Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 07.10. bis 13.10.2019


06.10.19 -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 41. Die Sender sind zurück. Es gibt wieder volles Programm. Schwerpunkte zu: musikprotokoll 2019, Martin Posegga, Gerhard E. Winkler, Miloslav Kabelác, Mathias Spahlinger, Sarah Maria Sun, Robert HP Platz, Eva Zöllner, Erkki-Sven Tüür, Viktor Ullmann, Hans Winterberg, Walter Zimmermann, Antje Vowinckel, Alberto Ginastera und Franck Bedrossian.
06.10.2019 - Von mh, KIZ


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

Folge 51 – Wie fange ich an? Was ist Kreativität? 

Irene Kurka spricht in diesem Podcast über ihre Erfahrungen, wie sie ihren Alltag strukturiert, wie sie ihre verschiedenen Tätigkeiten ausübt und wie es ihr gelingt mit etwas zu starten. Sie teilt mit Ihnen ihre Gedanken, wie sie auf verschiedene Arten kreativ ist und was es dazu braucht. Ferner ergänzt sie diese Folge mit Ideen aus dem Buch „Morgen fange ich an…warum nicht heute“ von Steven Pressfield. Der Lieblingssatz von ihr „Start before your ready“ kommt auch wieder vor. (17 Minuten) Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


07.10.2019


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART – Der Saxophonist Martin Posegga

Mit Eckhard Weber. Das Saxophon wurde vom Deutschen Musikrat zum „Instrument des Jahres 2019“ gekürt. Was für eine Rolle nimmt es in der zeitgenössischen Musik ein? Und welche Herausforderungen stellen sich für Interpreten? MUSIK DER GEGENWART fragt nach beim Fachmann: Martin Posegga, Saxophonist beim Berliner Zafraan Ensemble und Solokünstler.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Text vertonen – Ton vertexten

Von Friederike Kenneweg. Musik und Sprache sind eng miteinander verzahnt. Gedichte, Geschichten und Theaterstücke inspirieren Lieder, Orchesterwerke und manchmal ganze Opern. Eine zufällige Sprachaufnahme, ein Interview oder ein Klang aus einem Youtube-Video können zum Ausgangsmaterial von Musikstücken werden. Sprache wird dabei gesprochen, gesungen, aufgenommen, spektralanalysiert, zerschnitten, in andere Medien überführt und neu wieder zusammengesetzt. Das Gegenteil ist aber auch der Fall: Sonaten, Ouvertüren und Violinsonaten inspirieren Lyrik, Erzählungen und Romane. Musik wird dann zum Ausgangspunkt für Sprachklang, für Sprachrhythmus und die verbale Umschreibung von Musik. Friederike Kenneweg hat den vielfältig ausgestalteten Raum zwischen Text und Musik untersucht und stellt verschiedene Herangehensweisen von Komponisten und Schriftstellern vor.

23:03 – 24:00 | Ö1
Anamorph und interaktiv: Gerhard E. Winkler zum 60. Geburtstag

Der gebürtige Salzburger Gerhard E. Winkler hat seine Kompositionsstudien am Mozarteum in Salzburg bei Helmut Eder absolviert und ist seit 1999 als freischaffender Komponist tätig. Winkler, der unter anderem am IRCAM in Paris und im SWR-Experimentalstudio in Freiburg gearbeitet hat, entwickelte in den 1990er Jahren das Konzept der „Realtime-Scores“ und interaktiven Computer-Environments für MusikerInnen. Dabei wird die Partitur erst während der Aufführung vom Computer errechnet. Seit Mitte der 2000er Jahre gilt sein Interesse wieder verstärkt fixierten Strukturen und Partituren. Seit 2014 arbeitet er an seinem „Anamorphe“-Zyklus. Das jüngste Werk aus dieser Reihe, geschrieben für acht Posaunen, trägt den Titel „Liquid Metal“ und erlebte Ende Mai 2019 in Basel seine Uraufführung. Die Werke Gerhard E. Winklers werden bei vielen bedeutenden Festivals in ganz Europa, u.a. bei Wien modern, in Donaueschingen, bei der Opernbiennale München, beim ORF musikprotokoll, am IRCAM in Paris und bei den Salzburger Festspielen aufgeführt. Am 14. Oktober feiert Gerhard E. Winkler seinen 60. Geburtstag. Gestaltung: Philipp Weismann


08.10.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Zur falschen Zeit am falschen Ort – Der Komponist Miloslav Kabelác

Von Elisabeth Hahn. Es sind auch politische Gründe, weshalb einer der wichtigsten tschechischen Komponisten international weitgehend unbekannt blieb.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Ulrich Stranz: „Conjunctio“ (Yaara Tal, Andreas Groethuysen, Klavier); Herbert Blendinger: Klarinettenkonzert, op. 72 (Hans Schöneberger, Klarinette; Münchener Kammerorchester: Peter Gülke); Max Beckschäfer: Capriccio, Variazioni e Fantasia (Edmund Wächter, Elisabeth Weinzierl, Flöte; Marlis Neumann, Harfe); Peter Jona Korn: Erste Sinfonie, op. 3 (Bamberger Symphoniker: Rudolf Alberth); Heinz Winbeck: Streichquartett Nr. 3 – „Jagd-Quartett“ (Leonardo-Quartett)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Ein Jahrhundertwerk wie der Sacre: ‘passage/paysage’ von Mathias Spahlinger – Eine Begegnung kurz vorm 75. Geburtstag

Von Margarete Zander. Über Jahrzehnte hat der gebürtige Frankfurter in der Intellektuellen-Szene zentrale Think-Tanks mit seiner Musik ausgelöst und selbst die Diskurse maßgeblich mitgelenkt. Jazz-Musiker wollte er zunächst werden. Wir fragen den Komponisten, wo für ihn die Errungenschaften der Neuen Musik unserer Zeit liegen und woher die Impulse für die Zukunft kommen könnten.

22:30 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Die Geschichte der Donaueschinger Musiktage (1/3)

Paul Hindemith: Streichquartett Nr. 3 C-Dur (Juilliard String Quartet); Anton Webern: Sechs Lieder, op. 14 (Françoise Pollet, Sopran; Ensemble Intercontemporain); Igor Strawinsky: Klaviersonate (Josef Hála, Klavier). Teil 2: Donnerstag, 17. Oktober, 22.05 Uhr, Teil 3: Dienstag 22. Oktober , 22.05 Uhr

23:03 – 24:00 | Ö1
Kraftvoll groovende Klavier-Kammermusik: musikprotokoll 2019. Georgien, Zypern, Israel

Das Klangforum Wien mit Werken von Mikheil Shugliashvili, Christina Athinodorou und Ofir Klemperer. Tasteninstrumente bildeten von jeher das Rückgrat klein besetzter Instrumentalmusik. Dass in diesem kaum überschaubaren Genre bei weitem noch nicht alles gesagt ist, bewies das Klangforum Wien im Rahmen des ORF musikprotokoll in Graz. Im Next Liberty wurden drei sehr unterschiedliche kompositorische Positionen virtuoser Klaviaturhandhabung präsentiert: Mikheil Shugliashvili (1941–1996) lässt ein Streichquartett gleich gegen zwei Klaviere antreten. In diesem Sextett geht es heftig zur Sache – energiegeladen, schroff, kraftvoll. Ein Werk, das die erratische Einzigartigkeit dieses georgischen Komponisten exemplifiziert. Komponistin Christina Athinodorou, selbst ausgebildete Pianistin, brachte mit ihrem Trio für Klarinette, Cello und Klavier „En Root“ eine an der reichen zypriotischen Kultur geschulte, rhythmische und melodische Sensibilität ein. Und Ofir Klemperer war in seinem Stück „The Rural Realm“ gleich selbst als groovender Solist am legendären Synthesizer Korg MS-20 zu hören. Ein Mitschnitt vom am 4. Oktober 2019. Gestaltung: Rainer Elstner


09.10.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Werner Heider: „Konturen“ (Saschko Gawriloff, Violine; Nürnberger Symphoniker: Werner Heider); Viera Janárceková: „Splevanky, splevanky“ (Eva Susková, Sopran; Andrea Mosorjaková, Flöte); Andras Hámary: „Jelek“ (Keiko Matsuzaki, Klavier); Rainer Pezolt: Fünf Bagatellen (Antje Gerlof, Flöte; Antje Dampel, Violine; Nikolas Sahler, Viola); Joachim F.W. Schneider: „Alliages“ (Alliage Quartett)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Nachtwache mit Ständchen – Rembrandt-Klänge

Er malte Portraits, Landschaften und biblische Szenen. Berühmt geworden ist er vor allem mit seiner „Nachtwache“.

Vor 350 Jahren starb der niederländische Maler Rembrandt van Rijn. Seitdem hat sein Werk immer wieder musikalische Schöpfungen hervorgerufen: von Sinfonien und Suiten bis zu Bildvertonungen und Opern. Die Rembrandt-Klänge zeigen eine große musikalische Farbpalette; nicht  abwechslungsreich als die Hell-Dunkel-Kontraste, für die Rembrandt bekannt war.

20:58 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Christopher Gabbitas übernimmt Phoenix Chorale

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Die Sopranistin Sarah Maria Sun

Mit Margarete Zander. Sie zählt zu den führenden Sängerinnen im Bereich der zeitgenössischen Musik. In über 300 Uraufführungen hat sie mitgewirkt, ihr Repertoire umfasst rund 800 Werke. Über ihre Art und Weise, sich neue Stücke zu erarbeiten, sagt sie: „Als Interpretin beschäftige ich mich intensiv mit einem Thema und dem Menschen, der es vertont hat. Man geht dabei in kurzer Zeit einen langen Weg gewissermaßen in dessen Mokassins, bewegt sich in seinem Kopf.“

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Robert HP Platz: Strings

Julia Wischniewski (Sopran); Béla-Quartett: Julien Dieudegard, Frédéric Aurier (Violine); Julian Boutin (Viola); Luc Dedreuil (Violoncello). Robert HP Platz: Strings für Streichquartett, Sopran und Elektronik. (Konzert vom 3. Mai bei den Badenweiler Musiktagen im Kurhaus Badenweiler)

Nicht alles, was in Frankreich Rang und Namen hat, kommt aus Paris. Das extravagante Béla-Quartett etwa hat seinen Sitz im nicht minder schönen Lyon. Dort wurde das Ensemble 2006 gegründet, und sein Name – der Vorname von Bartók – verweist auf seine musikalische Heimat: das 20. und 21. Jahrhundert. Es legt größten Wert auf Zusammenarbeit mit Komponisten – wie in diesem Fall Robert HP Platz – und anderen Künstlern, ist ästhetisch und medial breit ausgerichtet und durch und durch experimentierfreudig.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen: Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Mit u.a. einem Beitrag über die audiovisuelle Performance „Space Time Helix“ von Michela Pelusio beim diesjährigen ORF musikprotokoll im steirischen herbst, das am vergangenen Sonntag zu Ende gegangen ist. Gestaltung: Astrid Schwarz


10.10.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Eva Zöllner stellt vor – Die Akkordeonistin im Gespräch mit Carolin Naujocks

Georgina Derbez: „La Forca, il sparvier“ für Blockflöten und Akkordeon. Verena Wüsthoff, Blockflöten; Eva Zöllner, Akkordeon | Pierre-Alexandre Tremblay: „nureinwortgenügtnicht 4“ für Klarinette, Akkordeon und Live-Elektronik. Heather Roche, Klarinetten; Eva Zöllner, Akkordeon; Pierre-Alexandre Tremblay, Live-Elektronik und Klangregie | Christopher Trapani: „Hafenlieder“ für Stimme, Flöte und Akkordeon. collect/project: Frauke Aulbert, Stimme; Shanna Gutierrez, Flöte; Eva Zöllner, Akkordeon | Marina Poleukhina: „Tregadum“ für Akkordeon und Klavier. Heloisa Amaral, Klavier; Eva Zöllner, Akkordeon | Younghi Pagh Paan: „Ne Ma-Um“ für Akkordeon und kleines Schlagzeug. Eva Zöllner, Akkordeon

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Robert Maximilian Helmschrott: „Deutung des Daseins“ (Gert Heidenreich, Sprecher; Sigrid Plundrich, Sopran; Peter Brouren, Bariton; Stefan Presser, Bastian Lohnert, Trompete; Franz Hauck, Orgel; Solistenensemble des via-nova-chores München; Georgisches Kammerorchester Ingolstadt: Kurt Suttner); Werner Grimmel: „Lais“ (Ensemble Stuttgart: Wilhelm Keitel); Dorothee Eberhardt: Klaviertrio Nr. 3 (Vuillaume Trio); Gerhard Dorda: „Anima Christi“ (Schola Cantorum Gedanensis: Jan Lukaszewski)

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Five – Nordamerikanische Chormusik mit dem SWR Vokalensemble von Aaron Copland, Steve Reich, John Cage und Leonard Bernstein

George Rochberg: 5. Sinfonie. Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken / Christopher Lyndon-Gee | György Ligeti: Ramifications (Version für 12 Solostreicher). Rundfunk-Kammerorchester Saarbrücken / Antonio Janigro

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: We ♥ Israel – Staffel 1 (1/2)

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Vom Rockmusiker zum Symphoniker – Zum 60. Geburtstag des Komponisten Erkki-Sven Tüür

Geboren auf der estnischen Ostseeinsel Hiiumaa entdeckte Erkki-Sven Tüür als jugendlicher Flötist die Musik mit seiner Rockband „In Spe“. Als Komponist wurde er 1989 mit seinem Orchesterstück „Insula deserta“ in der internationalen Musikszene bekannt. Als Vorbilder nennt der Este den Avantgardisten György Ligeti und die amerikanischen Pioniere der Minimal Music Steve Reich und Philip Glass. Tüür, der als gefragter Komponist für seine Projekte das ganze Jahr in der Welt unterwegs ist, zieht sich in der Sommerpause auf seine Insel zurück. Aber er versteht sich nicht als abgeschiedener Insulaner. Aufmerksam verfolgt er das Weltgeschehen, das bei ihm Gedanken auslöst, an deren Ende Musik steht. Sein Orchesterwerk „Sow the Wind“ aus dem Jahr 2015, das sich auf die alttestamentarische Phrase „Sie säen Wind und werden Sturm ernten“ bezieht, ruft tagespolitische Bilder von Klimawandel, Flüchtlingswellen und der Flut verschiedener extremistischer Bewegungen wach. Ulrich Möller-Arnsberg hat Tüür aus Anlass seines 60. Geburtstags auf Hiiumaa besucht und mit ihm über seine Anfänge als Rockmusiker wie auch über seine gegenwärtige Arbeit als zeitgenössischer Komponist gesprochen.

23:03 – 24:00 | Ö1
Double. Katharina Ernst und Christina Kubisch beim musikprotokoll. musikprotokoll 2019. Katharina Ernst und Christina Kubisch.

Als sich Christina Kubisch und Katharina Ernst 2016 kennenlernten, trafen einander zwei Seelenverwandte. Beide sind sowohl im Bereich der Musik als auch im Bereich der Bildenden Kunst tätig. Es entstand „Undercurrents“, das erste Stück für Schlagzeug und elektromagnetische Klänge, komponiert von Kubisch. In den frühen 2000er-Jahren entwickelte sie einen Kopfhörer mit eingebauten Induktionsspulen, die die elektromagnetischen Felder anziehen und mittels Verstärker und Lautsprecher hörbar machen. Im Auftrag des musikprotokoll haben die Künstlerinnen nun ein zweites gemeinsames Stück – „Interference“ – entwickelt, in dem weiters eine Testversion des Computerprogramms BeatSeeker zum Einsatz gelangte. Damit gab nicht das Zuspielband mit Kubischs elektromagnetischen Klängen diverser Sicherheitsschranken, sondern Ernsts Schlagzeugspiel den Rhythmus vor. Nicht die Maschine kontrollierte hier den Menschen, sondern der Mensch die Maschine. Gestaltung: Susanna Niedermayr


11.10.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Kurzstrecke 90

Zusammenstellung: Barbara Gerland, Ingo Kottkamp, Marcus Gammel. Produktion: Autor*innen / Deutschlandfunk Kultur 2019. Länge: 56’30. (Wdh. v. 26.09.2019)

Preisgekrönte und andere Hörstücke im Kurzformat. Unter anderem mit einer verschollenen Radsportgruppe, die pünktlich zur Wende wieder auftaucht.

Wake up – eat – sleep: Von Julia Gabel und Dinah Rothenberg | We, geh: Von Magdalena Kotzurek | Späte deutsche Einheit: Von Sebastian Hocke | Todo suena como los pajaros: Von Julia Nanda Bejarano López

Außerdem: Neues aus der „Wurfsendung“ mit Julia Tieke. Neues aus der ‚Wurfsendung’ mit Julia Tieke

Preisgekrönte und andere Hörstücke im Kurzformat. Unter anderem mit einer verschollenen Radsportgruppe, die pünktlich zur Wende wieder auftaucht.

Informationen zur Einreichung finden Sie hier. https://kurzstrecke.deutschlandradi…

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Günther Grandinger: Concert (Helmut Bosse, Violine; Rundfunkorchester Hannover des NDR: Willy Steiner); Walter von Forster: Quartett (Karl Schicker, Flöte; Willi Horváth, Violine; Kurt Weiß, Violoncello; Rudolf Zartner, Cembalo); Karl Erhard: „Deutsches Hochamt“ (Chor und Bläser-Ensemble von St. Nikolaus Murnau); Roland Appel: „Petite Suite“ (Bernhard Walter, Flöte; Kurt Kalmus, Oboe; Albrecht Weigler, Klarinette; Karl Kolbinger, Fagott); Manfred Fleischmann: „Entstehen – Verändern – Vergehen“ (Münchner Flötentrio); Hans Ludwig Hirsch: „Drei Kauziaden“ (Albert Gassner, Tenor; Alexander Steinbacher, Hans Ludwig Hirsch, Klavier; Chor des Bayerischen Rundfunks: Wolfgang Schubert); Alfred Goodman: „Brass Quintet in Seven Rounds“ (Münchner Blechbläsersolisten)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Die „verquere Nationalität“ des Hans Winterberg – Auf der Suche nach einem vergessenen Komponisten

Von Andreas Pehl. Hineingeboren in eine alteingesessene jüdische Familie in Prag, mitten im Vielvölkerstaat Österreich, katholisch verheiratet, unter der NS-Herrschaft zwangsgeschieden und interniert in Theresienstadt, um ein Haar den Transporten ins Vernichtungslager entkommen, mit tschechischem Pass nach Deutschland ausgewandert und unter die sudetendeutsche Landsmannschaft gemischt: Der Komponist Hans Winterberg kämpfte zeitlebens mit seiner Nationalität und Identität. Seine Biografie zu rekonstruieren ist nicht einfach, zumal er manche Spuren selbst verwischt zu haben scheint. Treu geblieben ist er jedoch seinen musikalischen Wurzeln. Winterberg ist einer der bedeutendsten Vertreter der tschechischen Musik des 20. Jahrhunderts. Von kaum einem anderen Komponisten seiner Generation wurden so viele Werke eingespielt. Nach seinem Tod jedoch wurde über seinen Nachlass vertraglich ein Verbot verhängt, das die Aufführung seiner Werke bis ins Jahr 2031 untersagen sollte. Sollte verheimlicht werden, dass Hans Winterberg Jude war? Sollten seine Nationalität und Identität vielleicht sogar weiterhin unklar bleiben? Dank der Initiative seines Enkels und der Musikwissenschaftler von exil.arte, der Österreichischen Koordinationsstelle für Exilmusik, werden sie nun herausgegeben und dürfen wieder erklingen. Andreas Pehl hat sich auf eine Spurensuche nach dem österreichisch-sudetendeutsch-jüdisch-tschechischen Komponisten gemacht, der in einem privaten Tonbandmitschnitt seine Frau erbost fragt: Nationalität? Was ist denn das für ein rückständiger, verquerer Begriff!?

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
Hörspiel „ANNA“ von Norbert Lang und Sebastian Kunas – Künstliche Intelligenz

Mit ANNA, Karin Harrasser, Christoph Engemann und Georg Toepfer. Komposition und Realisation: Norbert Lang und Sebastian Kunas. BR 2018. Als Podcast verfügbar im Hörspiel Pool

ANNA ist der Name der deutschen Sprachausgabe eines bekannten Computer-Betriebssystems. Für das gleichnamige Hörspiel wurde ANNA so programmiert, dass sie nicht nur vorliest, sondern auch zuhört. Spricht man ihr etwas vor, wiederholt sie es – mal wortgetreu, oft aber auch dekonstruiert. Ihre Sätze sind nicht vorhersehbar. Fast wirkt es, als sei ANNA ein Individuum, das „ich“ nicht nur sagt, sondern auch meint. Sie erinnert uns an Zukunftsszenarien aus dem Silicon Valley oder die imaginativen Welten der Science-Fiction. Kann ANNA dabei helfen, diese fremden Welten vorstellbarer zu machen? Ihr schöpferischer Eigensinn erweckt jedenfalls den Anschein, als sei sie ein Stück weiter als wir es sind.

Norbert Lang, geb. 1984, Radiojournalist, Moderator, Klangkünstler.

Sebastian Kunas, geb. 1984 in Bielefeld, Musiker, Sound Artist, freier Theatermacher.

22:03 bis 23:00 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Meisterwerk aus Theresienstadt – Viktor Ullmanns Kammeroper „Der Kaiser von Atlantis“

Von Albrecht Dümling. Im Ghetto Theresienstadt schuf Viktor Ullmann 1943/44 seine Oper ‚Der Kaiser von Atlantis’, die erst 1975 uraufgeführt wurde. Obwohl das Werk seitdem oft gespielt wurde, sind immer noch viele Fragen offen, diskutiert man über die Gestalt und Deutung der Oper. Im Gespräch mit Experten will die Sendung einigen der Rätsel nachgehen. Kein Zweifel herrscht aber darüber, dass der vor 75 Jahren in Auschwitz ermordete Komponist mit dieser Kammeroper ein Meisterwerk geschaffen hat.

23:03 – 24:00 | Ö1
Gitarrensound-Schwebungen: musikprotokoll 2019. „Glop“ von Kauders zwischen Rock-, Improvisations- und Elektronikmusik

Der Grazer Komponist und Musiker Kauders thematisiert Übergangspassagen zwischen Rock-, Improvisations- und Elektronikmusik. Das Stück „Glop“ aus seinem aktuellen Album „In Another Land Pt. II“ verbindet diese losen Enden zu einem Sound-Erlebnis der besonderen Art. Beim ORF musikprotokoll im steierischen herbst wurde „Glop“ von einem 23-köpfigen Gitarren-Ensemble aufgeführt.

Der seit mehr als 20 Jahren unter dem Künstlernamen Kauders tätige Gottfried Krienzer arbeitet an kompositorischen Konzepten, die ebenso in elektroakustischen Klangobjekten wie in Abstraktionen von Noise-Rock aufgehen. Neben seinem Solo-Projekt Kauders war bzw. ist er in Bands wie Code Inconnu, Duo Adé und The Striggles.

Heuer ist mit „In Another Land pt. II“ der zweite Teil einer Trilogie erschienen, die wie auch der erste Teil auf dem Label God Records herausgekommen ist. Für Kauders haben die Stücke dieses Albums einen ausgeprägt skulpturalen Charakter.

Eine zentrale Nummer auf „In Another Land pt. II“ ist „Glop“, bei der komplexe Schichtungen aus sich überlagernden Gitarren-Melodielinien in ein Ambiente überführt werden, das von klangästhetischen Prämissen der Neuen und der Elektronikmusik durchzogen ist.

Am 3. Oktober 2019 Oktober wurde beim Grazer Festival Musikprotokoll „Glop“ von 23 lokalen GitarristInnen umgesetzt. Die Sound-Manipulationen dieser Drone-Komposition kamen von Kauders’ Label- und Musikkollegen Slobodan Kajkut und Nikos Zachariadis aka Opcion. Im „Zeit-Ton“ ist der Mitschnitt dieses Konzerts im Dom im Berg zu hören. Gestaltung: Heinrich Deisl


12.10.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Die „verquere Nationalität“ des Hans Winterberg – Auf der Suche nach einem vergessenen Komponisten

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds

An den Rändern fischen Ausgrabungen und Wiederveröffentlichungen experimenteller Musik

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Was mischt der sich ein? Der Wahl-Berliner Walter Zimmermann über sein „Dorfleben“ in der Metropole

Von Martina Brandorff. Touristenhighlight und Partymetropole – der ‚Wrangelkiez’ in Berlin hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Der Komponist Walter Zimmermann lebt dort seit 1993 und beobachtet den Wandel mit Gelassenheit. „Besser eine multizentrale als eine zentralistische Kultur“, findet Zimmermann, der das Berliner Kiezleben mit seinem Geburtsort Schwabach in Mittelfranken vergleicht. Seine unersättliche Neugier hatte Zimmermann in den 70er-Jahren in die USA geführt, wo er John Cage, Morton Feldman und viele weitere Größen der zeitgenössischen Musikszene persönlich aufgesucht hatte. Das Dörfliche sowie das Erkunden des zunächst Unbekannten spielen in Zimmermanns Kompositionen eine zentrale Rolle. Dennoch lässt sich seine Musik weder verorten noch kategorisieren. Autorin Martina Brandorff hat ausführlich mit ihm darüber gesprochen.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner: Goethe to Go von Antje Vowinckel

„Ueber allen Gipfeln / Ist Ruh’…“ – das schrieb Johann Wolfgang von Goethe 1780 an die Holzwand der Jagdaufseherhütte auf dem Kickelhahn bei Ilmenau. „Wandrers Nachtlied“ ist seitdem zum Inbegriff deutscher Lyrik geworden, übersetzt in rund 60 Sprachen.

Nun hat die Radiokünstlerin Antje Vowinckel 10 internationale Musiker und Lyrikerinnen auf Goethes Spuren geschickt. Mit Mikrofon und Aufnahmegerät schritten sie den Goethewanderweg in Ilmenau ab und hatten dabei zwei Aufgaben zu erfüllen: Sie sollten permanent ihre Beobachtungen aussprechen, und sie sollten Goethes Gedicht aus einer ihnen bekannten Sprache zurück ins Deutsche übersetzen.

Mit: Antje Vowinckel, Chico Mello, Mazen Kerbaj, Dagmara Kraus, Cia Rinne, Mat Pogo, Axel Dörner, Jiang Wu, Inga Ziska, Marie Goyette, Rafael Jové

Komposition & Realisation: Antje Vowinckel

„Goethe to go“ ist Teil von Antje Vowinckels Werkreihe rund um das automatische Sprechen. Antje Vowinckel lebt als Klangkünstlerin, Hörspielmacherin, Regisseurin und Musikperformerin in Berlin. Zahlreiche Preise, darunter Plopp-Award, Prix Europa und Karl-Sczuka-Förderpreis sowie Stipendien in den USA, Italien und Frankreich. 2017 realisierte sie in der Altstadt von Bukarest „Inside-out“, eine Klanginstallation im öffentlichen Raum. Deutschlandradio sendete zuletzt „Melody minus one. Eine Jagd.“ (WDR Studio Akustische Kunst 2016).


13.10.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Fideln am Fjord – Musikland Norwegen

Norwegen – das ist nicht nur nordische Literatur, wie sie in dieser Woche auf der Frankfurter Buchmesse im Mittelpunkt steht, das ist auch jede Menge Musik.

Vom norwegischen Barock bis zum arktischen Bach führt die Klangreise durchs Musikland Norwegen. Von folkigen Fideln und jazzigen Trompeten bis zu den musikalischen Landschaftsbeschreibungen Edvard Griegs geht es mit klangfrischen Neuaufnahmen.

22:00 bis 00:00 | Bremen Zwei
Klassikwelt in concert: Hommage à Ginastera

Im November 2006 spielten die Bolivar Soloists ein spektakuläres und begeistert gefeiertes Konzert im Bremer Sendesaal mit Stücken rund um den argentinischen Komponisten Alberto Ginastera. Neben dessen berühmter und mitreißender „Estancia-Suite“ standen auch Stücke des Tangokönigs Astor Piazzolla auf dem Programm. Wir senden den Mitschnitt.

22:08 – 22:55 | Ö1
Aktuelles Musikschaffen aus Moldau - Neue und experimentelle Musik aus der Republik Moldau (1)

In diesem „Zeit-Ton extended“ präsentieren wir aktuelles Musikschaffen aus der Republik Moldau, vorgestellt von der moldawischen Musikwissenschaftlerin, Künstlerin und Komponistin Valeria Barbas. Gestaltung: Rainer Elstner

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Gefährdete Stabilität

Franck Bedrossian: Epigram I-III nach Texten von Emily Dickinson für Sopran und 11 Instrumente; Donatienne Michel-Dansac; Klangforum Wien, Leitung: Emilio Pomàrico

Emily Dickinson, die amerikanische Dichterin, war zu Lebzeiten verkannt, gilt heute als Jahrhundertgestalt der Dichtung. Die esoterische Eigenbrötlerin hinterließ ein Konvolut an Versen, das große Themen behandelt: Gott und Natur, Liebe und Transzendenz.

Emily Dickinson schrieb ihre kurzen Gedichte einsam, in innigster Versenkung. Sie stehen „ganz im Zeichen des Identitätsverlustes“, so Franck Bedrossian. Ein „in Fragmente zerfallenes Universum“, das nicht nur auf ihn, sondern auf viele andere Komponisten „eine geheime Wirkung“ auszuüben scheint. Bedrossian hat sich mehrfach mit der Lyrik von Dickinson auseinandergesetzt, etwa in seinem Vokalzyklus Epigram für Sopran und elf Instrumente, der 2018 in Witten aus der Taufe gehoben wurde.

In einem der Gedichte, die der französische Komponist vertont hat, schreibt die oft schwermütige Dichterin, die ihr Zimmer in den letzten Lebensjahren so gut wie nie verließ: „I am alive“. „Ich lebe, ich bin lebendig, weil ich kein Haus besitze, das mir allein gehört.“ Bedrossian versucht, die unstete Intensität auch in seiner Vertonung zu fassen. Es ist eine Musik mit rauer Oberfläche, voll schneller, comic-artiger Zeichen und gezackter Linien.

 

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