10. Tag: Materialien zu einer Kritik des Tremolos


(nmz) -
Seit gestern gibt es einen neuen, ganz heißen Kandidaten für den Wettbewerb "Das schlechteste Neue-Musik-Konzert der Welt" (für die Chronisten: 13.07.08, 17 Uhr, Orangerie, Darmstadt). Es ist ja nicht so, dass es Spaß machen würde, einen nach seiner Aufführung zwecks Verbeugung auf die Bühne eilenden Komponisten auszubuhen (wie gestern mehrfach geschehen). Viel eher müssten sich die Verantwortlichen, diejenigen, die dieses Konzert überhaupt ermöglichten, dem Publikum stellen; in der Art, wie sich Regisseure nach Opern- oder Theaterpremieren zusammen mit den Schauspielern beziehungsweise Sängern auf der Bühne zeigen.
14.07.2008 - Von Arno Lücker

 Letztlich sind aber auch die Interpreten für so eine Katastrophe mit verantwortlich, selbst wenn sie so engagiert und virtuos spielen, wie Kaya Han (Klavier) und Isao Nakamura (Schlagzeug). Der uraufführende Neue-Musik-Interpret muss ein Gespür für das, was er spielt, was er als klingendes Ergebnis in die Welt schickt, entwickeln - auch, was die Qualität anbelangt. Denn Han und Nakamura beispielsweise haben sich mit dem gestrigen Konzert selbst keinen Gefallen getan. Fast schon wieder große Kunst, nach einem schwachen Beginn (William Attwood: "Rotes Gewölk") die nach unten offene Niveau-Skala noch weiter auszuloten. Und es wurde wirklich schlimmer. Das absolut klischeehafte, unspannende und undifferenzierte Tempelgeblocke, Marimbaphoniere und Tam-Tam-gebonng!e (vom kompositorischen Form- und Zeitempfinden ganz zu schweigen) hätten improvisierende Perkussionisten ebenso hinbekommen (nur weniger vorausschaubar - denn Tonrepetitionen beispielsweise müssen, liebe Komponisten des gestrigen Konzerts!, nicht immer in ein pseudo-dramatisch aufgeladenes Tremolo münden.) Dann hätten sich Nam-Kuk Kim ("The woodcutter and the heavenly maiden"), Sungji Hong ("Linear Momentum"), Masahiro Isijima ("woven") und Gerhard Stäbler ("upon dry land") auch gleich das Komponieren sparen können. Das Programmheft las sich dabei ungleich spannender: Nam-Kuk Kim (Komponist des vielleicht schlechtesten Stückes des Abends) war, huch!, u. a. Schüler von Isabel Mundry (Darmstädter Dozentin), erhielt 2002 den Kranichsteiner Musikpreis der Stadt Darmstadt, einen Kompositionsauftrag für die Darmstädter Ferienkurse 2004 und (wie abwechslungs- und einfallsreich!) einen weiteren Auftrag für die Darmstädter Ferienkurse 2006. Vielleicht kommt bei diesem arg kreativen Verfahren ja 2066 (dann wäre Kim 95 Jahre alt) mal etwas An- und Eigenständiges heraus. Obwohl, nein, bestimmt nicht. Die Sekunde, in der Nakamura mit den Mallets - wie aus dem Bedürfnis eines nicht sonderlich begabten Kleinkindes heraus - einmal von unten nach oben fortissimo über das Marimbaphon flitschen musste, bildete den (sehr frühen) Tiefpunkt des Konzerts. Dabei war dieser Effekt (obwohl es Lacher im Publikum gab) von Kim ganz sicher nicht ironisch gemeint, sondern sollte am Ende einer virtuosen Passage im Schlagzeug wohl tatsächlich als musikalischer Höhepunkt wahrgenommen werden. Rote Karte. Das einzige expressive Moment des Abends war die kantige Mimik und Gestik von Isao Nakamura, dem ich ohne weitere Fragen die Hauptrolle in einem Kung-Fu-Film geben würde. Für die entsprechende Filmmusik würde ich allerdings auf bewährte Martial-Arts-Filmmusik-Komponisten zurückgreifen und das Beratungsangebot von Herrn Nakamura in Sachen Musik höflich aber deutlich ablehnen.

Das Nachdenken über den

Das Nachdenken über den Zustand der „Darmstädter Ferienkurse“ in der nmz hat reichlich Tradition: Vor fast vierzig Jahren - 1969 - starteten wir unter dem Titel „Sind die Ferienkurse in die Jahre gekommen“ eine Umfrage unter Komponisten, Musikwissenschaftlern und Kritikern.

Damals antwortete Karlheinz Stockhausen brav: „Ich habe keine abstrakte Vorstellung von einer „Funktion“ dieser zentralen Ferienkurse… Ich finde, man sollte es Herrn Thomas überlassen, frei zu entscheiden, was er für wichtig hält und ihm nicht hineinreden“.

Anders Mauricio Kagel: „Ein Forum der experimentellen Musik erfordert Experiment und keine Wiederholung vergangener Stile. … Der Leiter eines solchen Unternehmens sollte sich sehr hüten, sein Amt in autoritärer Form auszuüben und zwar autoritär, indem er nach geschmacklichen und nicht zuletzt repressiven Gesichtspunkten die gegenwärtige Musikproduktion aussiebt… Die Organisation unseres Musiklebens ist exemplarisch vertikal: Von unten bis oben werden Reifezeugnisse für Werke und Komponisten verlangt. Diese Art der „Mündigkeit“ kann nur eine noch größere Skepsis seitens der Jüngeren hervorbringen, und zwar gegenüber dem Musikmachen selbst… Es ist sehr schwer, eine konstruktive Kritik in die Praxis umzusetzen, wenn die andere Seite – wie im Falle von Herrn Thomas - mit allen Mitteln die Technik des Mundtotmachens versucht…

Rolf Riehm: „Die besondere Bedeutungslosigkeit, die Darmstadt inzwischen erreicht hat, lässt sich an der Überflüssigkeit seiner Veranstaltungen ablesen…

Konrad Boehmer: …“Schon die geringste Auseinandersetzung mit einem relevanten gesellschaftlichen Problem wird in Darmstadt brutal unterdrückt. Ganz natürlich – denn wenn man nicht nur unverbindlich kritisieren, sondern aus dem Erkannten auch die Konsequenzen ziehen wollte, so wäre die Existenz Darmstadts hinfällig. Warum er – von Nono bis Koenig – alle kritischen Geister aus Darmstadt heraushält, weiß Thomas ganz genau. Die Organisation der Ferienkurse ist deren Funktion und Ideologie absolut konform. Man kann sie nicht ändern, ohne den ganzen Rest radikal zu ändern. Ein bisserl Reformismus vermag vielleicht für kurze Zeit die gähnende Langeweile zu vertreiben, die sich in Darmstadt ausgebreitet hat…

Hans-Klaus Jungheinrich: „Die Darmstädter Ferienkurse waren zunächst prospektiv-pädagogisch, dann apodiktisch. Jetzt sind sie retrospektiv-pädagogisch. Dass sie einmal utopisch würden, ist nicht zu erwarten… …Also: Mit Stockhausen in Darmstadt nicht über Musik streiten, sondern über Politik! …schafft, zwei, drei, viele Darmstadts…

(wird fortgesetzt – thg) P.S.: …auch ich hatte Solf Schäfer um Auskunft gebeten, ob Arno Lückers Stück nun aufgeführt wird - und habe noch keine Antwort. Angesichts der bekannt gewordenen Etat-Problematik der Kurse begeben wir (die nmz) uns gern an Moritz Eggerts Seite und sind zur Mitfinanzierung von Aushilfs-Violinistinnen/Violinisten gern aber rasch bereit…


„Darmstadt historisch“

„Darmstadt historisch“ in der nmz (1969-1973)
Unser Mann vor Ort damals (1968 – 1973) war Rudolf Frisius. Später wurde ihm vorgeworfen den „Darmstädter Aufstand von 1970“ angezettelt zu haben (FAZ-Musik-Chef Friedrich Hommel). Wir hingegen waren (und sind noch immer) der Meinung, dass unsere sehr kritische Auseinandersetzung mit den damaligen Darmstädter Zuständen seinerzeit recht maßgeblich zum Fortleben (und zu gewissen Reformen) der Institution beigetragen hat. Der wie ich finde – sehr konstruktive – Kommentar von Rudolf Frisius im Rahmen unserer Umfrage zu den 69er Kursen sei hier komplett dokumentiert: (die Dokument-Texte sind vom Print weg eingescannt und könnten einige Fehler enthalten).

„Die Darmstädter Ferienkurse haben sich in den sechziger Jahren unverkennbar gewan¬delt. Ihre frühere Funktion als Forum für pro¬gressive Komponisten gleich welcher Nationa¬lität und Individualität blieb davon nicht unbeeinflußt. In den fünfziger Jahren waren in Darmstadt Komponisten versammelt, die trotz aller Meinungsunterschiede gemeinsam die musikalische Entwicklung diskutierten. und vorantrieben. Einige von ihnen, wie Nono, Kagel und Cage, waren bald in Darmstadt nicht mehr zu treffen, viele andere kamen nur noch, um ihre eigenen Belange zu vertreten.
Der Mangel an Kommunikation wurde besonders deutlich auf mehreren Kongressen spürbar, die weitgehend aus monologisierenden Vorträgen über periphere Themen bestanden. Auch die Seminare vermittelten vielfach weniger aktuelle musikalische Information als anspruchslose Erwachsenenbildung. Anzahl und Niveau der Ur- und Erstaufführungen nahmen ab, und in den Interpretationskursen wurden jahrelang dieselben Repertoirestücke besprochen. Allerdings wurde, in Zusammen¬arbeit mit dem elektronischen Studio Mün¬chen, die Beschäftigung mit elektronischer Musik erfreulich intensiviert, und die Stagna¬tion der Kompositionskurse wurde überwun¬den, als Stockhausen 1967 und 1968 gemeinsam mit seinen Schülern die Kollektiv-Komposi¬tionen ,,Ensemble“ und ,,Musik für ein Haus“ erarbeitete.
Damit sind zwei Ansätze bezeichnet, die zwar bei den diesjährigen Ferienkur¬sen nicht weiterentwickelt werden konnten, die aber nicht vergessen werden dürfen, wenn man die Darmstädter Ferienkurse weiter aktivieren will. Diese positiven Ansätze könnten weiterführen als eine personal- und gesellschaftspolitische Kritik an den Ferienkursen, die keine progressiven Alternativen aufzeigt.
,,Ensemble“ und ,,Musik für ein Haus“ könnten Modelle abgeben für eine künftige engere Verbindung von Kompositionskursen‘ Inter¬pretationskursen und Konzerten. Auch verweisen sie auf Möglichkeiten, jungen, noch nicht avancierten Komponisten in Darmstadt besseres Gehör zu verschaffen. Interpreten könnten, vielleicht unter Einbeziehung von Improvisationskursen, produktiver eingesetzt werden als in problematischen Wettbewerben mit Repertoirestücken. Auch ließen sich ver¬nünftigere Formen der Analyse vorstellen — Arbeitsgruppen mit Komponisten, Interpreten und arbeitswilligen Interessierten an Stelle von Komponisten-Vorträgen. Dabei ließen sich vielleicht auch objektive, nachprüfbare Kriterien für die Auswahl und die Beurteilung ein¬gesandter Partituren und Bandaufnahmen erarbeiten und der Radius der in Darmstadt zu¬gänglichen Musik erweitern. Jeder Komponist sollte dabei seine Partituren und Bandaufnah¬men Interessenten vorführen können, desglei¬chen Improvisationsensembles u. ä., soweit sich organisatorische und finanzielle Probleme etwa durch eine sinnvolle Stipendien-Verteilung regeln lassen.
Es geht nicht darum, die Darmstädter Ferienkurse durch Kritik zu lähmen. Ihre positiven und negativen Aspekte können nicht isoliert betrachtet werden, sie sind vielmehr durch allgemeinere musikalische und außer-musikalische Entwicklungen weitgehend be¬stimmt. Warum sollte es den Kursen schaden, wenn ihre Befürworter kritisch und konkret über sie nachdenken?“
Rudolf Frisius, Dezember 1969

Diese Haltung kommentierte damals Reinhard Oehlschlägel in der gleichen Ausgabe der nmz im Rahmen eines die Umfrage zusammenfassenden Kommentars:

„…und in keiner Antwort wird es als ein Vorzug der Ferienkurse angesehen, daß es bei ihnen so wenig Auseinandersetzung (auch über ihr Selbstverständnis) und just keine Diskussionen über sozial relevante Fragestellungen zur neuen Musik gibt. Das schließt nicht aus, daß die Ferienkurse gerade aus diesen Gründen von einigen Komponisten, Dozenten, Teilnehmern und Beobachtern besonders geschätzt sind.
Gewiß kann es nicht, wie Frisius meint, darum gehen, die Ferienkurse durch Kritik zu lähmen - oder gar lahmzulegen — aber wer könnte sich dafür verbürgen, daß Kritik — solange sie sich strikt am Gegenstand orientiert — die Darmstädter Ferienkurse mehr lähmt als belebt?“

Tempora mutantur?

Ganz lustig ist dann auch noch der Fortgang der Diskussion in den frühen Siebzigern des vergangenen Jahrhunderts. Da helfen Bibliotheken, die alte nmz-Jahrgänge hoffentlich gebunden gesammelt haben…


Auf vielfachen Wunsch eines

Auf vielfachen Wunsch eines einzelnen Herrn: Nachfolgend ein „Skandal-Bericht“ über Darmstadt aus dem Jahre 1972 – und zwei „Leserbriefe“, von Helmut Lachenmann und dem FAZ-Musik-Chef Friedrich Hommel. Dann reichts aber auch mit Rückblicken – und sich aufdrängenden Vergleichen???

Restauration oder Reform?
Rudolf Frisius 1972 in der nmz über die Darmstädter Ferienkurse

In den sechziger Jahren entwickelten sich die Darmstädter ,,Internationalen Ferienkurse für Neue Musik“ mehr und mehr zu einer Domäne von in Deutschland lebenden und arrivierten Komponisten und Interpreten der mittleren Generation. Sie entfernten sich damit mehr und mehr von ihrer ursprünglichen, in ihrer Bezeichnung festgehaltenen Funktion — von der Internationalität und von der Repräsentation der jeweils neuesten musikalischen Tendenzen.

Dies führte dazu, daß die Kurse 1970, im 25. Jahr ihres Bestehens, in ihre bisher schwerste Krise gerieten. Spontan bildeten sich stark besuchte Teilnehmerversammlungen, auf denen massive Kritik laut wurde am weitgehend antiquierten und provinziellen Angebot der Konzerte und Kurse, für das seit 1963 Ernst Thomas als Kursleiter verantwortlich zeichnete.

Die Teilnehmer verbanden damals Ihre Kritik mit einer Fülle konstruktiver Alternativvorschläge. Gefordert wurden unter ande¬rem: die Wiedereinführung von Kompositionskursen, wobei vor allem auch jüngere Komponisten berücksichtigt werden sollten; ein international breiter gestreutes Angelot von Komponisten und Interpreten; stärkere Einbeziehung von Improvisationsgruppen (einschließlich live-Elektronik), Thematisierung der Elektronischen Musik, Behandlung der Musik in Verbindung mit anderen Wissenschaftebereichen.
Ernst Thomas, - den die Teilnehmer mehrfach zur Sachdiskussion dieser Forderungen eingeladen hatten, erschien nur für wenige Minuten und gab eine ausweichende Erklärung ab. Er sagte zu, über die Weiterführung der Kurse mit einer Teilnehmerdelegation im Gespräch zu bleiben, der u. a. Komponisten, Interpreten, Wissenschaftler und Kritiker angehörten. Während diese Zeilen geschrieben werden, laufen die Darmstädter Ferienkurse 1972 an. Aus diesem aktuellen Anlaß lohnt sich die Untersuchung, welche Spuren die Ereignisse des Jahres 1970 hinterlassen haben.

Die diesjährigen Ferienkurse sind die ersten seit der Krise des Jahres 1970. 1971 mußten die Kurse erstmals seit ihrer Gründung ausfallen. Sie sollen künftig nur noch alle zwei Jahre stattfinden, dafür aber 18 Tage (statt 12 Tagen wie früher) dauern. Zu prüfen wäre, ob diese formale Neuregelung sich auch in einer qualitativen Verbesserung des Programm-Angebots niedergeschlagen hat.

Tatsächlich finden sich einige Neuerungen, die fast ausnahmslos auf Teilinehmervorschläge des Jahres 1970 zurückgehen: Die in gewissen Grenzen verbesserte technische Ausstattung, das erweiterte Angebot an Kompositionskursen und das Kompositionsstudio junger Komponisten. Auch mehrere Personalvorschläge der Teilnehmer wurden berücksichtigt: Karlheinz Stockhausen ist nach seinen überaus erfolgreichen Kursen von 1970 auch in diesem Jahr wieder mit Kursen und Aufführungen vertreten; mit Einladungen an Mauricio Kagel, Christian Wolff, Iannis Xenakis, Gerd Zacher, David Johnson und Helmut Lachenmann wurden ebenfalls Anre¬gungen der Teilnehmer aufgegriffen, die einer Erweiterung des bisherigen Darmstädter Spektrums dienen sollten.

Andererseits lassen sich auch tradierte und fragwürdig gewordene Relikte im Angebot der Kurse nicht übersehen: Die — zumeist in Köln lebenden und der mittleren Generation angehörigen — Interpreten, die das Programm von 1970 zum ,,Stamm der Darmstäd¬ter Dozenten und Interpreten“ rechnete, sind unter dem neuen Etikett ,,Instrumentalstudio“ wieder als Dozenten vertreten und wirken außerdem als Interpreten maßgeblich in Ver¬anstaltungen und Konzerten mit. Ausschließlich aus ihren Reihen rekrutiert sich der dreiköpfige ,,Programmbeirat“, der laut Programm von dem — von Ernst Thomas geleiteten — Musikinstitut Darmstadt einberufen wurde und das Kursprogramm ausgearbeitet hat. Eine Programmnotiz läßt erkennen, daß mit diesem Programmbeirat die Mitbestimmungsforderungen der Teilnehmer abgewehrt werden sollten. — Warum erkennt man nicht, daß diese — zweifellos hochqualifizierten — Interpreten sich im Zusammenwirken mit frischen Kräften nur um so besser entfalten könnten und daß ihre Namen im Programmbeirat Mißverständnisse provozieren können?

Welche großen Chancen sich eröffnen können, wenn nicht ausschließlich Musiker berücksichtigt werden, die ,,fest zum Stamm der Darmstädter Dozenten und Interpreten zählen“, zeigt die in diesem Jahr erstmals ergangene Einladung an den Organisten Gerd Zacher. Zacher machte schon im Anfangsstadium seiner Kurse deutlich, daß es ihm nicht genügt, mit Teilnehmern Repertoirestücke durchzunehmen; er stellte einzelnen Teilneh¬mern nach einem wohlüberlegten methodischen Plan freie Spielaufgaben — nicht nur für Einzelspieler, sondern auch für Teams von Spielern, Assistenten und Registranten. Hier zeigen sich im ersten Ansatz Möglichkeiten, moderne Interpretationskurse nicht ausschließlich der Reproduktion, sondern auch der Improvisation und dem freien Zusammenspiel zu widmen.

Zu fragen wäre ferner, ob das Kursangebot — trotz unbestrittener Verbesserungen gegenüber früheren Jahren — für die relativ lange Zeit von 18 Tagen nicht doch zu spärlich ist. Noch 1970 waren im Schnitt je zwei Vormittagskurse und zwei Nachmittagskurse angesetzt; in diesem Jahre bleiben — wenn man von Kursreprisen in anderen Sprachen absieht — nur vier Nachmittage, an denen zwei Veranstaltungen stattfinden. Auch an den Vormittagen hätte sich noch Spielraum für Kurstermine gefunden, so daß das gesamte Kursprogramm sich womöglich auch in einer beträchtlich kürzeren Zelt hätte durchführen lassen — mit entsprechend niedrigeren finanziellen Belastungen für die Teilnehmer. Überdies ist bemerkenswert, daß gerade die neu hinzukommenden Dozenten mit weniger Seminaren angekündigt sind als die in Darm¬stadt bereits bekannten. So sind z. B. für Ligeti, der 1970 zwölf nicht unumstrittene Seminare hielt, wieder neun Termine reserviert, für Kagel und Christian Wolff dagegen nur je drei.

Die Konzertprogramme enthalten einerseits einen sehr geringen Prozentsatz von Uraufführungen (laut Programm 3 von 25 Stücken), andererseits einen ungewöhnlich hohen Prozentsatz bereits aufgeführter oder sogar auf Schallplatten publizierter Stücke. Andererseits ist nicht zu verkennen, daß mitteleuropäische Komponisten aus dem zweiten Glied weniger stark vertreten sind als in früheren Jahren.

Bereits in den ersten beiden Konzerten wurde deutlich, daß. restaurative Relikte und Reformtendenzen noch unverbunden neben¬einander stehen. So war die Einladung eines rumänischen Kammerensembles wohl als Fortführung einer etablierten Tradition gedacht. Das konventionelle Instrumentarium (Klavier und Cembalo, Klarinette, 3 Streicher) präsentierte sich teils im Gemenge spieltechnisch konventioneller Floskeln (Stroe), teils angereichert durch, primitive Zusatzinstrumente und ver¬fremdete Spieltechniken (im Rahmen postserieller Spielmuster bei‘ Olah, klanglich etwas exponierter bei Marbe und Brindus). Anatol Vieru ließ die Instrumentalisten Bruchstücke aus dem Repertoire ihrer klassischen Solo-oder Ensemble-Literatur beisteuern — collageartig montiert, gestört durch exponierte instrumentale und vokale Interpolatlonen. All dies reichte aber über die Normen avantgardistischer Festivalmusik nicht hinaus. Nur bei Octavian Nemescu zeigten sich weiterführende Ansätze im Zusammenwirken von Instrumenten und Tonbändern, wobei vielfältig wechselnde apparativ-instrumentale Affinitäten sich herausbildeten.

Demgegenüber setzten zwei Konzerte mit Werken von Xenakis wichtige Marksteine im Programm-Spektrum nicht nur dieser Ferienkurse. In mustergültigen Aufführungen des Saarländischen Rundfunkorchesters unter Hans Zender und des exzellenten Pianisten Georges Pludermacher traten wesentliche Charakteristika von Xenakis‘ Musik deutlich hervor — so etwa die Verbindung präziser, scharf konturierter Detailkonstruktion mit einfachen Abschnittsgliederungen, die planmäßige Veränderung von Dichte ,und Komplexität (besonders plakativ in den ,,Riketides“) und, charakteristische instrumentale Blockbildungen mit teilweise hochdifferen¬zierten Überschneidungen (etwa zwischen Klaviersatz und Orchestersatz in den ,,Synaphali‘. Die starke Berücksichtigung der hierzulande wenig bekannten Musik von Xenakis ist ein wichtiger positiver Aspekt dieser Ferienkurse — ein gewisser Ausgleich für die absurde weitere Tabuisierung von John Cage und seiner Schule, die zwar in Bremen und Berlin, nicht aber in Darmstadt auftreten können.

Was also bestimmt die diesjährigen Ferienkurse — Restauration oder Reform? Eine erste Antwort ergibt sich aus dem Verhalten des. Kursleiters Ernst Thomas: Einerseits ließ er es unter der Regie des Programm-Beirates — dem auch ein Mitglied der 1970 gewählten Teilnehmerdelegation angehört — zu bestimmten Reformen kommen. Andererseits verschwieg er im Programmheft die Herkunft der Reformvorschläge und wandte sich mit haltlosen Argumenten gegen Mitbestim¬mungsforderungen der Teilnehmer. Er scheute nicht einmal vor dem Versuch zurück, Mitglieder der Teilnehmerdelegation von den Kursen auszusperren, obwohl sie sich als offizielle Berichterstatter für Funk und Presse ausgewiesen hatten. Man sollte ihm unmißverständlich klarmachen, daß auch er in der notwendigen Sachdiskussion über die Ferienkurse demokratische Spielregeln einzuhalten hat. Nur die offene Diskussion kann weiterhelfen und vielleicht einige Streitfragen klären; wer aber die Meinungs- und Infor¬mationsfreiheit glaubt beschränken zu dürfen, der richtet sich selbst…

Zur Diskussion über die Darmstädter Ferienkurse und zu Rudolf Frislus‘ Bericht ,,Ein musikalisches Forum verliert sein Format“ nmz 1972:

Zu den diesjährigen Darmstädter Ferienkursen und den Konflikten zwischen Kursleitung und einigen Musikkritikern, darunter der Rezensent der NMZ, Rudolf Frisius, äußern sich hier der Komponist Helmut Lachenmann und der Leiter des Musikressorts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Friedrich Hommel…

Helmut Lachenmann: Neu durchdenken

Es scheint wirklich, in Darmstadt müsse man neu anfangen. Statt sich mit Inhalten und Attitüden stereotyp zu identifizieren, welche die Avantgardisten und Proteges der 50er und frühen 60er Jahre heute als Manager ihrer eigenen Aura zu konservieren versuchen, sollte sich Darmstadt auf die Rolle zurückbesinnen, die es durch jene Protagonisten seinerzeit verkörpert hat und die etwas mit Neu-Durchdenken, Umdenken, etwas mit Durchbruch und Veränderung einer ästhetischen Situation, etwas mit Risiko und mit ge¬schichtlichem Bewußtsein zu tun hatte.
Natürlich:so einfach läßt sich diese Rolle nicht wieder aufnehmen. Die Situation damals war anders: die weißen Flecken auf der Landkarte des Musikdenkens waren deutlicher und die nicht sowohl zu diskutierenden als zu studierenden Inhalte waren frisch und übers individuell Kompositionstechnische hinaus vom prinzipiellen Ansatz her aktuell. Ober solcher unausweichlichen Aktualität nahm man den damals genau so herrschenden Vorlesungsstil, autoritäres Gebaren und die stillschweigend eingerichteten Machtpositionen in Kauf. Indessen sind manche der Helden von einst heute zu Gladiatoren in eigener Sache geworden, so daß man sie, statt sie zusammen zu bringen, in säuberlich abgeschirmten Zeitkäfigen vorführt — das Publikum darf sich einzeln ihre Bizeps zeigen lassen.
Der Ansatz heute muß anders sein als damals. Die Vermittlung fertiger Kompositionstechniken um ihrer selbst willen kann allenfalls epigonaler Neugier genügen. Diese Dinge lassen sich auch außerhalb Darmstadt theoretisch aufarbeiten. Heute ist das Kompetenzgefälle nicht mehr von so einschüchternden Ausmaßen wie einst. Oft schien das Publikum mehr über die gegenwärtige Situation informiert als die einseitig in eigener Sache Vortragenden, und durchaus in der Lage, selbst weiter zu denken. Denn Denken beschränkt sich heute nicht mehr auf die Permutationsvarianten einer Formel und deren rein kompositorische Konsequenzen, sondern bezieht die Frage nach der Rolle solcher Musik, und die Rolle von Material und Methode angesichts neuer Kommunikationserwartungen in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation mit ein. Die unbestrittene Notwendigkeit der Komponisten, sich zu spezialisieren, ändert nichts an der notwendigen Partnerschaft zwischen Referent und Teilnehmer bei der Diskussion und Erarbeitung des heute musikalisch Relevanten, im Gegenteil: genau aus diesem Dialog sollten die Regulative für die individuelle Entwicklung beider Partner kommen.
Die Mehrheit der Darmstädter Komponisten-Dozenten aber schien sich an solchen Auseinandersetzungen allenfalls unverbindlich spiegeln zu wollen, statt sich konsequent zu stellen und sich dabei womöglich der eigenen Patina bewußt zu werden, die doch gar nicht so “ne Schande“ wäre.
Im Kompositionsstudio sollte das mögliche Maß an Mitverantwortlichkeit und ihr fachlicher und methodischer Nutzen praktiziert und getestet werden. ,,Straffe“ Handhabung der Koordination und Vorweg-Kontrolle der einzelnen Beiträge hätte eine Vorarbeit zur Voraussetzung gehabt, die unter den gegebenen Bedingungen nicht möglich war. Erfreulich der Kontakt zum Instrumentalstudio unerfreulich die Isolation gegenüber den dozierenden Komponisten, also gerade denen, die weithin zuständig waren für die Situation, die es im Kompositionsstudio anhand der Beiträge zu analysieren und zu reflektieren galt.
Das Kompositionsstudio mag unbefriedigend geblieben sein: der Test jedenfalls war positiv. Das Bewußtsein aktiver Mitverant¬wortung hat sich in Form von verschiedensten Initiativen und Mitwirkungen deutlich manifestiert. Diese Beobachtung gilt übers Kompositionsstudio hinaus. Wenn Darmstadt über die bloße Revue von Prominenz hinaus künftig noch etwas versprechen kann, so hängt das mit diesem Geist der Zusammenarbeit der Teilnehmer zusammen. Ob diese Bereitschaft zur Mitverantwortung sinnvoll ge¬nutzt wird, ob man ihr ein Recht auf Mit-Be¬stimmung zugestehen wird (gedacht ist an eine Gruppe von gewählten Teilnehmern, die an der Planung der jeweils nächsten Kurse mitwirkt), oder ob man die Darmstadtbesu¬cher für Kinder hält, die brav ihren Mund aufsperren, wenn sie gefüttert werden an dieser Alternative entscheidet sich das For¬mat Darmstadts in der Zukunft.
Helmut Lachenmann

Friedrich Hommel: ,,Gott zum Gruß“

Sie haben mich um einen kurzen Diskussionsbeitrag zu Ihrem ,,Nachwort“ zu den diesjährigen Darmstädter Ferienkursen gebeten. Vermutlich weil ich selbst in der ,,Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am 12. August eine ausführliche Darstellung der Hintergründe des Darmstädter Desasters gegeben habe (,,Musik nach revolutionärem Gesamtkonzept? — Der Versuch, die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik agitatorisch zu unterwandern“), haben Sie die Ansicht geäußert, daß meine Stellungnahme zu dem Aufsatz von Rudolf Frisius für Ihre Leser von besonderem Interesse sein könnte.
Vielleicht haben Sie die Hoffnung gehegt, daß mir nun — nach der Lektüre von Frisius‘ pamphletistischem Selbstverteidigungsversuch - die Spucke wegbleiben würde. Und in der Tat, so war es. Schon beim Lesen Ihres redaktionellen Vorspanns, in dem Sie mich ein paar Mal erwähnt haben, dachte ich: Jetzt laust mich doch der Affe. Kaum daß man einmal das Ding, das da in Darmstadt gedreht wurde, beim Namen genannt hat, stiebt alles mit frommen Sprüchen. auf den Lippen auseinander. Nun will‘s also niemand gewesen sein.

Sie müssen Ihr Leserpublikum als besonders pflegeleicht einschätzen, wenn Sie glauben, es nähme Ihnen heute noch irgendjemand die ängstliche Beteuerung ab, sowohl Rudolf Frisius als auch der ,,Neuen Musikzeitung“ sei es in den vergangenen Jahren um ,,nichts anders“ gegangen als darum, den Ferienkursen ,,die Reputation zurückzugewinnen die sie früher einmal hatten“. Vergessen sind plötzlich Ihre stolzen und emphatischen Bekenntnisse zu den ,,Reformvorstellungen“ der Darmstädter Aufmotzer (beispielsweise in ,,NMZ“ vom Dezember/Januar 1970/71); vergessen plötzlich das militant gesellschaftspolitische, gegen ,,autokratisches“ und ,,monopolistisches“ Establishment gerichtete Kampfgeschrei, vergessen auch das Losdröhnen aus derselben Ecke gegen den in Darmstadt ,,parallel zur Restauration der wirtschaftlichen Verhältnisse durch das amerikanische Kapital einhergehenden Unverstand, aus der Musik der Wiener Schule die ,,praktische Konsequenz“ einer Negation und ,,Bekämpfung der geltenden Gesellschaftsordnung“ zu ziehen (Reinhard Oehlschlägel u. a. in Sonderheft ,,Dissonanz“ über ,,Die Krise der Darmstädter Ferienkurse“, April 1971).

Daß Rudolf Frisius — Wortführer bei der Darmstädter Revolte 1970, für den doch auch dieses Jahr Oehlschlägels Deutschlandfunk¬Ressort die Teilnehmerbewilligung betragt hatte — zur Clique der Darmstädter Agitatoren gehörte — davon will die ,,NMZ“ jetzt nie etwas gehört haben. Wie sagt doch Frisius über den Darmstädter ,,Tyrannen“ Ernst Thomas: ein Mann, der als Mitherausgeber einer Musikzeitschrift ,,viele Musikkritiker von sich abhängig weiß“. Schön gesagt. Dann sind also auch die ganzen Oehlschlägel, Jungheinrich, Frisius von Bosse ,,abhängig“, und Oehlschlägel von Jungheinrich, und Jungheinrich von Oehlschlägel, und Frislus vom Deutschlandfunk, und wie auch immer das ganze Karussell sich dreht.

Frisius wuchtet gewaltig die Schreckgespenster und Heiligtümer der Nation durch die Gegend: Repressalien, Maulkorb, Zensur, Aussperrung, Einschüchterung, Grundgesetz und Grundrecht freier Meinungsäußerung. Dabei müßte ihm doch längst zu denken ge¬geben haben, daß sich nicht ein einziger Journalistenverband, geschweige denn ein Pen-Klub, bemüßigt sah, in die überkochende Suppe zu spucken — obgleich doch die Deutsche Presseagentur die finsteren Darmstädter ,,Repressions“-Akte sogleich bis in die hintersten Winkel des Vaterlandes ruchbar gemacht hatte. Die ,,NMZ“ weiß, warum: vielleicht eingedenk — ich sage vielleicht, denn ich hab‘s nun mal mit den ,,forciert phantasiereichen Vermutungen“ — vielleicht eingedenk der Tatsache, daß auch ein medizinalrätlicher Lustmörder nach dem Hippokratischen Eid im Grundgesetz vergeblich fahnden würde. Es konstatiert die ,,NMZ“ mit weiser Zurückhaltung: ,,Wie weit hierbei der Bereich kritischer Funktionen zu diskutieren ist, kann dahingestellt bleiben.“ Nur: wo so viel von ,,Reputation“ die Rede ist, hätte eben — unter Journalisten — auf keinen Fall dahingestellt bleiben dürfen, was der Journalist in freien Rechtsstaat eigentlich darf, und was nicht.

Über eins weiß Rudolf Frisius immerhin bestens Bescheid: darüber, was eine trickreiche Finte ist. Weil Frisius‘ Name auf dem vielumstrittenen Darmstädter “Pamphlet“ nur mit der Maschine getippt, nicht aber als autographe Kostbarkeit gepinselt war, darf denn auch die ,,NMZ“-Redaktion ihre Reputation durch die listige Feststellung wieder hergestellt glauben, daß Herr Frisius das anstößige Schriftstück ja ,,gar nicht unterzeichnet“ habe. Das finde ich prima.

In dieser ganzen Darmstädter Affäre möchte ich schon lieber bei meiner eigene Meinung — siehe F.A.Z.— bleiben. Speziell zu Ihrer Darstellung möchte ich aber gern hinzufügen: wenn Sie die Stirn gehabt hätten, mich und die F. A. Z. auf dieselbe Weise wie das ganze Darmstädter Kurs-,,Establishment“ durch Ihre selbstgekackte Scheiße zu ziehen, dann hätte ich die ganze Auflage per Müllabfuhr Ihrem Kasseler Verleger in die Wohnung karren lassen mit aufrichtigem ,,Gott zum Gruß“ und einem herzlichen ,,Pfui Deibel“.
Friedrich Hommel


[…] man einen Blick in die aktuellen Informationen aus der Hölle der Neuen Musik wirft, dann fragt man sich, warum eine Institution wie die Ferienkurse für Neue Musik in […]


Ich bin begeistert über

Ich bin begeistert über diesen Blick in die Vergangenheit - man müsste viel öfter diese alten Sachen lesen und Schlüsse daraus ziehen, welche Forderungen und Träume sich erfüllt haben, welche erwähnten Namen von damals scheinbar unglaublich einflussreichen und vielgerühmten Leuten heute keine Sau mehr kennt, und welche man eben doch noch kennt. Interessant auch, dass der Ton damals eigentlich wesentlich schärfer und deutlicher war als in unseren politisch korrekteren Zeiten, wo man sich doch immer noch um Ironie im Zweifel für den Angeklagten bemüht.

Seltsamerweise sind aber die stets mauernden und abwiegelnden Reaktionen auf jegliche Form von Kritik - konstruktiv oder sanft oder hart - genau dieselben wie damals. Lieber im eigenen kleinen Türmchen versauern als mal frische Luft reinzulassen.
Seltsam eigentlich!

Am schönsten eigentlich der Satz von Rolf Riehm: “Die besondere Bedeutungslosigkeit, die Darmstadt inzwischen erreicht hat, lässt sich an der Überflüssigkeit seiner Veranstaltungen ablesen…”.
Besser kann man es nicht sagen :-)


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