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Notenmanuskript „Zu Schillers Jubelfeier“ mit eigenhändiger Widmung von Franz Liszt, 1859. Foto: © Klassik Stiftung Weimar
Notenmanuskript „Zu Schillers Jubelfeier“ mit eigenhändiger Widmung von Franz Liszt, 1859. Foto: © Klassik Stiftung Weimar
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Stiftung macht rechtmäßige Erben von Liszt-Notenmanuskripten aus

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Weimar - Die Klassik Stiftung Weimar hat einen weiteren Fall von während der Nazi-Zeit unrechtmäßig erworbenen Kulturgütern abgeschlossen. Dabei geht es um das Schicksal von Emma Frankenbacher, die zwei bedeutende Notenmanuskripte des Komponisten Franz Liszt (1811-1886) im Jahr 1937 an das Goethe-Nationalmuseum verkaufte, das heute Teil der Klassik Stiftung ist.

Die 1875 geborene Frankenbacher sei jüdischer Herkunft gewesen und lebte in Nürnberg, teilte die Stiftung am Mittwoch mit. Zum Zeitpunkt des Verkaufs war die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung in Deutschland erheblich verschärft worden. «Viele Verfolgte mussten ihr Hab und Gut verkaufen, um ihr Überleben zu sichern, um Zwangsabgaben zu leisten oder um ihre Emigration zu finanzieren», so die Stiftung. Frankenbacher selbst konnte nicht mehr emigrieren: Sie wurde im September 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert, wo sie starb. Ihrer Tochter und deren Ehemann war es aber laut Stiftung zuvor gelungen, sich nach Argentinien zu retten.

Nach aufwendiger Suche sei es der Stiftung schließlich gelungen, die rechtmäßigen Erben der Manuskripte in Argentinien ausfindig zu machen. Im Januar dieses Jahres schlossen sie einen Vertrag über die Rückerstattung der Notenhandschriften ab und vereinbarten den Rückkauf der Dokumente. Nun werden diese rechtmäßig im zur Stiftung gehörenden Goethe- und Schiller-Archiv aufbewahrt. Den genauen Kaufbetrag nannte die Stiftung nicht. Die Thüringer Staatskanzlei und die Freundesgesellschaft des Goethe- und Schiller-Archivs unterstützten den Kauf aber. Das Goethe-Nationalmuseum hatte den Angaben zufolge beim Kauf damals 150 Reichsmark bezahlt.

Die Stiftung hat ein Team für die sogenannte Provenienzforschung. Dieses durchforstet die Bestände der Stiftung systematisch nach Gütern, die unrechtmäßig in die Sammlungen gelangten.

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