Aktionstag an der HMT Leipzig: „Machtmissbrauch und sexualisierte Diskriminierung in der Musik(-Ausbildung)"


18.05.18 -
Der Studierendenrat und das mentoringArts-Programm der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Leipzig laden am 22. Juni 2018 um 14.00 Uhr zum Aktionstag zu „Machtmissbrauch und sexualisierte Diskriminierung in der Musik(-Ausbildung)“ (Podium und Workshop) in den Orchesterprobensaal der HMT Leipzig, Grassistraße 8, ein.
18.05.2018 - Von PM, KIZ

Die #MeToo-Bewegung entfachte im Herbst 2017 einen lauten öffentlichen Diskurs über Machtmissbrauch und sexualisierte Diskriminierung, unter anderem im Kulturbetrieb. Der Diskurs sorgte auch in Deutschland für Wirbel. Musikhochschulen sind, aufgrund der Notwendigkeit des Einzelunterrichts, ein für dieses Thema sensibler Ort. Seit der Verurteilung des ehemaligen Rektors der Münchener Hochschule für Musik und Theater wegen eines sexuell motivierten Übergriffs erließen Musikhochschulen Richtlinien gegen sexuelle Belästigung und Gewalt. Studierendenrat und mentoringArts der HMT Leipzig wollen mit dieser Veranstaltung das Bewusstsein für diese Thematik schärfen und mit Studierenden und Lehrenden Strategien und Hilfestellungen zur Prävention erarbeiten.

Mit namhaften Podiumsgästen aus dem Hochschulkontext und dem Kulturbetrieb wird dieses Thema aufgegriffen:

Nora Hantzsch aka sookee: Die in Berlin wohnhafte feministische Rapperin setzt sich künstlerisch und öffentlich gegen Sexismus, Homophobie und Rassismus ein. Sookee sieht es als ihre Pflicht an, Themen wie Sexismus immer wieder aufzugreifen – auch wenn sie, wie viele andere, davon müde ist.

Moritz Eggert: Der Komponist und Pianist lehrt als Hochschulprofessor an der Hochschule für Musik und Theater München. Außerdem schreibt er auf dem „Bad Blog Of Musick“ der „Neuen Musikzeitung“ (nmz). Er positionierte sich öffentlich zur #MeToo-Debatte und fordert neue Umgangsformen auch in der Klassik-Szene.

Wallis Giunta: Die Kanadierin ist eine international gefragte Mezzosopranistin und aktuell Solistin an der Oper Leipzig. Sie gewann bei der diesjährigen Verleihung des International Opera Award den Preis für die beste Nachwuchskünstlerin. Giunta nahm öffentlich Stellung zu Erfahrungen mit sexueller Belästigung im Opernbetrieb.

Oliver Grimm: Als Kanzler der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Leipzig setzt er sich für die Verbesserung des Schutzes vor Machtmissbrauch und sexualisierter Diskriminierung ein und hat sich als Jurist mit den vielgestaltigen rechtlichen Aspekten zu dieser Thematik befasst.

Nhi Le moderiert das Podium. Die Leipzigerin ist Autorin, Speakerin und mehrfach ausgezeichnete Slam-Poetin. Sie setzt sich vielseitig mit dem Thema Sexismus auseinander.

Im Anschluss an das Podium können sich alle Interessierten an moderierten Tischen im World-Café-Format über eigene Erfahrungen, Lösungsansätze und Handlungsbedarf austauschen. Eine Präsentation der Ergebnisse fasst zum Abschluss zusammen, was zu tun bleibt und wirft einen Blick in die Zukunft.

 

 

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