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Schlussakkord-Streichertutti eines Jugendorchesters.

Die internationale Musikschulakademie Kulturzentrum Schloss Kapfenburg setzt sich seit 20 Jahren für die Gesundheit von Musizierenden ein. Foto: Holger Bewersdorf

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Gesundheit gehört ins Repertoire

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Stiftung Schloss Kapfenburg – 20 Jahre Bildung & Gesundheit
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Diesen November feiert die Abteilung Bildung & Gesundheit der Internationalen Musikschulakademie Schloss Kapfenburg ihr zwanzigjähriges Bestehen. Mit ihrer Bildungsarbeit ist die Stiftung ein Vorreiter in den Bereichen der Prävention und Gesundheit für Musizierende in Deutschland.

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Musizieren bedeutet viel mehr als nur ein Instrument zu beherrschen. Es fördert und fordert die physiologischen, emotionalen und kognitiven Fähigkeiten von Musizierenden gleichermaßen.  Deshalb ist es wichtig, alle drei Ebenen zu fördern und gesund zu erhalten. Denn nur wer sich in seinem Körper wohl fühlt, kann auch ausdrucksstark spielen oder singen – und das unabhängig vom Alter.

Dieses Ziel lässt sich mit den richtigen Methoden leicht erreichen. Beispielsweise können durch Aufwärm­übungen und mentales Training Körper und Geist optimal auf das Instrumentalspiel oder den Gesang vorbereitet werden. Diese Aspekte der Gesundheit in die Musikpraxis zu integrieren, gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Bildung und Gesundheit

Bereits seit 2003 setzt sich die Abteilung „Bildung & Gesundheit“ der Stiftung Schloss Kapfenburg dafür ein, Musizierende verstärkt für die Thematik zu sensibilisieren und Möglichkeiten der Prävention aufzuzeigen. Über die Jahre wurde ein ganzheitliches Programm für die Gesundheit von Musizierenden von klein an bis ins hohe Alter entwickelt.

Das Herzstück ist das Projekt „gesunde musikschule®“. In mittlerweile 74 Musikschulen bundesweit wird den Musikschüler:innen von Anfang an der richtige Umgang mit dem Instrument beigebracht. Die Musikschullehrkräfte lernen in ihrer Ausbildung zu Mentor:innen Haltungstechnik am Instrument, Körperwahrnehmung, Stressbewältigung, Lockerungs­übun­gen, Atemtechniken und mentales Training, später setzen sie die Inhalte vor Ort um. Somit unterstützt das Projekt die Musikschulen dabei, präventiv aktiv zu werden und sowohl Lehrende als auch Schüler:innen ganzheitlich zu fördern – und das an dem Ort, an dem Kinder an die Musik herangeführt werden. Die zertifizierten „gesunden musikschulen®“ nehmen damit eine aktive Vorreiterrolle in der Bildungslandschaft ein. Die Einbindung von Interventionsmaßnahmen an staatlichen Musikhochschulen ist die konsequente Fortführung des bisherigen Engagements im Bereich Gesundheit für Musizierende. So bietet die Stiftung in Kooperation mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (HMDK) mit „Spielend gesund“ seit 2022 das erste langfristige Projekt in diesem Setting an. Ziel ist, den Studierenden relevante und instrumentenspezifische Fähigkeiten zu vermitteln, die auf eine Stärkung von physischen und psychischen Gesundheitsressourcen zielen.

Gesundheit für Musizierende steht auch im Mittelpunkt des Projekts „gesundes orchester“ für Berufsmusizierende und des „Forum Schloss Kapfenburg – Musik & Medizin“. Dieses findet am 27. April 2024 bereits zum vierten Mal statt und fördert den interdisziplinären Austausch zwischen Musizierenden, pädagogischen Fachkräften, Therapeut:innen, Ärzt:innen und allen Interessierten. Themen sind unter anderem Grundlagen der Musikphysiologie und Musikermedizin. Weitere Programmpunkte sind die seelische Gesundheit im Musikschulalltag und im Musikstudium sowie die Möglichkeiten der Musik als Therapie. Als Referierende konnte die Stiftung Koryphäen wie Prof. Dr. Eckart Altenmüller, Prof. Dr. Lutz Neugebauer oder Dr. Dagmar Nuding gewinnen, die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Annette Limberger von der Hochschule Aalen.

Studien und Publikationen

Darüber hinaus bietet das jährlich wechselnde Fortbildungsprogramm die Möglichkeit, sich im Bereich der Gesundheit von Musizierenden weiterzubilden. In Hinblick auf die kommende Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter legt die Bildungseinrichtung 2024 einen besonderen Schwerpunkt auf musikalische Bildungsangebote an Grundschulen. Die Kurse geben wertvolle Ideen und Umsetzungsmöglichkeiten für die zukünftige Unterrichtspraxis an die Hand.  
Zusätzlich zu den Projekten hat die Stiftung Publikationen rund um ihren Themenschwerpunkt veröffentlicht, beispielsweise die Studie „Musikergesundheit“, das „Orchesterfit“ oder die „Es(s)-Tour“, ein Ernährungsleitfaden für junge Musizierende.

Die Abteilung „Bildung & Gesundheit“ kann neben der Techniker Krankenkasse, dem Landesverband der Musikschulen Baden-Württembergs e.V. und dem Verband deutscher Musikschulen auf viele starke Partner verweisen. Zusätzlich unterstützt wird die Bildungsarbeit durch die Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg, den Blasmusikverband Baden-Würt­temberg e.V. und Jast Ergo.

Weitere Informationen gibt es auf www.fit-mit-musik.de.

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