Instrumentaler Orientierungsunterricht


22.03.02 -
Experiment gelingt Orientierungshilfe: Musikschule stellt Kindern in einem mehrteiligen Kurs Instrumente vor – Wiederholung ist für Herbst geplant.

22.03.2002 - Von deimling, KIZ

ERFELDEN.„Bei der Gitarre verklingt der Ton nach und nach, bei der Geige kann ich den Ton ewig halten, wenn ich will.“ Musiklehrer Gerhard Putschögl spricht in der alten Erfelder Schule zu fünf Kindern, die im Halbkreis vor ihm sitzen, und demonstriert Klänge und Spielweisen: ganz leise bis ganz laut, mit und ohne Vibrato, Melodien mit und ohne Verzierungen. Die Fünf- und Sechsjährigen halten Gitarren auf dem Schoß, später dürfen sie auch die Geige einmal ausprobieren – mit zupackender Hilfe Gerhard Putschögls, des pädagogischen Leiters der Riedstädter Musikschule.

Die Kinder sollen ein Gespür dafür bekommen, was ein Instrument kann, wie es sich anfühlt, wie es anzufassen und zu bedienen ist. Die meisten von ihnen haben schon die „Musikalische Früherziehung“ hinter sich, nun nehmen sie am Orientierungskurs teil – einem neuen Angebot. Ziel ist, die Entscheidung für ein bestimmtes Instrument zu erleichtern. Damit es bei Eltern und Kindern nicht nach einem halben Jahr Unterricht zum großen Frust kommt, weil Flöte oder Geige lustlos in die Ecke gepfeffert werden. Bei Jonas hat der sechsteilige Kurs gefruchtet: „Er möchte Flöte lernen“, sagt seine Mutter am Ende der Stunde, „kann ich ihn gleich anmelden?“.

Nicht bei allen Teilnehmern des Musikschul-Kurses geht das so fix und das braucht es auch nicht. „Wir stellen die wesentlichen Instrumente für Kinder dieses Alters vor. Das ist eine Anregung. Man kann nicht erwarten, dass ein Kind dann unmittelbar einen Entschluss fasst. Aber die Eindrücke aus den Stunden können später Wirkung haben, wenn ein Kind ein Instrument wieder sieht oder hört“, so Putschögl.

Er hält das Experiment nach Abschluss der ersten Reihe für gelungen. Für so gelungen, dass der Orientierungskurs nach der Sommerpause wieder im Programm stehen soll. Sechs mal eine Dreiviertelstunde kommen bis zu sieben Kinder zusammen und erfahren spielerisch, was es mit Schlagzeug, Klavier, Blockflöte, Oboe, Gitarre und Geige auf sich hat. Die Anregung für diese Art der Orientierung kam von der Musikschule Groß-Gerau, aber auch von Eltern, erzählt Putschögl. Das Gute an der Sache: „Musikalische Veranlagung und individueller Wunsch und Kenntnisse lassen sich besser in eine Balance bringen.“ Die Entscheidung für ein Instrument werde leichter, wenn man ein ganzes Spektrum vor Augen hat.

Der pädagogische Leiter der Musikschule war angenehm überrascht, wie diszipliniert und interessiert die Kinder das Angebot angenommen hätten. Ihre Aufmerksamkeit trug bei zu einer „gesamtmusikalischen Prägung“, die noch positive Wirkung zeigen kann.

Darmstädter Echo
http://www.echo-online.de/suedhesse…

Überregionale Informationen zum Instrumentalen Orientierungsunterricht unter www.instrumentaler-orientierungsunterricht.de












Tags in diesem Artikel

Das könnte Sie auch interessieren: