszenierungen.

Tönende Köchelverzeichnisse und Video-Clips

01.05.06 (Diether Steppuhn) -

Wir haben Mozart-Gedächtnisjahr und schon in seinem ersten Viertel laufen die Mozartfreunde Gefahr, im Blumenmeer seiner Musik unterzugehen, das sich über die ganze Musikwelt erstreckt und immer neue Blüten treibt. Auch wenn das Köchelverzeichnis mit 626 „echten“ Nummern eine große Vielfalt verzeichnet – manches kam inzwischen noch dazu –, so zeigen sich im großen und oft wenig inspirierenden Einerlei der vielen Silberscheiben mit dem Wolfgangerl-Konterfei auf dem Cover doch jetzt schon ein paar besonders gelungene und fesselnde Produktionen. Sie seien hier vorgestellt.

Originalklänge aus dem Osten

01.06.05 (Diether Steppuhn) -

Die „Originalklang“-Welle mit ihrem Anspruch, Alte Musik historisch korrekter aufzuführen als bisher, begann vor vielen Jahren mit Nikolaus Harnoncourt in Österreich, dem Collegium Aureum in Deutschland und mit etlichen Ensembles in England und den Niederlanden. Heute gibt’s solche Ensembles in ganz Europa und auch in näher liegenden osteuropäischen Ländern in großer Zahl und in unverändert spannender Konkurrenz. Jetzt aber kommen Aufnahmen in historischer Spielpraxis auf alten Instrumenten sogar aus Russland und sie begeistern.

Vor wenigen Jahren fanden sich unter Leitung des bekannten Oboisten Alexei Utkin junge Absolventen des Moskauer Tschaikowsky-Konservatoriums zum Kammerorchester „Hermitage“ zusammen, das für das Moskauer Label „Caro Mitis“ (lateinisch so etwas wie „Reife Frucht“– die Moskauer lieben offenbar lateinische Namen) aufnimmt. Aus ihm formierten sich weitere Ensembles: einmal eine historisch ausgerichtete Gruppierung mit dem wie ein Motto klingenden lateinischen Namen „Pratum Integrum“ (etwa „Blühende Wiese“), die Werke des Barock, der Frühklassik und der Klassik für die Serie „Eximium“ aufnimmt; daneben gibt es für Zeitgenössisches auf modernen Instrumenten eine zweite Aufnahmeserie „Eminens“ (beide lateinischen Wörter bedeutaen dasselbe, nämlich „Hervorragendes“, auch das eine programmatische Bezeichnung).

Die Entführung aus dem Harem

01.02.05 (Diether Steppuhn) -

Ein hübsches Foto schmückte die schon 2000 erschienene Telarc-Gesamtaufnahme von Mozarts „Entführung“ mit Charles Mackerras: der von mehreren uniformierten arabischen Kriegern mit Metallhelmen begleitete Bassa Selim reitet als weiß verhüllter Reiter einen Schimmel, hinter ihm tragen gleichermaßen weißgekleidete Männer Constanze auf einer Sänfte – der türkische Hintergrund des Mozart-Singspiels wurde augenfällig und die Fantasie schweifte beim Zuhören der mit vielem echt türkischen Tschindarassabum angereicherten Musik und mit temperamentvoll singenden Protagonisten nach Osten an den Bosporus…

Pianisten an der Perlenschnur

01.11.04 (Diether Steppuhn) -

Höhenmusik in des Wortes doppelter Bedeutung gilt es zu preisen: Hinreißendes erklingt auf rund 1.500 m Alpenhöhe im schweizerischen Verbier. Dass sich hier jeden Sommer die „Crème de la Crème“ der jungen Musikszene versammelt und in Meisterkursen, Vorlesungen, Proben und Aufführungen die internationale Jugend zu Höhenflügen animiert, sich aber auch selber mit Begeisterung ins Musikalische Getümmel stürzt, weiß inzwischen die ganze Musikwelt. aber wer kommt schon dorthin? Was sich nun im vergangenen Jahr anläßlich des 10. Geburtstags des Festivals ab„spielte“, gehört zum Faszinierendsten, was man als Musikenthusiast erleben kann. Und das weiß ich nicht, weil ich dabeiwar, sondern weil das Ereignis auf einer DVD-Video festgehalten wurde, die es im Surroundsound nacherleben lässt.

Vor 15 Jahren hatte ich anlässlich eines beruflichen Aufenthalts in den USA Gelegenheit, im Public-Radio-Sender WLRH 89,3 in Huntsville/Alabama zwei Jahre lang an jedem Montagabend eine Sendung mit meinen eigenen Schallplatten live zu moderieren. Zu meiner Sammlung gehörte eine CBS-LP (# 73227) mit der Aufzeichnung eines „Monster-Konzerts“ vom 17.01.1972 der Eastman School Of Music in Rochester/New York, in dem sich - im äußersten Fall - sechzehn Pianisten bemühten, auf zehn Flügeln mit 160 Fingern gleichzeitig die Tasten zu treffen. Eines der Stücke - „Stars And Stripes Forever“ - wurde so oft gewünscht, daß meiner schwarzen Scheibe Gebrauchsspuren anzuhören sind; aber auch Rossinis Ouvertüren zu „Semiramis“ und „Wilhelm Tell“, die Polka „Unter Donner und Blitz“ oder der Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Strauß wurden ebenso wie ein paar Feuerwerks-Piècen (wie „La Gallina“ und „Ojos Criollos“ von Gottschalk auf 8 Klavieren vierhändig) immer wieder verlangt.

Stimmgewaltig, erlesen und verführerisch

01.09.04 (Diether Steppuhn) -

„Brilliant Classics“ öffnete vor kurzem die Tür, Arthaus folgte, nun schließt sich auch Warner Music Vision an, mit etwa 25 Euro leider nicht ganz so preiswert wie die Vorgänger. Aber was angeboten wird, gehört zum begehrten Repertoire jedes echten Opernfans. Das gilt gleich einmal für Verdis „Nabucco“ als Mitschnitt der Eröffnungs-Aufführung 1986 in der Mailänder Scala mit Riccardo Muti am Pult – Renato Bruson ist wieder der hinreißende Titelheld wie schon in der „Brilliant Classics“-DVD aus Neapel; die übrigen Mitwirkenden singen und agieren großartig und die üppige Inszenierung wird allen gefallen, die modernen Experimenten abhold sind.

Große Oper zu kleinen Preisen

01.07.04 (Diether Steppuhn) -

Der Strom von DVD-Video-Opernaufnahmen schwillt an, aber ihre Preise liegen meist über 25 Euro. Nun wirft „Brilliant Classics“– das Billigpreis-Label aus dem Hause Joan Records, das mit hochkarätigen Musik-CDs manche Etablierte das Fürchten lehrt [1] – auch Opernmitschnitte auf DVD-Silberscheiben für weniger als zehn Euro auf den Markt. Bis Ende 2004 sind insgesamt 50 Titel geplant. Über die ersten vier werbewirksam an den Anfang gestellten Silberscheiben lässt sich berichten.

Kein Billig-Brahms im Achter-Pack

01.05.04 (Diether Steppuhn) -

Soviel Zeit wie mit diesen Aufnahmen haben sich Nicol Matt und seine Mitstreiter bei den Einspielungen der Mozart-Messen und -Chorwerke (siehe nmz 10/02, Seite 20 und 5/03 Seite 18) und des geistlichen Chorwerks von Mendelssohn Bartholdy (siehe nmz 9/03 Seite 18) nicht nehmen können. Auf die Aufnahme des Chorwerks von Johannes Brahms – soweit es nicht mit Orchester begleitet ist – verwendeten sie ein ganzes Jahr intensiven Studiums und gewannen für viele Stücke eine ganz neue Sicht: Aus der Erkenntnis, dass Brahms viele von ihnen wie instrumentale Kammermusik konzipierte und erst danach zu Gesangstücken formte, ergaben sich für etliche dieser Werke neue und ungewohnte Zeitmaße und damit überraschende Effekte.

DVD-Audio weiter auf dem Vormarsch

01.10.03 (Diether Steppuhn) -

Die Internationale Funkausstellung in Berlin 2003 war ein großer Erfolg: Sie hatte mehr Besucher und führte offenbar auch zu mehr Bestellungen als auf der letzten IFA, weil sie eindrucksvolle Erzeugnisse allerneuester Technik zeigte wie Flachbildschirme, Festplattenrecorder oder die drahtlose Elektronik-Vernetzung im ganzen Haus. Die Presse schwelgte in Schlagzeilen wie „Digitale Meilensteine“ oder „Das Internet kommt ins Wohnzimmer“.

Gotteslob

01.09.03 (Diether Steppuhn) -

Begeistert von der hochrangigen Interpretation der geistlichen Chorwerke und Messen Mozarts (siehe nmz 10/02 S. 20 und 5/03 S. 18) vertraute Pieter van Winkel, Klassikmusik-Chef von „Brilliant Classics“, Nicol Matt und seinem Chamber Choir of Europe eine Gesamteinspielung aller geistlichen Chorwerke Mendelssohn Bartholdys an – ohne „Elias“, „Paulus“ und das „Christus“-Fragment. Gar nicht sparsam ist die Ausstattung der Box: Jedes der zehn Kartonkuverts schmückt ein mehrfarbiges Bibel-Bildmotiv; die Kassette enthält auf 64 Seiten alle Texte und eine profunde und überraschend rezeptionskritische Einführung.

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