Basisarbeit für Musikkritik: Benedikt Leßmann erhielt Schulz-Preis für neue Musikpublizistik


(nmz) -
Im Rahmen eines Konzertes der 47. Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt hat der Leipziger Musikwissenschaftler und Musikjournalist Benedikt Leßmann den mit 3000 Euro dotierten Reinhard-Schulz-Preis für zeitgenössische Musikpublizistik aus der Hand des Direktors der Internationalen Musikinstituts Darmstadt, Thomas Schäfer, erhalten. Die Laudatio hielt der Juryvorsitzende Peter Hagmann (NZZ).
14.08.2014 - Von Martin Hufner

Hagmann lobte insbesondere das Engagement Leßmanns, das dieser erbringe im Rahmen der „normalen“ Berichterstattung der Leipziger Volkszeitung, eben einer Publikation, die nicht Fachpresse ist und nicht im überregionalen Bezug steht. Lessmann schaffe es dabei, durch Sprache alle Beteiligten zusammenzubringen.

Benedikt Leßmann arbeitet seit fünf Jahren für die Zeitung, wobei nicht nur „neue Musik“ auf dem Programm steht. Er ist ein Generalist, der ebenso Premieren rezensiert wie Konzerte mit neuer Musik. Seine Doktorarbeit hat er gerade abgegeben. Man wird sehen, ob der Reinhard-Schulz-Preis seine erweiterte Funktion wird erfüllen können. Leßmann ist eigentlich der perfekte Kandidat, da wesentlicher Bestandteil des Preises die Beschaffung von Aufträgen durch die Partner für den Preisträger darstellt. Ob für das Lucerne Festival, die Klangspuren Schwaz, das Münchner Kammerorchester, die Oper Stuttgart, die Medienpartner Deutschlandfunk, Bayerischer Rundfunk, NZfM und nmz …

Die Ansicht Hagmanns, dass das Konzert nur überlebt, wenn es auch den Rezensenten gibt, hält Leßmann für eine „steile These“. Seine Perspektiven im Bereich des Musikjournalismus sieht er trotz Auszeichnung als schwierig an. Bekanntermaßen sind die Honorare in diesem Bereich zum Überleben kaum genügend, selbst wenn man Tag und Nacht unterwegs ist.

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