CDs: Michael Kubes HörBar Nr. 40 – Cellomania


(nmz) -
Michael Kube hat sich in seiner 40. Ausgabe der nmz-HörBar mit aktuellen Cello-Aufnahmen beschäftigt. Historische Aufnahmen mit Erling Blöndal Bengtsson sind ebenso dabei wie Aufnahmen mit Guido Schiefen, Roman Jablonski, Wilhelmina Smith und Marc Coppey. Musikalisch reicht die Reise von der Gegenwart bis in die Romantik zurück.
19.08.2021 - Von Michael Kube

HörBar #040 – Cellomania

Dmitri Schostakowitsch: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 Es-Dur op. 107,  Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 g-Moll op. 126 – Marc Coppey (Violoncello), Polnish National Radio Symphony Orchestra, Lawrence Foster +++ Per Nørgård. Sonata No. 1 (1951–53), Sonata No. 2 «In due tempi» (1953/54, 1980), Sonata No. 3 «What – is the Word!» (1999); Paul Ruders. Bravourstudien (L’homme armé Variations) (1976) – Wilhelmina Smith (Violoncello) +++ Polish Cello 2. Grazyna Bacewicz. Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 (1963); Krzysztof Penderecki. Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 2 (1982) – Roman Jablonski (Violoncello), Great Symphony Orchestra of Polish Radio und Television, Tadeusz Strugala, Jerzy Katlewicz +++ Johannes Brahms. Ungarische Tänze, für Violoncello und Klavier arrangiert von Alfredo Piatti – Guido Schiefen (Violoncello), Markus Kreul (Klavier) +++ A Tribute to Erling Blöndal Bengtsson Vol. 3. – The Danish Radio Recordings 1962–1987 – Erling Blöndal Bengtsson (Violoncello), Nina Kavtaradze (Klavier), Danish Radio Symphony Orchestra, Aalborg Symphony Orchestra, Odense Symphony Orchestra, Aarhus Symphony Orchestra, Oliver Knussen, Thomas Jensen, Ole Schmidt, Alf Sjøen, Borge Wagner, Pierre Monteux

A Tribute to Erling Blöndal Bengtsson Vol. 3. – The Danish Radio Recordings 1962–1987: Dieses Doppel-Album setzt einen Schlusspunkt unter eine beeindruckende Reihe mit bisher unveröffentlichten Aufnahmen des dänischen Jahrhundert-Cellisten Erling Blöndal Bengtsson (1932–2013). Es zeigt zugleich, wie viele und welch großartige Schätze noch in den Rundfunkarchiven der Wiederentdeckung harren, bevor die meist staubig gelagerten analogen Bänder sich gänzlich entladen. Dass hier ein kulturelles Erbe, ein beachtlich großer Teil der Musik- und Interpretationsgeschichte des 20. Jahrhunderts auf Sicherung und Sichtung wartet, ist leicht vorstellbar, nicht aber, auf welch’ unterschiedliche Weise damit umgegangen wird. Hier lohnt die Lektüre des Nachworts von Jesper Buhl – möglicherweise. Weiterlesen

Johannes Brahms: Ungarische Tänze, für Violoncello und Klavier arrangiert von Alfredo Piatti – Guido Schiefen (Violoncello), Markus Kreul (Klavier): Alben wie dieses führen immer wieder vor Augen, wie selbstverständlich und selbstgerecht wir heute mit dem Repertoire und den wichtigsten Protagonisten des Musiklebens im langen 19. Jahrhundert umgehen. Die Fokussierung auf einzelne Meister, die Auswahl nur weniger Werke und die nach wie vor höchst präsente Heldenverehrung lassen weit gespannte Netzwerke, ganze Œuvres und den internationalen Austausch im Nebel der Zeit verschwinden. Noch immer wird die Reichweite des (auch institutionellen) Wirkens von Franz Liszt unterschätzt, das früh ausgeprägte öffentliche britische Musikleben auf dem Kontinent nicht wahrgenommen, die Musikkultur des östlichen Kakaniens. Weiterlesen

Polish Cello 2. Grazyna Bacewicz / Krzysztof Penderecki – Roman Jablonski (Violoncello): Nach einer ersten Folge mit alter und neuer Kammermusik setzt das polnische Label DUX seine Reihe «Polish Cello» mit vorzüglichen Archiv-Aufnahmen von zwei gewichtigen Kompositionen fort – dem jeweils mit «Nr. 2» bezeichneten Konzert von Grazyna Bacewicz (1963) und Krzysztof Penderecki (1982). Ausgewählt wurden erneut Interpretationen mit Roman Jablonski als Solisten, der inzwischen seinen 75. Geburtstag feiern konnte. Es liegt an der aktuellen Katalogpolitik, dass von seinen teilweise bedeutenden Einspielungen derzeit nichts greifbar ist – allen voran das Cellokonzert von Witold Lutosławski. Umso mehr dokumentiert das vorgelegte Album den hohen künstlerischen … Weiterlesen

Per Nørgård: Sonata No. 1, 2 und 3 / Paul Ruders: Bravourstudien (L’homme armé Variations) – Wilhelmina Smith (Violoncello): Es gibt sie – jene Alben, die einen auch nach längerer Beschäftigung und mehrfachem Hören einigermaßen ratlos zurücklassen. Das kann bei «Klassikern» des Repertoires passieren, bei Raritäten oder auch moderner, wenn nicht gar zeitgenössischer Musik. Man darf sich nie täuschen lassen und von der Interpretation auf die tatsächliche musikalische Qualität der Werke und ihren Ausdruck schließen. So sorgten besonders in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts oftmals drittklassige Einspielungen dafür, dass sich Fehleinschätzungen breit machten – vom schwerfälligen, aber kaum zu stoppenden Rollkommando für «festliche Barockmusik» über das selbstgefällig-halbherzige Abspielen … Weiterlesen

Dmitri Schostakowitsch: Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 und Nr. 2 – Marc Coppey (Violoncello): Zwei Werke, zu denen sich zahlreichen Einspielungen im Katalog finden. Denn mit seinen Konzerten für Violoncello und Orchester hat Dmitri Schostakowitsch Partituren geschaffen, die (wie viele andere seiner Kompositionen) längst zum festen Repertoire gehören – ein Phänomen, das etwas aussagt über die emotionale Intensität, die unmittelbare Erfahrbarkeit wie auch die motivisch-melodische Griffigkeit seiner Musik. Hier scheint der Komponist gleichsam selbst zu sprechen: durch die Noten selbst, durch den Solopart des Violoncellos, den ersten Solisten (die Uraufführungen spielte der mit Schostakowitsch eng befreundete unangepasste Mstislaw Rostropowitsch), letztlich auch durch das charakteristische … Weiterlesen

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