In memoriam Prof. Dr. Andreas Meyer-Hanno


18.09.06 -
Am 7. September 2006 ist Andreas Meyer-Hanno im Alter von 74 Jahren in Frankfurt am Main verstorben. Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main trauert um einen großartigen Kollegen und Kunstschaffenden und um einen engagierten Menschen.
18.09.2006 - Von nmz-red/leipzig, KIZ


Andreas Meyer-Hanno wurde als Sohn der jüdischen Pianistin Irene Sager und des kommunistischen Schauspielers Hans Meyer-Hanno in Berlin geboren. Er lebte in seiner Kindheit mit seiner Familie in der Berliner Künstlerkolonie, einem letzten Refugium für Antifaschisten in der NS-Zeit. Ab 1942 wurde er aufgrund eines Goebbels-Erlasses wie alle sog. “halb- und vierteljüdischen” Kinder vom Besuch der höheren Schulen ausgeschlossen. Im Jahre 1949 begann Andreas Meyer-Hanno Musik- und Theaterwissenschaft zu studieren. Nach seiner Promotion 1956 wurde er in Wuppertal als Regieassistent der Oper engagiert und war dort von 1959 bis 1964 zweiter Spielleiter. 1965 ging Meyer-Hanno als Oberspielleiter an die Oper Karlsruhe; sein weit gefächertes Repertoire umfasste diverse Ur- und Erstaufführungen; zudem war er häufig als Regie-Gast in Darmstadt unter der Intendanz von Gerhard F. Hering.

Von 1972 bis 1976 übernahm er die Oberspielleitung des Staatstheaters Braunschweig. In seinen 20 Theaterjahren hat Andreas Meyer-Hanno über 100 Operninszenierungen erarbeitet. Im Jahre 1976 folgte er dem Ruf als Professor an die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main, wo er bis zu seiner Emeritierung 1995 als szenischer Leiter unterrichtete.

Seit 1973 engagierte sich Meyer-Hanno für die Schwulenbewegung. Auf seine Initiative geht auch das 1994 errichtete deutschlandweit erste “Mahnmal Homosexuellenverfolgung” in Frankfurt am Main zurück. 1991 stiftete er sein Vermögen der “Hannchen-Mehrzweck-Stiftung”. Prof. Meyer-Hanno ist seit 1993 Träger der Römerplakette der Stadt Frankfurt am Main und des Osnabrücker Preises „Rosa Courage”. Am 15. Dezember 2000 verlieh ihm Bundespräsident Johannes Rau für sein Lebenswerk das Bundesverdienstkreuz.

Quelle: Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt










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