Leipziger Sender TV 50 plus will ältere Zuschauer ansprechen


19.04.02 -
Im vierten Quartal 2003 will der Chef der TV-Produktionsfirma MovieMaXX TV & Movie Produktions GmbH das Fernsehprogramm TV 50 plus starten. Das werbefinanzierte Programm mit den Schwerpunkten Fiction und Service/Magazine soll über einen analogen Astra-Satelliten und Kabel verbreitet werden.
19.04.2002 - Von nmz-red/leipzig, KIZ

Leipzig (ddp). Von Super RTL bis Viva, vom Kinderkanal bis zu MTV und vom Disney Channel bis Fox Kids, an TV-Programmen für die Jugend mangelt es in der deutschen Fernsehlandschaft nun wahrlich nicht. Düster sieht es dagegen beim Fernsehangebot für Senioren aus. Diese Unterversorgung ist umso frappierender, als gerade diese Gruppe in der Bevölkerung immer größer wird.

Der soeben vorgelegte Altenbericht der Bundesregierung zeigt, dass etwa die Zahl der Menschen über 80 in den nächsten Jahrzehnten in der Bundesrepublik deutlich zunehmen wird. Hat es 1950 noch doppelt so viele Menschen unter 20 wie ab 60 gegeben, so wird sich dieses demographische Verhältnis bis 2050 genau umkehren.

Angesichts dieser Entwicklung ist ein adäquater TV-Spartenkanal für die Zielgruppe der älteren Zuschauer längst überfällig. Wenn es nach George Hiller geht, wird sich das bald ändern. Denn im vierten Quartal 2003 will der Chef der TV-Produktionsfirma MovieMaXX TV & Movie Produktions GmbH das Fernsehprogramm TV 50 plus starten. Das werbefinanzierte Programm mit den Schwerpunkten Fiction und Service/Magazine soll über einen analogen Astra-Satelliten und Kabel verbreitet werden.

Von der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich und der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten hat Hiller dieser Tage bereits grünes Licht für das frei empfangbare Vollprogramm bekommen. Auch die zuständige Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien hat bereits zugestimmt.

Hiller ist Alleingesellschafter und Geschäftsführer der TV 50 plus Rundfunk- und Mediendienste GmbH in Leipzig und arbeitete unter anderem als Produktions- und Herstellungsleiter bei der Produktion von Fernsehfilmen, Kinofilmen und Werbespots. In Leipzig will er auch die Redaktion aufbauen. Den Personalbedarf gibt er mit etwa 150 Mitarbeitern an.

Allein kann Hiller ein Programm, das im Jahr schätzungsweise zwischen 150 und 200 Millionen Euro kosten dürfte, natürlich nicht finanzieren. “Im Zuge der Projektentwicklung wird es weitere Investoren geben,” erklärt der 44-jährige Medienunternehmer auf Anfrage. Allein der Investitionsbedarf für's erste Jahr wird auf etwa 200 Millionen Euro veranschlagt. “Den Break Even wollen wir in vier bis fünf Jahren erreichen,” so Hiller.

Zuversichtlich stimmt ihn in dieser Hinsicht das “positive Feedback der Werbewirtschaft”, die inzwischen registriert habe, dass “sich das Image der Altersgruppe jenseits der 49-Jährigen wandelt”. Wenn man sich die Preise für die Werbespots im Umfeld des Wetterberichts der ZDF-Sendung “heute” anschaue, brauche man sich nicht zu wundern, dass die Wirtschaft durchaus bereit sei, “richtiges Geld für eine zielgruppengenaue Ansprache in die Hand zu nehmen”. In den vorhandenen TV-Angeboten würden jedenfalls “die möglichen Media-Budgets für Pharma-und Life Science-Produkte unzureichend ausgeschöpft”.

Während der neue Sender für Serien und Spielfilme bei den einschlägigen Content-Anbietern anklopfen will, setzt er im Bereich Service/Magazine auf Eigenproduktionen und Kooperationen mit regionalen Dienstleistern. Als thematische Schwerpunkte nennt Pressesprecher Thomas Ziesch hier Haus/Garten/Freizeit, Gesundheit/Wellness, Haustiere und Natur sowie Computer/Internet für Ältere.

TV 50 plus wird der neue Kanal beim Sendestart aber nicht heißen. Die Bezeichnung, die aus den Insider-Zirkeln der Werbewirtschaft stammt, sei “für eine breite Kommunikation nicht tauglich”, so Hiller. Nun müssten kreative Köpfe ran, die einen griffigeren Namen für das Projekt finden.

















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