Joseph Haydn: Streichquartette op.76. Quatuor Arod. Erato (2CD) +++ Niccolò Piccinni: Son regina e sono amante – Piccinni italiano e Piccinni francese. Rosa Feola, Sopran; Cappella Neapolitana, Ltg.: Antonio Florio. Pentatone
unüberhörbar 2026/02
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Joseph Haydn: Streichquartette op.76. Quatuor Arod. Erato (2CD)
Unter allen heutigen Streichquartetten ragt das französische Quatuor Arod mit seiner vollendeten Ausdruckseinheit und zauberhaften Klang- und Phrasierungskultur heraus, was man mit einem fantastischen Debussy-Attahir-Ravel-Album unwiderstehlich bewiesen hat. Nun also Haydns letzter vollendeter Zyklus, eine Bibel der Gattung. Jeder Satz ist als einzigartige Welt realisiert, jenseits beflissener Routinen und äußerlichen Spektakels, mit ergreifender Innigkeit, kantabler Logik und einem unerhört mannigfaltigen Humor, der auch die Kenner fortwährend überrascht. Die Freiheiten in Tempo, Dynamik und Verzierungen sind in ihrer Finesse stets musikalisch so einleuchtend eingeflochten, dass sie nie vom Wege abführen. Herrlich.
Christoph Schlüren
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Niccolò Piccinni: Son regina e sono amante – Piccinni italiano e Piccinni francese. Rosa Feola, Sopran; Cappella Neapolitana, Ltg.: Antonio Florio. Pentatone
Dies ist das meines Wissens erste Arienrecital, das nur aus Opern Piccinnis (1728–1800) zusammengestellt wurde. Doch auch mit Gesamteinspielungen aus dem kaum überschaubaren Bühnenœuvre des einstigen Erfolgskomponisten sieht es traurig aus: Gerade einmal zwei verzeichnet der aktuelle Katalog. Dabei gibt es an der durchweg erfreulichen Musik Piccinnis handwerklich nichts auszusetzen. Vielleicht fehlte bis jetzt nur die passende Sängerin, welche die unterschiedlichsten Gemütszustände nicht bloß mit der angemessen „geläufigen Gurgel“ darzustellen, sondern auch mit einem stets wohlklingenden Organ aufzuwarten vermag. Das ist bei Rosa Feola, die wie der Komponist in Neapel sozialisiert wurde, absolut der Fall. Einer von Feola und Antonio Florio angeführten Piccinni-Renaissance an den Opernhäusern dieser Welt sollte eigentlich nichts mehr im Wege stehen!
Mátyás Kiss
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