taktlos 124 – Die Nachrichten: Haute Gema Culture, Musikrat zum ADAC?


12.07.08 -
+++ VW baut Dreiviertel-Takter +++ Neue GEMA-Kulturtapeten +++ Bayreuth1: Festspielhaus wird Kreuzfahrt-Schiff +++ Bayreuth 2: Auftrag zum Bau eines Zerstörers namens „Fliegender Holländer“ +++ Deutscher Musikrat löst sich im ADAC auf +++ MDR engagiert Zoro Babel als Schlager-Beauftragten +++ Gregorianik komplett falsch betrachtet +++
12.07.2008 - Von Webwatch, KIZ

VW baut Dreiviertel-Takter
Wolfsburg/Wien.
Um seine schwächelnden Absätze von Personenkraftwagen in Österreich anzukurbeln, setzt der Autohersteller VW auf eine neue Motorengeneration, die dem Temperament und der Mentalität der Alpenlandbewohner entgegenkommt. Zusammen mit der Johann-Strauß-Foundation wurde ein 3/4-Takt-Motor konstruiert. Walzerseligkeit wird jetzt zum ultimativen Autofahrspaß, heißt es in einem internen Firmenpapier. Einen Namen für den neuen Motor, der aufgrund seiner Bauart einen dreiviertel Liter weniger Benzin verbrauchen soll als ein Porsche, hat man auch schon: Rosenkavalier. Seinen ersten Testlauf wird er auf dem traditionellen Opernball in Wien als Rhythmus-Geber für die Debütanten haben.

Neue GEMA-Kulturtapeten
Berlin, München:
In Anwesenheit von Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat die GEMA ihr neues Kulturförderungs-Programm vorgestellt. Danach erhalten die Büros in München und Berlin frische, gemapflichtige Klang-Tapeten. Alle Außendienst-Mitarbeiter werden mit Krawatten ausgestattet, die muntere, musikalische Motive zeigen. Um immer auf dem Laufenden zu sein, bemüht sich der Vorstand um Frei-Abos der Mainzer „Zeitschrift für Neue Musik“. „Dann kennen wir endlich die aktuellen Hitparaden aus erster Hand“ – so Vorstandsvorsitzender Harald Heker.

Bayreuth1: Festspielhaus wird Kreuzfahrt-Schiff
Bayreuth – Papenburg:
Angeregt durch die Überflutung des Festspielhauses bei einem Gewitter hat die designierte Festspiel-Halb-Chefin Katharina Wagner bei der Papenburger Meier-Werft ein 300-Meter-Kreuzfahrt-Schiff in Auftrag gegeben. In die „Arche Richard“ soll das komplette Festspielhaus integriert werden. „Damit kommen wir einerseits der wohlhabenden und gereiften Klientel unseres Opernangebotes ein ganzes Stück entgegen, andererseits wird der grüne Hügel frei für wetterresistente Großleinwände zum „Public-Viewing“ – so die Urenkelin des Festspiel-Gründers bei einem Presse-Empfang im Pool des Paris-Hilton.

Bayreuth 2: Auftrag zum Bau eines Zerstörers namens „Fliegender Holländer“
Papenburg – Bayreuth:
Wie die Papenburger Meier-Werft meldet, hat sie den Auftrag zum Bau eines Zerstörers namens „Fliegender Holländer“ durch Eva Wagner-Pasquier und Nike Wagner gegen geringe Provision an die polnisch-kolumbianische „We-Sink-It-All“ -Werft weitervermittelt. Dazu Pressesprecher und Kreuzfahrt-Chef-Pianist Justus Frantz: „Wir hatten einfach nicht das geforderte Torpedo-Know-How.“

Deutscher Musikrat löst sich im ADAC auf
Berlin:
Nach dem Verbot der Wiedervereinigung mit seiner Projekt-gGmbh durch CDU-MdB Steffen Kampeter hat der Vereinsteil des Deutschen Musikrates eine Fusion mit dem ADAC beschlossen. Ausschlaggebend hierfür – so Präsident Martin Maria Krüger – sei eine maximale Deckungsgleichheit in der Zielsetzung gewesen: „Wir wollen doch alle zusammen mit möglichst geringem Energieaufwand möglichst schnell möglichst weit kommen“ – so Krüger heute bei der traditionellen BMW-Boxenluder-Party in Silverstone.

MDR engagiert Zoro Babel als Schlager-Beauftragten
Leipzig/Halle.
Zoro Babel wird Botschafter der deutschen Schlager-Gesellschaft, das gab soeben der Mitteldeutsche Rundfunk bekannt. Der deutsche Schlager brauche wieder schlagende Argumente, die nicht mehr mit einer Weichspülästhetik transportiert werden könne. Richtige Schläger seien gefragt, sagte der Schlager-Sonderbeauftragte des MDR Udo Reiter. Daraufhin startete Zoro Babel sofort die Bearbeitung des Gesamtrepertoires von Michael Holm.

Gregorianischer Gesang komplett fehlgedeutet
Rom.
Gregorianischer Gesang muss revidiert werden. Das fanden zwei Musikwissenschaftler im Auftrag der Glaubenkongregation der römischen Kirche heraus. „Ursprünglich“, so die beiden 92- und 91-jährigen Forscher, „gehörte ein reichhaltiges Schlagzeugarsenal zum Bestandteil des gregorianischen Gesangs – dazu gehörten Tomtoms, Gongs, Tabla sowie eine Kelchharmonika“. Was die alte Notenschrift in Neumen aufzeichnete seinen keinesfalls Tonhöhen gewesen, sondern eine Art Schlagzeugnotation, wie sie erst in der neuen Musik wieder eingesetzt worden ist. Der Gesang diente allein der Kommunikation der Musiker untereinander. Was wir heute als gregorianischen Gesang hören, sind allein die eigentlich unmusikalischen Spielanweisungen. „Das wäre so“, heißt es im Forschungsbericht, „als würde man bei einer Symphonie von Mahler nur die Spielanweisungen vortragen.“

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http://www.nmz.de/taktlos/














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