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Alle Artikel kategorisiert unter »Michael Scheiner«

Eigene Wahl statt Musik über Algorithmus

08.08.19 (Michael Scheiner) -
Pioniere sind sie gewissermaßen beide. Nach dem Schlagzeugstudium und einigen Jahren als Soloschlagzeugerin im New Mexico Symphony Orchestra von Santa Fe brach Robyn Schulkowsky eine konventionelle Karriere ab. Sie ging für ein Kompositionsstudium nach Köln zu Christoph Caskel. Noch während des Studiums startete sie mit Uraufführungen von Werken von John Cage bis Olga Neuwirth, Walter Zimmermann, Morton Feldman und Iannis Xenakis als Solistin durch. Als Instrumentalistin und Interpretin Neuer Musik nahezu allein auf weiter (Musik-)Flur, machte sie sich auch in der Free-Jazz-Szene, wie im Bereich so genannter Weltmusik einen Namen als Improvisatorin. In vielen Kooperationen, darunter mit Fredy Studer und dem amerikanischen Avantgarde-Schlagzeuger Joey Baron begann sie nach neuen Klängen und Klangmöglichkeiten zu forschen und diese auszuloten.

Späte Würdigung einer großen Sängerin

21.11.17 (Michael Scheiner) -
„End Price: 541 US-Dollar“, rund 448 Euro. Soviel wurde für das Album „It’s Alright With Me“ bei einer Internetauk­tion vor zwölf Jahren gezahlt. Vermutlich hätte sich Inge Brandenburg darüber geärgert, vielleicht sogar einen ihrer berüchtigten Wutanfälle bekommen. Denn sie hätte nichts davon gehabt, dass ihr einziges „richtiges“ Jazzalbum, das sie 1965 selbst für die CBS produziert hatte, heute Sammlerwert hat und zu exorbitanten Preisen gehandelt wird. Vielleicht wäre sie aber auch stolz darauf gewesen, es allen Ignoranten und Kritikern richtig gezeigt zu haben: „Seht her, ich bin etwas wert! Ich bin die beste Jazzsängerin und kann Bleibendes schaffen!“

Starke Kontraste und kraftvolle Hatz – Krzysztof Meyer in Regensburg

08.11.17 (Michael Scheiner) -
„Zu den 50 hat es nicht mehr gereicht!“ Der polnische Komponisten Krzysztof Meyer klingt zugleich ein wenig bedauernd und erleichtert. „Ich bin aber auch froh, dass ich endlich frei bin“, schiebt der 74-Jährige mit deutlichem Nachdruck nach, „48 Jahre in der Lehre und pädagogischen Arbeit sind wirklich genug.“

In Pampers zum Inferno

03.02.17 (Michael Scheiner) -
Die Produktion von Moritz Eggerts Oper „Freax“ im Herbst 2007 im Rahmen des Internationalen Beethovenfestes Bonn endete im Eklat. Nach der Regieverweigerung Christoph Schlingensiefs wurde die Oper konzertant uraufgeführt, mit einem Film Schlingensiefs als Pausenkommentar.

Mythische Klangwucht und opernhaftes Jodeln

31.03.16 (Michael Scheiner) -
Könnte man sich statt der Augen die Ohren reiben, die 47. Internationale Jazzwoche Burghausen hätte wohl zeitweise ein lustiges Bild abgegeben. Nie zuvor seien so viele französische Bands und Musiker bei der Jazzwoche aufgetreten, wunderte sich selbst Joe Viera. Scheinheilig könnte man mutmaßen, dass der Gedanke von der deutsch-französischen Freundschaft nach Jahrzehnten – auch – bei den Festivalmachern angekommen sei.

Bei uns hören viele junge Leute Jazz

02.02.16 (Michael Scheiner) -
Vergangenen Herbst hat ein junges israelisches Quartett bei den Ingolstädter Jazztagen viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen, das zuvor faktisch unbekannt war. Anfänglich noch entspannt abwartend, ließ sich das Publikum von den ausgefeilten, temperamentvollen Soli des gerade mal 26-jährigen Omri Abramov (ss, ts) auf seinem elektronischen Blasinstrument EWI und Guy Shkolnik (synth) am Flügel regelrecht mitreißen. Am Ende mussten gar Rufe nach Zugaben ignoriert werden.

„Heimatsound“, nur anders

15.07.15 (Michael Scheiner) -
„Glücklich: Komponist Volker Nickel und Dirigent Johannes X. Schachtner nach der Aufführung von Nickels ‚Divertimento II‘ – Ihr wart toll JU[MB]-LEs!“ Mit den „Jumbles“ sind keine Akrobaten gemeint, sondern junge Musiker/-innen, die am Abend vor dem Facebook-Eintrag das Gründungskonzert des Jugendensembles für Neue Musik Bayern erfolgreich bewältigt haben. Das war in der Black Box des Münchner Gasteig.

Auf der Suche nach dem Unvorhergesehenen

13.04.15 (Michael Scheiner) -
„Er ist genau der Richtige für uns.“ Kathrin Jacobs, Kulturamtsleiterin in Neuburg an der Donau und damit Chefin der renommierten Sommerakademie, klingt euphorisch, wenn sie von ihrem neuen künstlerischen Leiter spricht. Der Cellist Alexander Suleiman leitet seit diesem Jahr die Sparte Klassik in der Nachfolge Herbert Wiedemanns. Suleiman hat bereits mehrfach als Dozent für Cello und Barockcello in Neuburg Kurse geleitet. Mit ihm wolle man die Sommerakademie „stärker international ausrichten“. Die Erwartungen sind wahrscheinlich keineswegs zu hochgesteckt, jettet der Ingolstädter doch seit vielen Jahren als musikalischer Nomade um den Erdball.

Geschäfte, viel Musik und eine Willenserklärung

06.05.14 (Michael Scheiner) -
Der Taxifahrer war ahnungslos. Jazzmesse? Jazzahead? „Was ist das –Tschöss?“ In der Tram sah es besser aus. Plakate der jazzahead! in jedem Wagen und man konnte sogar ein Übersichtsprogramm mitnehmen. Fast beschlich einen das erhebende Gefühl, keiner seltenen Minderheit anzugehören, die eigentlich unter Schutz gestellt werden müsste. Je näher man der Bremer Messe kam, desto höher wurde die Plakat-, Fahnen- und Leuchttafeldichte. Eine schwere Hürde hatte die freie Hansestadt aber noch aufgebaut. Bevor Musiker und Besucher ihr gallisches Dorf betreten und vier Tage ausgelassen feiern konnten, galt es, diese Klippe unter Gefahr für Leib und Hörvermögen zu überwinden. Zwischen Hauptbahnhof und Halle 3 stand bunt und lärmend die Bremer Osterwiese. Ein Volksfest mit dumpfen Elektrobeats und scheppernden Ohrwürmern. War diese Hürde konsumfreudiger Massenkultur durchschritten, öffnete sich die Glastür zum Jazzerparadies.

Die Tragik von Zusammenbruch und Auflösung

05.05.14 (Michael Scheiner) -
„Müssen wir abstürzen?“ Es musste wohl ein Absturz sein, das Leben von Zelda und F. Scott Fitzgerald. Sie, eine Verkörperung des „flapper girls“ der 20er Jahre, der modernen, kurze Kleider und Haare tragenden, provokanten jungen Frau. Und er, der junge Schriftsteller an der Schwelle zum Ruhm. Gemeinsam waren sie eines der berühmtesten Glamour-Paare der 20er-Jahre in Amerika, der „roaring twenties“. Sie führten ein ausschweifendes Leben mit Alkohol in Strömen, nächtelangen Parties und mondänen Festen. Ein Leben, das auch von extremen Spannungen zwischen einer obsessiven Liebe, großer Leidenschaft, Streit und Hass, Enttäuschung und erneuter Versöhnung geprägt war. In seinem inzwischen berühmtesten Roman hat Fitzgerald das Lebensgefühl dieser Zeit in der Figur des „The Great Gatsby“ (Der große Gatsby) schonungslos eingefangen.
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