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Schwerpunkt bei KuMuS-ProNeD war in Trossingen die Improvisation im Musikunterricht mit Alltagsobjekten und mobilen Technologien wie Playtronica und der Koala App. Foto: Jonas Šopa/HfM Trossingen

Schwerpunkt bei KuMuS-ProNeD war in Trossingen die Improvisation im Musikunterricht mit Alltagsobjekten und mobilen Technologien wie Playtronica und der Koala App. Foto: Jonas Šopa/HfM Trossingen

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Starke digitale Impulse sind nachhaltig gesetzt

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Drittmittelprojekte als wichtiger Bestandteil der HfM Trossingen
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An der Hochschule für Musik Trossingen mit seinem Landeszentrum MUSIK-DESIGN-PERFOR­MANCE endeten jetzt fünf Drittmittelprojekte. Im Vordergrund standen fünf unterschiedliche Themen – und doch lässt sich ein gemeinsamer roter Faden erkennen: Die Frage, wie Musiklernen, künstlerische Praxis und Forschung auf neue ge­sellschaftliche und technologische Bedingungen reagieren können, wurde in konkrete Räume und Formate übersetzt. Studierende, Lehrende, Forschende und externe Partner arbeiteten gemeinsam an einer Musikhochschule, an der Zukunft ausprobiert werden darf. Sichtbar wurde das in den Projekten MidiR, KISS/KIM, LEVIKO-XR, KuMuS-ProNeD und im hochschulübergreifenden Netzwerk 4.0. 

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Ein besonders anschauliches Beispiel für das Vorha­ben, Musiklernen in einer postdigitalen Gegenwart neu zu denken, ist MidiR – Musikstudium im digi­talen Raum. Das Projekt startete im Herbst 2021 unter der Leitung von Prof. Dr. Philipp Ahner und zielte darauf, Digitalität als Querschnittsdimension in Studium und Lehre zu verankern: Unterrichtsräu­me wurden technisch neu ausgestattet, Lehrende qualifiziert, Studienprogramme weiterentwickelt und die Veränderungen wissenschaftlich begleitet. Digitale Technik tritt nicht an die Stelle musika­lischer Arbeit, sondern soll sie sinnvoll erweitern: Theorieräume werden anders eingerichtet, im Kla­vierunterricht wird mit Projektion und Mitschnitt gearbeitet und hybride Unterrichtsformen werden technisch so zuverlässig gestaltet, dass sie didak­tisch nutzbar sind. 

Noch deutlicher in Richtung Experiment und Grenz­verschiebung weist KISS, genauer das Trossinger Teilprojekt „Künstliche Intelligenz in der Musik“ (siehe auch untenstehender Artikel). Hier ging es seit Anfang 2022 unter Leitung von Prof. Florian Käppler darum, KI als Werkzeug, Medium und Ge­genstand künstlerischer Praxis in die Hochschule hineinzuholen. Das Projekt schuf einen Raum für technische Innovation, ästhetische Reflexion und gesellschaftlich zeitgeistige Fragen. 

Während KISS die Schnittstelle von Kunst und KI auslotete, rückten KuMuS-ProNeD und LEVIKO-XR stärker in Richtung Schule, Lehrkräftebildung und Transfer. Beide Projekte liefen von 2023 bis 2026 als Teilprojekte im Kompetenzverbund lernen:digital. In KuMuS-ProNeD stand am Standort Trossingen die Arbeit mit mobilen, digitalen Technologien für Klassenstufen 3 bis 6 im Mittelpunkt. Mit leitfähigen Alltagsgegenständen wie Obst, Pflanzen oder Was­ser als Klangauslösern wurden didaktische Konzepte für den Musikunterricht entworfen, in dem die Mu­sik über Exploration, Improvisation und Gestaltung zugänglich wird. Gerade für Kinder am Übergang zur Sekundarstufe kann das entscheidend sein: Musik erscheint nicht als etwas, das man erst nach langer Vorübung „richtig“ darf, sondern als etwas, das sich handelnd entdecken lässt. 

In LEVIKO-XR wurden Lehr-Lern-Designs mit Exten­ded Reality entwickelt: Lerneinheiten zu virtuellen Konzerten und XR-Performances, Rhythmuslernen mit VR-Spielen oder kollaboratives Musizieren in immersiven Umgebungen. In virtuellen Lernumge­bungen lassen sich Instrumente skalieren, Lernende musizieren auf innovativen virtuellen Instrumenten als Avatare und schweben im Raum. Lernprozesse können anders visualisiert und räumlich erfahrbar gemacht werden. Gerade Musikunterricht erhält hier neue Erfahrungsdimensionen. Die entschei­dende Frage lautet dann nicht: Ist das realistisch? Sondern: Welche musikalischen und pädagogischen Möglichkeiten entstehen unabhängig davon? 

Der größere Rahmen dieser Entwicklungen war das Netzwerk 4.0 der Musikhochschulen, dem die HfM Trossingen als eine von 18 Hochschulen ange­hörte. Das Netzwerk lief von August 2021 bis Ende 2025 und schuf einen hochschulübergreifenden Resonanzraum für genau jene Fragen, die einzel­ne Standorte allein kaum in dieser Breite hätten bearbeiten können. Fortbildungen, Tagungen, Austauschformate und Publikationen sorgten da­für, dass Erfahrungen nicht lokal blieben, sondern zirkulieren konnten. 

Vielleicht liegt darin die eigentliche Leistung dieser fünf Projekte: nicht in der Behauptung, Musikhoch­schulen müssten „endlich digital werden“, sondern in der Einsicht, dass künstlerisch-pädagogische Bildung ihre eigenen Wege im Umgang mit tech­nologischen Veränderungen finden muss. Dass die Projekte erfolgreich ihre Spuren hinterlassen konnten – in Curricula, in Räumen, in Fortbildungen und in Netzwerken – ist neben den festen Projekt­mitarbeitenden auch denjenigen Angestellten der Hochschule zu verdanken, die die Projekte maßgeb­lich unterstützt haben, allen voran Projektmanager Emanuel Werres.

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