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Alle Artikel kategorisiert unter »Musikwissenschaft«

„Die Ruinen von Europa“

20.06.21 (Bojan Budisavljevic) -
Schriftlichkeit und Notation zwecks Überlieferung und Selbstvergewisserung ist eines der Hauptmerkmale europäischer Kultur, mit der Besonderheit, dass die Fähigkeit, dieses Wissen zwecks Menschen-, Geld-, Waren- und sonstigem Verkehr in „Machttechniken“ zu operationalisieren, Europa über Jahrhunderte hinweg eine überragende Machstellung in der Welt sicherte. Seit einiger Zeit nicht mehr, denn das Wissen und die Techniken haben die Alte Welt längst schon verlassen. Heiner Müllers „Hamletmaschine“ hatte bereits 1977 „im Rücken die Ruinen von Europa“, während die Neue Deutsche Welle mit Geier Sturzflug noch 1983 munter sang: „Besuchen Sie Europa, solange es noch steht“.
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Vereinnahmung in alle Richtungen

05.05.22 (Dirk Klose) -
Politische Instrumentalisierung von Musik der Vergangenheit im Deutschland des 20. Jahrhunderts am Beispiel Georg Friedrich Händels +++ Religiöse Friedensmusik von der Antike bis zur Gegenwart

Das Comeback eines Musikkritikers?

05.05.22 (Philipp Lojak) -
Einmal ein Musikstück von Brahms oder Liszt so erleben, wie es im 19. Jahrhundert die Zeitgenossen gehört haben mussten – das wäre etwas! Nun gibt es zwar keine Zeitmaschine, um uns in diese Zeit zu bugsieren, dafür aber eine neu erschienene Studie über die Musikkritiken im Dresdner Feuilleton 1864 bis 1889. Theresa Henkel widmete sich in ihrer Dissertation den Texten des Musikschriftstellers und seinerzeit geschätzten, heute aber weitgehend vergessenen Liederkomponisten Carl Banck (1809–1889). Damit setzt sie Grundsteine für die Erforschung der Musikrezeption in den deutschen Tageszeitungen und zeigt, wie wichtig das musikalische Feuilleton in der Mediation zeitgenössischer Diskurse in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war. Für den Leser ist dies eine Gelegenheit, in die spannende Gedanken- und Erlebniswelt eines Zeitgenossen von Richard Wagner einzutauchen.

Buch-Tipps 2022/04

11.04.22 (Michael Wackerbauer) -
Der Zauberklang der Geige (Wegzeichen Musik 14) +++ Lotte Thaler: „Alles kommt ans Licht“. Gespräche mit Wolfgang Rihm (Caprices 15) +++ Michael Lepper: de Linguis Musicam Notare. Beiträge zur Bestimmung und Stilistik moderner Musiknotation durch mathematische Remodellierung

125. Todestag von Brahms: Falsche Klischees und offene Fragen

01.04.22 (dpa) -
Wien - Brahms war nicht nur ein Musik-Titan. Der Hanseat liebte die leichte Muse und beschäftigte sich mit japanischer Volksmusik. Forscher fordern ein umfassenderes Bild des Komponisten.

Buch-Tipps 2022/03

09.03.22 (Michael Wackerbauer) -
Robert Maschka: Manfred Trojahns Musik +++ Deutsch-Russische Musikbegegnungen 1917–1933 +++ Richard Wagner: Briefe des Jahres 1875

Aus dem musikalischen Kanon gefallen

21.12.21 (Dirk Klose) -
Beim Namen Engelbert Humperdinck (1854–1921) spürt man fast immer etwas Behagliches. Man denkt an „Hänsel und Gretel“ und an freundliche Aufführungen der Oper zumal in der Weihnachtszeit. Gleichwohl ist das Werk dieses immens fleißigen Komponisten heute fast unbekannt. Humperdinck teilt das Schicksal vieler „Ein-Werk-Komponisten“ wie Max Bruch (g-moll-Violinkonzert) oder Ruggiero Leoncavallo („Bajazzo“); nur ein einziges Werk von diesen wird wieder und wieder gespielt, darüber hinaus kaum etwas.

Vorsichtige Anerkennung für einen Visionär

17.11.21 (Gerhard Dietel) -
Den Begriff „neue wege“ führt die Schriftenreihe des in Regensburg beheimateten „Sudetendeutschen Musikinstituts“ im Titel, und besonders gut passt dieses Motto zum eben im Rahmen dieser Reihe erschienenen Band mit der Nummer 18. Er ist dem tschechischen Komponisten Alois Hába (1893–1973) gewidmet, der mit einem guten Teil seines Werks Pionierarbeit leistete und klangliches Neuland erschloss. Ursprünglich angeregt durch die Volksmusik seiner mährischen Heimat und wohl auch beflügelt durch einschlägige Gedanken in Ferruccio Busonis „Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst“ begann Hába nämlich, mit einem erweiterten Tonsystem zu experimentieren, das die gängige zwölftönige Skala um Mikrointervall-Zwischenstufen bereicherte: um Viertel- oder sogar Sechsteltöne.
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