9.6.: musikwirtschaft aktuell +++ musikwirtschaft


09.06.02 -
Öffentliche CD-Kopierer bald auch in Europa +++ Musikindustrie ist sauer - BMG Europa Chef kritisiert Bundesregierung
09.06.2002 - Von nmz-red/leipzig, KIZ


Öffentliche CD-Kopierer bald auch in Europa
CD-Kopieren soll in der Öffentlichkeit bald so einfach sein, wie ein Buch zu fotokopieren. Mit dem öffentlichen Münzkopierer Copyvend soll jeder innerhalb von fünf Minuten eine 1:1-Kopie einer CD erstellen können. In Australien werden die blauen Kopierstationen bereits seit Anfang April angeboten. Für Deutschland soll die Osnabrücker Firma Hamiltons Kontor den Vertrieb des 3.700 Euro teuren Geräts übernehmen. Die Händler können die Kosten pro Kopie selbst einstellen. Copyvend empfiehlt einen Preis von drei Euro für den reinen Kopiervorgang. Auf ihrer Webseite rechnen sie den Aufstellern schnelle Gewinne vor, die Wartungskosten seien minimal.
Die öffentlichen Kopierstationen dürften die Dikussion um die gesetzliche Neuregelung für digitalen Kopien neu anheizen, verlagert die Kopierstation doch das bisher legale private Kopieren in den öffentlichen Raum. Copyvend schiebt die Verantwortung, was kopiert wird, jedoch auf den Nutzer ab. Mit Schildern soll dieser darauf Hingewiesen werden, dass urheberrechtlich geschütztes Material nicht auf dem Kopierstationen dupliziert werden darf.

Musikindustrie ist sauer - BMG Europa Chef kritisiert Bundesregierung
München (ddp). Die Musikindustrie greift die Bundesregierung scharf an. Auf Kritik stieß die Erklärung des Kulturstaatsministers Julian Nida-Rümelin (SPD) zum Verkauf des Musikkanals VIVA an einen US-Konzern. Nida-Rümelin hatte bedauert, dass durch den Verkauf ein Stück Musikkultur in Deutschland verloren gehe. Die Bundesregierung habe selbst zu dieser «prekären Lage» beigetragen, sagte der Europa-Präsident der Bertelsmann Music Group (BMG), Thomas M. Stein, am Freitag dem Hamburger Branchendienst «Musik» . Die Regierung schaffe es nicht, ein Konzept zur Förderung der Rock- und Popmusik vorzulegen. «Die Monate der Sprechblasen kosteten viele auf dem Musikmarkt die Existenz», betonte Stein.
Stein forderte außerdem die Umsetzung der EU-Richtlinie zum Urheberrecht noch vor der Bundestagswahl im September. Der «verheerende Flächenbrand» der CD-Brennerei und das kostenlose Downloaden von Musik habe eine so dramatischen Umfang angenommen, dass die Lage für die gesamte Musikwirtschaft «prekär» sei und den deutschen Tonträgermarkt Milliarden an Umsatzverlusten brächten.








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