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Alle Artikel kategorisiert unter »Musikwissenschaft«

36. Musikinstrumentenbau-Symposium

31.03.20 (Martina Binnig) -
Vom 15. bis 17. November 2019 fand im Kloster Michaelstein das inzwischen 36. Michaelsteiner Musikinstrumentenbau-Symposium statt. In diesem Jahr ging es um das Thema: „Der Streichins­trumentenbau im sächsischen Vogtland.“ Dem Vogtland kommt neben dem bayrischen Mittenwald als weiteres historisches Zentrum für den Bau von Streichinstrumenten nördlich der Alpen eine besondere Bedeutung zu. Als Austragungsort für ein Symposium zu diesem Thema war das Kloster Michaelstein geradezu prädestiniert, da das klostereigene Instrumentenmuseum deutschlandweit die größte Sammlung vogtländischer Streichinstrumente außerhalb des Vogtlandes beherbergt. Und so stand für die Teilnehmer des Symposiums selbstverständlich auch eine Führung durch das Museum auf dem Programm.

Jenseits des Fünf-Linien-Systems

29.02.20 (Pat Christ) -
Die übliche Herangehensweise ist die: Ein Komponist erfindet eine Melodie und stellt die Töne innerhalb des Fünf-Linien-Systems dar. „Genau diese Selbstverständlichkeit wurde in den 1950er Jahren in Frage gestellt“, sagt Julia Freund vom Gießener Institut für Musikwissenschaft. Komponisten begannen, grafisch zu notieren. Die 34-Jährige befasst sich mit solchen grafischen Notationsstrategien. Eingebettet ist ihre Arbeit in das trinationale Forschungsprojekt „Writing Music“, das Anfang 2018 startete.

Komponieren im Medium der Samples

26.02.20 (Harry Lehmann) -
Die Digitalisierung führt zu einem Bruch mit einer tausendjährigen Musikkultur, die auf dem Lesen und Schreiben von Noten beruhte. Wurde Kunstmusik bislang im Medium der Noten komponiert, so entwickeln sich heute – nicht nur in der Populär-, sondern auch in der Kunstmusik – die Samples zum neuen Medium der Komposition. Die im 20. Jahrhundert aufkommende Popmusik hatte diesen Bruch antizipiert, aber noch nicht vollzogen. Erst wenn die Digitalisierung auch die am stärksten in der Notenschrift verankerte Musik erfasst hat, kann man davon sprechen, dass die Epoche der literalen Musikkultur zu Ende geht.

Aufs Weitergehen kommt es an

01.02.20 (Holger Noltze) -
Musik war ihm eine existenzielle Angelegenheit. Mit Kleinmeistern hielt er sich nicht auf. Martin Geck rang ein Leben lang mit den ganz Großen, Bach, Beethoven, Wagner, Mozart, Schumann und Mendelssohn; bewegt von dem Ungeheuerlichen, das ihm schon als Kind so erschien. Derart staunenswert, überwältigend, dass ihn das Hören eines Musikstücks wie benommen zurücklassen konnte. Oder wütend, wenn der Knabe empört das elterliche Wohnzimmer im Recklinghäuser Pfarrhaus verließ, weil er fand, dass nach der Radio-Übertragung einer Beethoven-Symphonie nicht einfach weitergeredet werden sollte.

Schlager – dialektisch

17.01.20 (Martin Hufner) -
Die „Junge Union“ hat in Berlin zu einer Weihnachtsfeier eingeladen, die unter dem Motto „Schlager gegen Links“ steht. Angeblich ist der Zuspruch so groß, dass man die geplante „Location“ wechseln muss. Wie man aus gut unterrichteten Kreisen gehört hat, soll es sich bei den zahllosen Interessentinnen vor allem um Musikwissenschaftlerinnen handeln, die sich auf dieser Veranstaltung fortbilden möchten. Welche Werke der Musik haben die Heldinnen der „Jungen Union“ denn da im Blick? Wo sind all die Schlager, die explizit „gegen Links“ wären. Außer eher den Schlägerinnen von rechts eben.

Friedrich Geiger neuer Professor für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater München

09.01.20 (PM - HMTM) -
Friedrich Geiger übernimmt zum 1. März 2020 eine Professur für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM). „Ich freue mich sehr, dass mit der Besetzung dieser Professur der Bereich der historischen Musikwissenschaft an unserer Hochschule deutlich gestärkt wird,“ erklärt Bernd Redmann, Präsident der HMTM. „Die Musikwissenschaft ist für alle Ausbildungsbereiche an unserem Haus relevant. Durch die besonderen Forschungsschwerpunkte von Geiger wird es auch sehr gute Anknüpfungspunkte zu unserem Ben Haim-Forschungszentrum geben, das wir voraussichtlich Ende März eröffnen werden.“

Abstand vom Musikologen-Jargon

30.11.19 (jmk) -
„Schon die Jugendsinfonien sind ja ein ums andere Mal Ereignisse, die man völlig verkennt, wenn man sie vor allem als Adaptionen fremder Einflüsse in den Blick nimmt oder am Sonatenhauptsatzschema misst – der einschläferndsten Droge, welche die musikwissenschaftliche Analyse je für sich und andere entdeckt hat.“ Ein typischer Satz für Martin Geck, der – wie hier in seinem Mozart-Buch von 2005 – immer wieder ironisch Abstand nehmen konnte vom Musikologen-Jargon.

„Der Schlüsselwerke kann es nicht genug geben“

26.11.19 (Bojan Budisavljevic) -
Wer heutzutage eine musikalische Auswahl trifft, gar einen Kanon aufstellt, begibt sich in umstrittenes, ja vermintes Gelände, hat vorsichtig zwischen den Sprengsätzen von Diskursmacht und Deutungshoheit, Vergangenheitsbeschwörung und Innovationsabwehr zu manövrieren. Zumal wenn es sich dabei ausschließlich um die westliche Kunstmusik handelt, ist mit Anwürfen von Eurozentrismus und der Vernachlässigung populärer Genres zu rechnen. Und dennoch: Soeben im Wolke Verlag erschienen ist ein mit „Schlüsselwerke der Musik“ betitelter Band zur Kunstmusik des Abendlandes, eine Auswahl von 268 Werken aus über 1.000 Jahren, von der ersten Mehrstimmigkeit bis Unsuk Chin, 171 Komponisten und 10 Komponistinnen auf 300 Seiten, inklusive Zeitstrahl und Glossar. Ausgewählt und beschrieben wurden die Werke von Bernd Asmus, Claus-Steffen Mahnkopf und Johannes Menke. Mit Claus-Steffen Mahnkopf sprach für die nmz Bojan Budisavljevic.

[nmz-newsletter] 20.11.2019 – Festschriftkrise | Öffentlich-rechtlicher Rundfunk | Ferchows Fenstersturz | Rezensionen | Neuer Podcast mit Irene Kurka | Nachrichten

20.11.19 (Martin Hufner) -
Update: Festschriftkreise – Wer hätte je gedacht, dass sich der Streit um eine Festschrift zu einem solchen Schadensfall für das Netzwerk aus Musikwissenschaft und Kunst entwickeln würde. Das Schweigen zu diesem Unfall der Publikationsgeschichte bröckelt merklich und langsam zieht der Streit um die Mauser-Festschrift größere Kreise. Nun bezieht auch ein renommiertes musikwissenschaftliches Forschungsinstitut Stellung.

Aus der Perspektive des Vaters

18.11.19 (Juan Martin Koch) -
„Fort mit Dir nach Paris!“ Dieses berühmte Zitat stammt aus einem der Briefe Leopold Mozarts, die er im Februar 1778 an seinen zusammen mit dessen Mutter in Mannheim weilenden Sohn Wolfgang schrieb. Der Briefwechsel aus dieser Zeit markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Vater-Sohn-Beziehung und so bildet er auch einen Schwerpunkt in einem Kapitel, das Silke Leopold in ihrer bei Bärenreiter/Metzler vorgelegten Biografie (anlässlich der 300. Wiederkehr von Leopold Mozarts Geburtstag am 14. November 1719) mit „Der Ratgeber“ überschrieben hat.
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