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Alle Artikel kategorisiert unter »Walter Thomas Heyn«

Vorwärts und nichts vergessen

04.02.21 (Walter Thomas Heyn) -
Ich bin Musiker und sagte früher in meinen Konzerten gerne: „Wir wohnen in Wandlitz“. Und nach einer kurzen Pause sage ich: „Aber wir waren‘s nicht“. Dann lachten 80 Prozent der Zuhörer und ich sagte: „Wer jetzt nicht gelacht hat, ist Wessi“. Dann lachen alle. Oder niemand. Der Witz funktioniert sonderbarerweise heute noch.

Vorwärts und nichts vergessen

04.02.21 (Walter Thomas Heyn) -
„Das Kollektiv bin ich“ war vor vielen Jahren mal eine Ausstellung im Dokumentationszentrum für DDR-Alltagskultur in Eisenhüttenstadt betitelt, deren reichlich illustrierter und 170 Seiten starker Katalog mir neulich beim Aufräumen in die Hände fiel.

Das offene Orchester

03.02.21 (Walter Thomas Heyn) -
Vor einiger Zeit bekam ich eine Einladung vom Landesmusikrat Brandenburg zu einer Fachtagung über die Zukunft von Amateurensembles. Auf der Tagesordnung stand unter anderem: „Wir möchten Sie dazu aufrufen, sich aktiv für die Rahmenbedingungen der Amateurmusik in Brandenburg einzusetzen. Am Tag der Amateurmusik, der im Jahr 2020 erstmalig vom Landesmusikrat Brandenburg e.V. veranstaltet wird, möchten wir mit Ihnen gemeinsam die Themen Digitalisierung, Nachwuchsförderung, Ehrenamt und Vernetzung der Verbände und Vereine diskutieren, um einen Forderungskatalog zu erstellen, den wir den zuständigen Politiker*innen und Zuwendungsgeber*innen vorlegen. Ziel: Die Fachtagung soll als Netzwerkveranstaltung für die Verbände und Vereine in Brandenburg dienen. Sie soll Landesverbänden und Vereinen die Möglichkeit eröffnen, sich in Arbeitsgruppen über gemeinsame Herausforderungen und Synergiepotentiale auszutauschen. Die Fachtagung dient dazu, die Rahmenbedingungen der Landesverbände und Vereine zu erfassen und zu verbessern.“

Zum Tod von Krzysztof Penderecki

02.02.21 (Walter Thomas Heyn) -
Dreimal begegnete ich Krzysztof Penderecki. Er war der Gott von uns jungen Ost-Komponisten, denn er hatte 1959 drei Werke beim Wettbewerb junger polnischer Komponisten eingereicht, die alle drei angenommen und prämiert wurden. Schon diese Tatsache allein verschaffte ihm ungeheueres Prestige bei uns. Noch ehrfürchtiger wurden wir beim Anblick der Partituren: große leere Stellen bei den Instrumenten, die nicht spielten, riesige, seitenlange grafische Balken-Notationen mit dickem Filzstift über ganze Systeme, neu gehörte, nie gesehene Spielanweisungen, die nun alle sofort nachmachten, oder besser formuliert, nachmalten. Nur bei den Filzstiften haperte es: Es gab sie einfach nicht.

Diese sonderbaren Jahre

29.01.21 (Walter Thomas Heyn) -
Ich bin Musiker und sagte nach der Wende in meinen Konzerten gerne: „Wir wohnen in Wandlitz“. Und nach einer kurzen Pause sage ich: „Aber wir warens nicht“. Dann lachten 80 Prozent der Zuhörer und ich sage: „Wer jetzt nicht gelacht hat, ist Wessi“. Dann lachen alle. Oder niemand. Mittlerweile sage ich das nicht mehr. Denn das Leben im wiedervereinigten Deutschland währt mittlerweile fast so lange wie das Leben in der verflossenen Ostzone. Wäre ich jünger, würde die zweite Lebenshälfe schon überwiegen. Meine zahlreichen Schüler, auch die Abiturienten unter ihnen, wissen kaum noch, wovon die Rede ist und selbst ihre Eltern sind mit ihren 40, 45 Jahren zur Wende gerade mal Grundschüler gewesen, wenn überhaupt. Aber wir wohnen eben in Wandlitz und werden jeden Tag beim Autofahren an diese Zeit erinnert, denn unsere Straße nach Berlin ist die alte, berühmt-berüchtigte Protokollstrecke, auf der die vergreisenden Herren täglich ein- und ausgefahren wurden.

Das war mein zweitbester Sommer

28.01.21 (Walter Thomas Heyn) -
„Das war mein zweitbester Sommer / Ich schlürfe ihn aus bis zum letzten Zug / Ich will das alles hier haben / Und immer wieder und nie genug“, sang Gerhard Gundermann auch auf seinem letzten Konzert in dem kleinen Örtchen Krams. Kurze Zeit danach war er tot. Aber seine Lieder leben fort und seine oftmals gebrochene Lebensgeschichte hat ihn offensichtlich zum Symbol werden lassen. Jedenfalls im Fernsehen. In den Tagen um den 3. Oktober herum gab es Gundermann auf allen Sendern: als Film, als Doku, als Zitat und als Erinnerung. Das ist gut und schön und sicher auch richtig. Was nicht mehr zu sehen war, das war das Volk. Auch von den sechs tapferen Leipziger Bürgern um Kurt Masur, die durch eine kluge öffentliche Wortmeldung das Blutvergießen verhindert hatten, war nichts mehr zu hören und zu sehen. Das könnte vielleicht an der Jahreszahl liegen. Denn die friedliche Revolution war 1989 und das war der allerbeste Sommer, den es je gegeben hat.

Künstler versus Lehrer

09.02.18 (Walter Thomas Heyn) -
Ein Problemfeld durchzieht die Musik­landschaft des Landes, die Spalten dieser Zeitung und die Verbandsarbeit seit einigen Jahren. Das ist die absurde Diskussion darüber, wer der „richtige“ Musikschullehrer ist, der Pädagoge oder der Praktiker, der eben auch ein bisschen unterrichtet. Immer schärfer werden die paar vorhandenen Gesetze ausgelegt und eine immer mehr wachsende Kulturbürokratie pocht immer penetranter auf die Einhaltung der Bestimmungen.

Wann, wenn nicht jetzt – eine Gegenrede

09.02.18 (Walter Thomas Heyn) -
Zwei Seelen, ach, wohnen in jedes Musikers Brust. Die eine, die nach Sicherheit verlangt und Festanstellung an der Musikschule erträumt, und die andere, die die unwägbare, krisenanfällige Unabhängigkeit des freien Musikers vorzieht, der eben auch ein bisschen an der Musikschule unterrichtet.

F-Dur oder die Krux mit der Popularmusik

13.12.17 (Walter Thomas Heyn) -
Der Weg zur Popularmusik ist kurz, einfach, schmerzhaft und reich an Enttäuschungen. Das Problem dieser Musik ist, dass sie a) den Leuten gefällt, b) leicht zu reproduzieren ist und c) den Musikern in der Regel selbst Spaß macht.

Zigeuner, spielt was Lustiges

13.12.17 (Walter Thomas Heyn) -
Sommerzeit ist Festivalzeit, überall werden große und kleine Bühnen aufgebaut, und das erlebnishungrige Publikum strömt in die mehr oder weniger abgelegenen Spielstätten weit abseits der großen hehren Musentempel inmitten der großen Städte.
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