Initiative Musik unterstützt 27 Künstler- und Strukturprojekte


04.06.10 -
Insgesamt 24 Künstler- und drei Strukturprojekte bewilligte der Aufsichtsrat der Initiative Musik gGmbH auf seiner zweiten Fördersitzung 2010, der zehnten seit Gründung. Fast 450.000 Euro fließen damit in die Stärkung des Musikstandortes Deutschland, sowohl im In- als auch im Ausland.
04.06.2010 - Von PM - Initiative Musik, KIZ

Künstlerprojekte, die sich zukünftig hören lassen
„Der Initiative Musik lag eine Bandbreite an wirtschaftlich überzeugenden und musikalisch spannenden Anträgen vor. Um hier nur zwei Pole herauszugreifen: Im Segment Singer-Songwriter haben mich Anna Depenbusch und Philipp Poisel besonders überzeugt. Und im Indie-Bereich bin ich neugierig auf die weitere Entwicklung von Schluck den Druck, Dadajugend Polyform und HGich.t“, äußert Norbert Niclauss vom Aufsichtsrat zu den Anträgen im Bereich „Künstlerprojekte“. Anna Depenbusch aus Hamburg wurde bereits 2009 für den ersten Deutschen Musikautorenpreis der GEMA in der Sparte „Nachwuchs“ nominiert. Für den Herbst plant sie ihr zweites Album, das chanson-orientiert und nach der Auflösung ihrer Band in ganz unterschiedlicher Besetzung, von Solopiano bis zu großem Orchester, eingespielt werden soll.

Ganz anders Philipp Poisel aus Stuttgart. Er hat sich dem Pop verschrieben und verkaufte von seinem Debüt „Wo fängt dein Himmel an“ bereits über 40.000 Tonträger. Seine neue CD wird auf dem Label Grönland von Herbert Grönemeyer erscheinen, der über Philipp Poisel sagt: „Seine Lieder wachsen mit jedem Mal Hören und entwickeln einen wärmenden, beruhigenden Sog.“

„Wie geil ist das denn?“, so wiederum kommentierten Dadajugend Polyform aus Nürnberg in einer ersten Mail ihre Förderung durch die Initiative Musik. Musikalisch bewegt sich das junge Trio nach eigener Aussage zwischen Post- Punk, Elektropunk und Wavepop. Unterstützt werden durch die Initiative Musik Produktion, PR und Marketing ihres Debüts, das im Spätherbst erscheinen wird.

Stärkung der musikwirtschaftlichen Infrastruktur in Deutschland
Neben musikalisch und wirtschaftlich überzeugenden Künstlerprojekten beschloss der Aufsichtsrat der Initiative Musik auch drei Strukturförderprojekte im Bereich Rock, Pop und Jazz. So erhält die im Rahmen der diesjährigen c/o-pop in Köln stattfindende „Europareise“ ebenso eine Unterstützung, wie das in Jena entwickelte Konzept der LAG Jazz unter der Überschrift „Impulsregion Jazz Thüringen“. Während sich „Europareise“ im internationalen Kontext bewegt und durch die Kooperation mit großen Festivals weltweit, wie dem CMJ – Music Marathon & Film Festival oder South by Southwest (beide USA), dem Mutek oder Pop Montreal (beide Kanada) oder dem Global Groove (Indien) deutsche Künstler dem Ausland präsentiert und vorstellt, liegt der Grund der Förderung in Thüringen in der geplanten strukturellen Vernetzung der Region im Bereich Jazz mit den umliegenden Bundesländern in Mitteldeutschland.

Deutsche Künstler im Herbst erneut in China
Zur konkreten Ausgestaltung der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China bei der Präsentation und Vermarktung von Künstlern wurden durch die Initiative Musik im vergangenen Jahr Musterverträge auf den Weg gebracht, die nun in drei ersten Fällen einen Praxistest erfahren. Dabei geht es um die Prüfung und Genehmigung von deutschen Vertragspartnern seitens China mit dem Ziel, die dort vereinnahmten musikalischen Erlöse den deutschen Künstlern zukommen zu lassen. Die konkreten Absprachen dazu werden Teil des vierten Chinabesuches der Initiative Musik in der zweiten Oktoberwoche sein. Gleichzeitig werden erneut deutsche Künstler, wie bereits in der Vergangenheit, die Möglichkeit haben, sich vor Ort dem chinesischen Publikum zu präsentieren. Geplant sind unter anderem Auftritte im Rahmen der Expo 2010 und der Music China in Shanghai.
Neu ist die dabei Kooperation mit der Musikmesse Frankfurt. Als internationale Leitmesse für Musikinstrumente und Musikproduktion veranstaltet sie seit 2002 auch die größte Musikmesse Asiens, die "Music China", mit. Durch die Partnerschaft erweitert die Initiative Musik ihr Netzwerk konsequent, sowohl national als auch international. "Die Zusammenarbeit war nahe liegend, nutzt doch jeder Künstler in seiner täglichen Arbeit Musikinstrumente und Equipment zur Musikproduktion. Alles, was es in diesem Bereich an Know-how und Innovation gibt, findet man bei uns. Wir freuen uns auf die Solisten und Bands der Initiative Musik im Rahmen der ‚Music China‛ in Shanghai vom 12. bis 15. Oktober 2010", erklärt Wolfgang Lücke, Director Musikmesse Frankfurt.

The Baseballs – ein Leben nach der Förderung
Sie sind derzeit die deutschen Abräumer in den internationalen Charts. In den Niederlanden Gold, in Norwegen und Schweden Platin, in der Schweiz Doppel- Platin und in Finnland sogar Vierfach-Platin: The Baseballs rocken und rollen die europäischen Charts mit Coverversionen im Stil der fünfziger Jahre und stiegen in der vergangenen Woche sogar auf Platz 4 der UK-Charts ein. Auch in Deutschland haben sie bereits Goldstatus mit ihrem aktuellen Album „Strike!“ erreicht und ihre aktuelle Tour ist weit reichender als noch vor zwei Jahren. Diese wurde damals von der Initiative Musik unterstützt und führte die Band durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Die Förderung hat sich gelohnt.

Anträge für die zehnte Förderrunde der Initiative Musik gGmbH können bis Montag, den 12. Juli 2010, 18 Uhr eingereicht werden

Eingereicht werden können Projekte mit einer Eigenbeteiligung von mindestens 60%. Bewilligt wurden bisher 256: 50 Infrastruktur- und 206 Künstlerprojekte.

Weitere Informationen unter http://initiative-musik.de/index.php?id=4

Die Initiative Musik gGmbH wurde im Oktober 2007 mit dem Ziel gegründet, Musiker, Personen mit Migrationshintergrund und Musikunternehmen der Sparten Rock, Pop und Jazz zu fördern sowie populäre deutsche Musik im Ausland zu verbreiten. Sie ist eine Fördereinrichtung für die deutsche Musikwirtschaft. Seit 2008 wurden insgesamt mehr als 250 Künstler- und Infrastrukturprojekte bewilligt. Dafür wurden durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages bislang Fördergelder in Höhe von 6 Mio. EUR bewilligt.

Die GEMA/GEMA-Stiftung und die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) beteiligen sich am Budget der Initiative Musik. Sie wird getragen von der GVL und dem Deutschen Musikrat e.V. Der Aufsichtsrat besteht aus 12 Mitgliedern, paritätisch besetzt mit sechs aus der Politik und sechs aus der Musikwirtschaft. Der Aufsichtsrat entscheidet über die Förderanträge. Vorsitzender ist Dieter Gorny, seine beiden Stellvertreter sind Steffen Kampeter (MdB) und Carsten Schneider (MdB). Die Geschäftsführung liegt bei Ina Keßler.

...selbstlos, kompetent, unabhängig...

Nach wie vor demonstriert diese kleine Image-Wolke für Kampeter (CDU), Schneider (SPD) und Gorny (alles, was Profit bringt), wie sogenannte Förderung zur Privatsache verkommt…
meint:
Theo Geißler
www.nmz.de


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