Frisches GEMA-Aufsichtsrats-Standing schafft Spannung mit dem Vorstand


(nmz) -
Was für eine babylonische Sprachverwirrung. Innerhalb weniger Tage erlaubt uns die GEMA einen tiefen Einblick in das, was sie Personalplanung nennt: Drei Bezirksdirektionen werden geschlossen, nein nur zusammengelegt – nein, wieder falsch verstanden und daher klargestellt. Was von außen schlicht wirr wirkt, scheint eine veritable Auseinandersetzung zwischen gerade vertragsverlängertem Vorstandsvorsitzenden und neu gewähltem Aufsichtsratschef zu sein.
19.10.2009 - Von Theo Geißler

Zum Hintergrund: Wie man der Fachpresse entnehmen kann, werden für die Urheber und Verlage bei zurückgehenden Einnahmen aus CD-Verkäufen die Lizenzen für Livemusik immer wichtiger. Dieses Geschäft betreibt die GEMA dezentral und wohl sehr erfolgreich, so erfolgreich, dass man an diese cash cow den Hebel ansetzen und drei Bezirksdirektionen schließen, nein zusammenlegen möchte. So der Vorstand noch letzte Woche gegenüber der nmz.

Heute nun meldet sich der Aufsichtsrat zu Wort und betont seine Verantwortung nicht nur für die Erträge der Mitglieder, sondern auch für die Sozialverträglichkeit der GEMA- Strukturen. Es geht um circa 90 Mitarbeiter, die von München nach Nürnberg, von Augsburg nach Stuttgart und von Hannover nach Hamburg verpflanzt werden sollen.

Dass sich der GEMA-Aufsichtsrat als Sprecher aller kreativen Musiker in Deutschland seiner besonderen Verantwortung – wieder – bewusst ist, werden nicht nur die verunsicherten Mitarbeiter, sondern auch die musikinteressierte Öffentlichkeit zu schätzen wissen. (thg)

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