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Leserbrief zum Leitartikel „Einsturzgefahr“

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Februar-Ausgabe der nmz 2026
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Sehr geehrte Redaktion der neuen musikzeitung,

im wichtigen Leitartikel „Einsturzgefahr“ beschreibt Juan Martin Koch knapp und genau die fehlende Akzeptanz des Berufes des Instrumentalmusiklehrenden. Besonders die Passage zu den Meldungen der Musikhochschulen auf ihren Webseiten lässt dabei aufhorchen und nachdenken. 

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Selbstverständlich schlägt der Co-Autor der MiKADO-Musik-Studie Michael Dartsch in die gleiche Kerbe und liefert mit den Stichpunkten „niedriges Gehalt“ und „nicht so familienfreundliche Unterrichtszeiten“ wichtige, wenn nicht zentrale Argumente der Ursachen der Unattraktivität dieses Berufes. Dartsch sieht in seiner faszinierend kompletten Analyse der Problematik durch den „Geniekult“ zusätzlich dicke Bretter vor sich, die nicht leicht zu bohren sein werden.

Wie wäre es, wenn sich, beispielsweise im Feld der wissenschaftlichen Publikationen, die Autoren mehr auf die pädagogischen Leistungen konzentrieren würden, um mehr Resonanz für den Beruf des Lehrenden zu schaffen? Denn das fehlende Interesse an der pädagogischen Grundlagenbildung, die Koch ja in seinem Leitartikel als essentiell für das „Musikleben Deutschland“ beschreibt, findet sich auch bei der Analyse früherer Zeiten. Oder – zumindest lese ich so die Rezension von Bojan Budisavljević des Buches von Sebastian Hansen über die Konzertgesellschaften in Deutschland um 1800 – warum wird der pädagogische Impuls, der im Umfeld und Nachgang von Pestalozzi und den vielen Bildungsreformen dieser Zeit die bürgerliche Musik und damit auch die Orchesterlandschaft im 19. Jahrhundert erst entstehen ließen, so wenig analysiert und beschrieben?

Tobias Bonz, 75378 Bad Liebenzell

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