Musikrat: Musikalische Kinder sind weniger gewaltbereit


03.01.07 -
München (ddp). Eine bessere musische Erziehung würde nach Ansicht des Deutschen Musikrates die Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen deutlich senken. Gerade auf diesem Gebiet gebe es in Deutschland großen Nachholbedarf, sagte der Präsident des Gremiums, Martin Krüger, in einem ddp-Interview.
03.01.2007 - Von nmz-red/leipzig, KIZ

Die Angebote zur Förderung der Musikalität junger Menschen seien bei weitem nicht ausreichend. Durchschnittlich etwa 80 Prozent des Musikunterrichtes in allen Schularten würden von nicht genügend qualifizierten Lehrern geleitet oder fielen ganz aus, sagte Krüger. Er appellierte deshalb an die Kultusminister der Länder, die Lehrer für einen besseren Musikunterricht entsprechend fortzubilden und insgesamt mehr Wert auf dieses Fach zu legen. Dies gelte ebenso für die Ausbildung der Erzieherinnen in den Kindertagesstätten, da eine musikalische Ausbildung schon im Kleinkindalter sehr wichtig sei. «Musikalische Bildung fördert das Sozialverhalten unmittelbar. Man fängt an, auf andere zu hören und weckt Verständnis für andere Kulturen über deren Musik», betonte der Experte. Kinder und Jugendliche mit einer musischen Ausbildung neigten weniger zu Gewalt als andere.

Eltern sollten so früh wie möglich mit der musischen Erziehung ihres Kindes beginnen. Etwa 900 000 Kinder und Jugendliche bekämen diese an den Musikschulen in Deutschland. Weiterhin gebe es Musikvereine, Chöre, Blaskapellen und andere Laienmusikergruppen, in denen ebenfalls die Musikalität junger Menschen gefördert werde. Das sei aber immer noch zu wenig, monierte Krüger.

Junge Menschen, die ein Instrument spielen oder in einem Chor singen, hätten einfach ein größeres Selbstwertgefühl als ihre Altersgenossen ohne musikalische Ausbildung. Kleine Klavierspieler könnten sich wissenschaftlichen Studien zufolge insgesamt wesentlich besser konzentrieren und hätten insgesamt ein größeres Leistungsvermögen als andere Kinder.







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