Heinrich-Schütz-Preis geht an französische Künstlerin Françoise Lasserre


10.09.20 -
Halle - Die französische Künstlerin Françoise Lasserre erhält den diesjährigen Heinrich-Schütz-Preis. Mit der internationalen Anerkennung werde die Hochschullehrerin für ihre jahrzehntelange Beschäftigung mit dem Leben und Werk von Heinrich Schütz (1585-1672) geehrt, teilte der Verein Mitteldeutsche Barockmusik am Mittwoch in Halle mit.
10.09.2020 - Von dpa, KIZ

Die Preisträgerin erhalte die Auszeichnung am 11. Oktober beim Abschlusskonzert des diesjährigen Heinrich Schütz Musikfests in Weißenfels. Das Barockfestival unter dem Motto «dero weitberümbte Music» beleuchtet vom 2. bis 11. Oktober an den originalen Wirkungsstätten in Weißenfels, Zeitz, Bad Köstritz, Gera und Dresden das Werk des Komponisten.

Heinrich Schütz (1585-1672) gilt als erster deutscher Komponist von europäischem Rang. Er stammte aus dem thüringischen Bad Köstritz und wuchs in Weißenfels auf. Ab 1617 erlangte er als Kapellmeister am Hof in Dresden Ruhm. Unter seiner Führung erlebte die heutige Staatskapelle Dresden ihre erste Blütezeit.

 

aus der PM des Heinrich-Schütz-Musikfestes:

Françoise Lasserre – Vita

Françoise Lasserre studierte zunächst Mathematik, anschließend Quer- und Traversflöte, Chorgesang, Komposition und Dirigieren an der École Normale de Musique de Paris. Anfang der 1980er Jahre war sie Mitglied von La Chapelle Royale und Collegium Vocale Gent unter der Leitung von Philippe Herreweghe. Nicht minder prägend waren die Jahre der Zusammenarbeit mit Michel Corboz. Mit Unterstützung der Regionalregierung von Champagne-Ardenne in Reims gründete Lasserre 1986 das Ensemble Vocal Régional de Champagne-Ardenne, das sie zehn Jahre später als professionelles Vokal- und Instrumentalensemble in Akadêmia umbenannte. Mit ihrem Ensemble gastierte sie in ganz Frankreich, Großbritannien, Deutschland, den USA, Russland und Indien. Mehrfach wurden ihre zahlreichen CD-Einspielungen mit Preisen gekrönt. Als Gastdirigentin arbeitete sie u.a. mit französischen Vokalensembles sowie mit La Fenice und Concerto Italiano zusammen. Am Conservatoire à rayonnement régional de Poitiers unterrichtete sie mehrere Jahre Chorleitung.

Die künstlerische Arbeit von Françoise Lasserre ist immer wieder auch von außergewöhnlichen und genreübergreifenden Projekten geprägt und bezieht Choreograf:innen, Puppenspieler:innen und Theaterregisseur:innen ein. Unter anderem entstand 2014 ein vielbeachtetes Passionsprogramm mit Texten von Jean-Pierre Siméon und Musik von Johann Sebastian Bach. Seit 2013 sind Lasserre und ihr Ensemble mit künstlerischen und Bildungsprojekten in Indien engagiert; 2018 war sie Initiatorin des Gesangswettbewerbs „Voices of India“. Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit Schulen, Senioreneinrichtungen, sozialen Zentren und Verbänden ist dem Ensemble wie dessen Leiterin eine Herzensangelegenheit.

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