Neue Musik / Musikfeature: Die Radio-Woche vom 10. bis 16. April 2017


(nmz) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 15. Besondere Aufmerksamkeit möchten wir auf das Feature von Ulrich Müller über den Komponisten Cornelius Cardew lenken. Österreich 1 macht mit seiner „Langen Nacht der Neuen Sakralen Musik“, die von Karfreitag abend bis Samstag früh geht, auf sich aufmerksam.
09.04.2017 - Von Martin Hufner

Jetzt leider das erste Mal ohne die Beiträge vom rbb-kulturradio, die es nicht hinbekommen, ihre Beiträge in die ARD-Suchmaschine einzupflegen. Beschwerden bitte an rbb-kulturradio (https://www.kulturradio.de/), sofern Sie da eine Kontaktadresse finden. Ebenso ergeht es jetzt BR-Klassik mit seiner Sendung „Horizonte“. Auch diese wird nach wie vor nicht gelistet. BR-Klassik ist in Kenntnis, aber bekommt das Problem offensichtlich nicht in den Griff. Schade. Beschwerden bitte direkt an BR-KLASSIK. (Vielleicht machen die das ja auch nur, um ihr Webangebot zu featuren). Eine Ausnahme wird gemacht. Ulrich Müllers Feature „Versuch über Cornelius Cardew. Schöpferisches Handeln als politischer Akt“ am 11.4.2017 sollte man sicher nicht verpassen.

  • Alle bekannten Stream-, Web- und RSS-Adressen finden sich bei Stefan Hetzel.
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10.04.2017 (Montag)

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Aktuelle CD-Veröffentlichungen Neuer Musik

Vorgestellt und diskutiert von Lydia Jeschke, Bernd Künzig und Michael Rebhahn. Moderation: Björn Gottstein

23:08 | Ö1
Zeit-Ton: Sehyung Kims bewegte Klangfarben - Mitschnitte des Jeunesse-Porträts vom 25. März 2017 im RadioKulturhaus Wien.

Der 1987 geborene Komponist Sehyung Kim ist in Kasachstan aufgewachsen. 2007 ging er nach Moskau, um dort am Moskauer staatlichen Konservatorium zu studieren, sein großes Interesse für Klangfarben führte ihn 2013 nach Graz zum Studium bei Beat Furrer. Er besuchte zahlreiche Akademien wie Impuls in Graz, die Darmstädter Ferienkurse und zahlreiche andere. Von vielen Komponierenden holte er sich Input, um seine Klangsprache zu entwickeln. Diese war nun in einem Portraitkonzert des Jeunesse-Zyklus' „Fast Forward“ anhand mehrerer Stücke zu erleben - gespielt vom Akkordeonisten Krassimir Sterev und vom jungen Grazer Ensemble Schallfeld, das vor einigen Jahren von ehemaligen Mitgliedern des Aufbaustudiengangs zur Interpretation zeitgenössischer Musik gegründet wurde. Zartheit und hohe Energie, ruhige Entwicklungen und impulsive Ausbrüche: In seinem Zyklus „Qi“ geht Kim dem asiatischen Prinzip des Atems und der Lebensenergie nach.


11.04.2017 (Dienstag)

00:05 bis 01:00 | Deutschlandradio Kultur
Neue Musik: Der Marburger Konzertverein Trugschluss. Von Adrian Schmidt

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Hans Stadlmair: Notturno (Uwe Komischke, Jagdhorn; David Moltz, Waldhorn; Münchener Kammerorchester: Hans Stadlmair); Herbert Baumann: „Per Ottoni“ (10forBrass); Sonate (Michael Martin Kofler, Flöte; Oliver Triendl, Klavier); Jan Koetsier: „Brass Memorial to Brahms“ (Mitglieder des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks: Michael Schønwandt); Dieter Acker: Trio, Intermezzo 2 (Adamus Trio); Joseph Suder: Adagio und Rondo (Karl-Heinz Hahn, Klarinette; Gitti Pirner, Klavier; Münchner Philharmoniker: Jan Koetsier); Bertold Hummel: „Invocationes“, op. 68 b (Normand DesChênes, Saxophon; Wolfgang Hörlin, Orgel)

22:05 bis 23:00 Uhr | BR-KLASSIK
Versuch über Cornelius Cardew. Schöpferisches Handeln als politischer Akt

Von Ulrich Müller. Als der britische Komponist Cornelius Cardew am 13. Dezember 1981 mit gerade erst 45 Jahren bei einem Verkehrsunfall starb, war der Hochbegabte die zentrale Figur der britischen Avantgarde. Komponist, Improvisationsmusiker und politischer Aktivist, bei dem schöpferisches und politisches Handeln eine so enge Verbindung eingingen, wie bei kaum einem anderen Komponisten. Heute ist er zumal in Deutschland ein fast Vergessener: zu kompromisslos, zu unangepasst und rebellisch aufbegehrend für eine Zeit, in der das Politische in der Musik aus der Perspektive scheinbar gesicherter Verhältnisse lange eher belächelt als geschätzt wurde. Doch scheint es mit dieser Sicherheit vorbei zu sein. Anlass genug, um das Schaffen und Musikdenken dieses Ausnahmemusikers neu zur Diskussion zu stellen.

23:08 | Ö1
Zeit-Ton: Loreno Troiani als Composer in Residence des IZZM

Das Internationale Zentrum Zeitgenössischer Musik lädt jedes Jahr junge Komponistinnen und Komponisten ein, sich einer Jury zu stellen, um so den „Composer in Residence des IZZM“ zu ermitteln. Die Ausschreibung der in Kärnten ansässigen Institution richtet sich an österreichische KomponistInnen oder solche, die ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben. 2016 ging der junge Italiener Lorenzo Troiani als Sieger hervor, der Komponist wurde 1989 in Rom geboren und lebt heute in Graz. Seine Werke wurden bereits in großen Teilen Europas, der USA und Canadas und auch in Argentinien und Brasilien von namhaften Ensembles aufgeführt. Dabei wird seine Arbeit stark von der Poesie von Paul Celan und Werken von Paul Klee, Jean Luc Nacy und Jacques Derrida beeinflusst. Am 20. Februar 2017 hat das Ensemble „Musikfabrik Süd“ unter der Leitung von Bruno Strobl Werke von Lorenzo Troiani dem Publikum präsentiert, unter anderem „Studi sulla fine“ für Ensemble, „Sanguinante. In Nomine“ für Streichquartett und „Cara è la fine“ für Violine solo. Es sind aber auch Werke von Reinhard Fuchs, Katharina Klement und Bruno Strobl erklungen. Angelika Benke präsentiert in „Zeit-Ton“ Ausschnitte aus diesem Abend, der vom Composer in Residence 2016 gemeinsam mit der Musikfabrik Süd gestaltet wurde.


12.04.2017 (Mittwoch)

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

20:00 Uhr | SRF 2
Generation Y beim Eclat 2017 – Festival Neue Musik Stuttgart

Vier Tage Musik, nonstop Konzerte, viele Gespräche in den Pausen, spät abends ein letztes Bier, bei dem einem die Ohren klingeln: das ist das Festival-Fieber. Und es hat auch Cécile Olshausen gepackt im Februar am Neue Musik-Festival ECLAT in Stuttgart.

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Wie's beliebt? Klangbrücken-Festival Hannover 20. - 29. April 2017

Von Margarete Zander. Zum 65. Geburtstag von Wolfgang Rihm steht seine Ästhetik im Mittelpunkt eines Symposiums an der Musikhochschule Hannover. Dieses Forum bildet den intellektuellen Kontrapunkt zum Festival, das vor allem auf sinnliche Wirkung setzt: Vom Opernhaus über die Hochschule bis zum NDR bringen Rihm-Begeisterte den Kosmos Rihm zum Klingen. Höhepunkte werden das explosive Schlagzeugwerk „Tutuguri VI“ und das bewegende Cellokonzert „Styx und Lethe“.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT 2017. Mivos Quartet. Sam Pluta (Live-Elektronik)

Genoël von Lilienstern: „Black Gaze“ für Streichquartett und Elektronik (2016) Uraufführung. Sam Pluta: „Chain reactions/five events“ für Streichquartett und Live-Elektronik (2013) Deutsche Erstaufführung. (Konzert vom 5. Februar 2017 im Theaterhaus Stuttgart)

23:08 | Ö1
Zeit-Ton Magazin. Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen.


13.04.2017 (Donnerstag)

00:05 bis 01:00 | Deutschlandradio Kultur
Neue Musik: MaerzMusik. Festival für Zeitfragen. Radialsystem V, Berlin. Aufzeichnung vom 20.03.2017 Memory Space: Chennai - Berlin (2/3)

Alvin Lucier: „(Berlin-Chennai) Memory Space“ (1970), interpretiert mit Flöten, Bassklarinette, Tabla, Violine und Viola. Alvin Lucier: „Love Song, Acoustic duo for 2 violins joined at their bridges by a long length of music wire“ (2016). Ana Maria Rodriguez: „Chennai Scenes“ für Bambusflöte, Bassklarinette, Kontrabassklarinette, Mridangam und Citysounds (2016). Shantala Subramanyam, Bambusflöten. Ana Maria Rodriguez, Keyboard und Live-Elektronik, Anantha Krishnan, Mridangam und Tabla. Ensemble KNM Berlin. (Teil 3 am 20.04.2017)

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Karl Kraft: Sechs kleine Stücke, op. 52, Nr. 1 (Erich Keller, Violine; Elisabeth Schwarz, Klavier); Otto Jochum: Fünf zyklische Gesänge nach Sprüchen von Goethe, op. 20 (Gertraud Stoklassa, Sopran; Chor des Bayerischen Rundfunks: Josef Schmidhuber); Friedrich Högner: Fantasia super H.C.(Frieder Hofmann, Orgel); Klaus K. Hübler: Sonate (David Alberman, Violine); Peter Jona Korn: Trio B-Dur, op. 96 (Ensemble Bonaventura)

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Passio

Kompositionen von Wolfgang Rihm, Roman Haubenstock-Ramati, Dimitri Terzakis, Antonín Tucapský, Krzysztof Penderecki, Francis Poulenc, Matthias Pintscher und Arvo Pärt

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik: Werkzeuge der Neuen Musik

Posaune, Teil 1. Von Sebastian Loelgen. http://www.hr-online.de/website/radio/

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Kairos-net.org (1 - 3/12)

Multimediales Projekt für Radio, Video und Web. Von Christoph Korn. Realisation: Christoph Korn. (Produktion: Autorenproduktion für SWR 2017, gefördert durch das Arbeitsstipendium Israel der Stadt Düsseldorf und mit freundlicher Unterstützung der Künstlerresidenz Ein Hod/Israel sowie der Goethe-Institute von Ramallah und Tel Aviv.). Einführung: Manfred Hess. Für das Projekt besucht der Medienkünstler und Hörspielmacher Christoph Korn zwölf Orte in Israel und Palästina. Es sind Orte mit politischer oder religiöser Bedeutung, aber auch Orte ohne spezifische Konnotationen. Den Klang dieser Orte dokumentiert er in jeweils 10 bis 15-minütigen Audioaufnahmen, die er textlich und kompositorisch zu Radiohörbildern erweitert. Als Text werden Listen mit den Körperteilen des Menschen in Hebräisch, Arabisch, Englisch und Deutsch eingelesen. Bei den Wortaufnahmen für die Hörstücke filmt Korn zugleich den Himmel über diesen Orten. Erdwärts wie himmelwärts korrespondiert so die mediale Aneignungen des „Heiligen Landes“. Der Zyklus wird sich dabei an der 24-stündigen Tagesstruktur orientieren. Die ersten drei Hörstücke bilden als zusammenhängender Teil den Auftakt. Die damit korrespondierenden Videos werden zugleich im Internet anzuklicken sein. Neun weitere Wochen lang erfolgt die Freischaltung von je einem neuen Video und Audio jeweils donnerstags um 12 Uhr unter SWR2/Kairos.de. bzw. kairos-net.org. Das Gesamtprojekt bleibt als Kunstinstallation auf unbestimmte Zeit online.

23:08 |  Ö1
Zeit-Ton: Funkelnde Polyrhythmen.

Die Swarovski Kristallwelten laden alljährlich im Mai zum Kammermusikfestival „Musik im Riesen“, das der Tiroler Komponist und Pianist Thomas Larcher künstlerisch verantwortet. Larcher ist bekannt für seine außergewöhnlichen, dichten und vielfältigen Programme, deren Bandbreite von Klavierwerken der Klassik und Romantik bis zur aktuellen Vokal- und Percussion-Musik; vom Recital bis zur Kammermusik für Ensemble reicht. Eines der Konzerte im Mai 2016 bestritt der britische Perkussionist Colin Currie mit seinem Assistenten Owen Gunnell sowie Studenten des Tiroler Landeskonservatoriums. Sie hatten seit November des vergangenen Jahres im Rahmen einer Meisterklasse zwei zentrale Werke für Perkussion einstudiert: Edgard Varèses „Ionisation“, das erste Ensemblewerk für Schlagwerk, und Steve Reichs „Drumming“, das durch rhythmische Verschiebungen immer wieder neue Klangbilder entstehen lässt. Und der außergewöhnliche Percussionist Currie war natürlich auch als Solist zu hören.


14.04.2017 (Freitag)

00:05 bis 01:00 | Deutschlandradio Kultur
Klangkunst: documenta 14: Every Time A Ear di Soun: What Are You Listening For

Von: Black Spirituals. Produktion: documenta 14/Deutschlandradio Kultur 2017. Länge: 50'53. (Ursendung). Eine virtuose Improvisation über das Hören als Kulturtechnik. „Black Spirituals“ fragen: Worauf horchst du? Die doppelköpfige Axt des Gottes Changó lässt sie über Sinn und Zweck des Hörens und über den Fokus der Aufmerksamkeit nachdenken. Sie fühlen sich verpflichtet, solchen von den historischen Umständen der Bewegung der Körper über Zeiten, Räume und Länder hinweg geprägten Annahmen auf den Grund zu gehen. Sie tun dies unter Zuhilfenahme wegbereitender neuer Technologien und indem sie ein Genre schöpferisch umgestalten und rekontextualisieren. „Black Spirituals“ ist das elektroakustische Duo Zachary James Watkins und Marshall Trammell. Ihre Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Improvisation, Experiment und neuem musikalischen Vokabular. Zusammenarbeit unter anderem mit dem Sun Ra Arkestra, unter der Leitung von Marshall Allen.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Johannes Tonio Kreusch: „Crossing Borders“, Part I und II (Johannes Tonio Kreusch, Gitarre); Ernst Kutzer: Sonate, op. 94 (Joachim Schrems, Violine); Richard Ruzicka: „Relikt“ (ensemble oktopus für musik der moderne: Knut Hanßen); Wolfgang Zoubek: Klaviertrio Nr. 2 (Sunset Piano Trio); Detlef Wolter: Streicherserenade (Arcis-Quartett); Norbert R. Stammberger: „re-recording no.29.3006.06“ (Stephan Stiens, E-Gitarre; Münchner Rundfunkorchester: Christian von Gehren)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Es werde Licht! Bühnenbeleuchtung von der Wachskerze bis zur LED-Lampe

Von Susanna Felix. Lichtschalter an und los geht's? Ganz so einfach funktioniert das in einem Opernhaus nicht. Hunderte von Scheinwerfern müssen positioniert und genau auf das jeweilige Stück abgestimmt werden. Und es geht bei weitem nicht nur darum, dass man auf der Bühne etwas sehen kann. Licht spielt eine viel größere Rolle, auch wenn es oft als subtiler Effekt daherkommt. Es erzeugt Stimmungen, je nach Farbe und Intensität. Licht ist eines der wichtigsten dramaturgischen Gestaltungsmittel. Doch nach welchen Kriterien wählt der Lichtgestalter sein Design aus? Was ist technisch alles möglich? Wofür früher tausende Wachskerzen angezündet werden mussten, reichen heute ein paar Klicks am Schaltpult. Visionäre Ideen früherer Komponisten sind heute dank der Technik umsetzbar. Und die Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen. Welche Chancen bietet eine gute Beleuchtung in der Oper? Wie wirkt das Licht auf die Menschen? Und hat die moderne Technik wirklich nur Vorteile? Lichtdesigner, Musiker und Wissenschaftler kommen im Musik-Feature zu Wort.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandradio Kultur
Musikfeuilleton: Vagabundierende Resonanzen

Luigi Nonos und György Kurtágs Annäherungen an Hölderlin. Von Peter Knopp

Ab: 22:28 | Ö1
Lange Nacht der Neuen Sakralen Musik

Karfreitag und Karsamstag sind kulturgeschichtlich vom Leiden, Sterben und von der Grablegung Jesu Christi geprägt. Seit 1.000 Jahren gibt es stetig verfeinerte und variierte Formen der musikalischen Betrachtung jener Ereignisse, und auch die Musik der Gegenwart gewinnt neue, reiche Impulse in Passionsvertonungen, vokalen wie instrumentalen Darstellungen, sowie in emotionsstarken Meditationen. In der Nacht von Karfreitag auf Karsamstag erklingen Werke von Wolfgang Sauseng, Rupert Gottfried Frieberger, Anton Heiller, Thomas Daniel Schlee, Peter Planyavsky, Christian Muthspiel u.a. Was bedeutet „sakrale“ Musik in einer „entsakralisierten“ Welt? Welche Aufgabe kommt ihr zu? Sagt die Tatsache schon etwas aus, dass solche Musik primär von Menschen geschrieben wird, die in einem hohen Maße von der Orgel als dem anscheinend sakralsten Instrument überhaupt herkommen, wie Franz Zebinger, Gerhard Krammer oder Thomas Daniel Schlee, oder die gar – wie Rupert Gottfried Frieberger und Balduin Sulzer – Angehörige katholischer Mönchsorden sind? Eine derartige schematische Zuordnung würde allenthalben das „weltliche“ Oeuvre der Genannten unberücksichtigt lassen und demzufolge ausschließlich eine Facette solcher Persönlichkeiten erfassen. Um ein „Erfassen“ im tatsächlichen Sinn geht es jedenfalls den in ihren Werken in der „Langen Nacht“ Präsenten; nämlich um das eines Geschehens, welches die Welt seit 2.000 Jahren beschäftigt: Passion und Tod Jesu. Aus dem Erfassen erfolgt die Erkenntnis, dass dort nicht stehen geblieben werden kann. Die Schlichtheit des Gebetes bei Walter Franz und die Meditation über das Paradies bei Peter Planyavsky ergeben sich aus diesem „Schritt weiter“ gleichermaßen wie Franz Zebingers lyrisches, gleichsam erlöstes Zusammenklingen von Viola und Orgel oder Thomas Daniel Schlees Bekenntnis zur eigenen Kraft, welche sich der Kraft der Erlösung verdankt.


15.04.2017 (Samstag)

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Es werde Licht! Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr

Bühnenbeleuchtung von der Wachskerze bis zur LED-Lampe. Von Susanna Felix

22.04 - 00.00 Uhr | WDR 3
Open Sounds: Szene [51]: Independent Labels

Nie war es einfacher, gerade für MusikerInnen abseits subventionierter Strukturen, die eigene Musik selbst zu veröffentlichen. Dennoch gibt es sie weiterhin, und das in hoher Zahl: Labels. Labels agieren zwischen KünstlerInnen und Publikum, bringen Ideen und Idealismus, ihre Zeit und nicht zuletzt Geld ins Spiel – all das, damit Musik gehört wird. Labelmacher aus der DIY-Szene erzählen von ihrer Leidenschaft und überlegen, was ein Label im Jahr 2017 sein könnte: identitätsstiftende Instanz etwa, ein soziales Gebilde, ein Hafen. Mit Worten und Musik von den Labels raster-noton, Janus, Apparent Extent, aufabwegen und Slip.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Etüden aus dem Anthropozän. Ashley Fure erkundet die Lebendigkeit von Materie

Von Barbara Eckle. Durch nichts als Licht, Klang und Kinetik wird bei Ashley Fure aus wabrigen Silikonlappen zitternde, lebendige Haut. Von 'Etudes from the Anthropocene' über 'Shiver Lung' bis hin zu ihrem installativen Musiktheater 'The Force of Things' hat sich die amerikanische Komponistin immer weiter in post-humanes Gebiet vorgearbeitet. Sie bereitet uns auf die Vorstellung eines Planeten ohne Menschen vor, denn wie man von Anthropozän-Forschern weiß, werden wir uns an diesen Gedanken gewöhnen müssen. Dass der Mensch seit der Neuzeit Einfluss auf Erdatmosphäre und Stratigraphie nimmt, lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Wie katastrophal die Folgen für das Leben des Menschen auf der Erde sein werden, hat er dagegen selbst in der Hand. Doch anstatt radikale Maßnahmen zu ergreifen, schwankt er zwischen Panik und Gleichgültigkeit. In 'The Force of Things' baut Ashley Fure ein System von sinnlich erfassbaren Kausalketten aus Kraft und Materie und versucht so, dieses fatale Phänomen zu verstehen.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist's Corner Darmstadt Composer-Conductors. Ferienkurs-Komposition von und mit Earle Brown, Ernst Krenek, Johannes Kalitzke, Beat Furrer, Pierre Boulez u.a.

Das Archiv der eigenen Aktivitäten ist riesig. Kein anderes Archiv weltweit dokumentiert derart geschlossen die musikalische Avantgarde seit dem Zweiten Weltkrieg wie das Internationale Musikinstitut Darmstadt (IMD) mit seinen unzähligen Dokumenten zu den eigenen Ferienkursen für Neue Musik. 1946 durch Wolfgang Steinecke gegründet, wurden die Kurse schnell zum weltweiten Treffpunkt der jungen Komponisten-Generation und der Schar von Interpreten und Musikologen, die sich für aktuellste Musik und die Reflexion darüber interessierten. Bis heute halten sich diese Neugierde, Lust und Notwendigkeit. Und die Ferienkurse, die seit 1970 biennal stattfinden, wachsen von Ausgabe zu Ausgabe. Gut 500 Teilnehmer aus über 40 Ländern besuchten die Ferienkurse 2016; ein Rekord. Abgesehen von solchen für die Neue Musik beeindrucken Zahlen hat das IMD sein Archiv geöffnet. Erste Resultate sind diverse veröffentlichte CD-Boxen mit teils völlig unbekannten Audio-Materialen. In hr2-kultur werden sie an vier „The Artist's Corner“-Terminen vorgestellt. http://www.hr-online.de/website/radio/


16.04.2017 (Sonntag)

22:00 bis 23:00 | Deutschlandradio Kultur
Musikfeuilleton: Zwischen Kollaboration und Widerstand. Frankreichs Musikleben in den Jahren der deutschen Besatzung (1940-1944)

Von Richard Schroetter. Im Juni 1940 besetzen Hitlers Truppen Paris. Frankreich kapituliert. Die neu eingesetzte Regierung unter Marschall Pétain in Vichy arrangiert sich mit dem Nazi-Regime - sie „kollaboriert“. Das französische Musikleben formiert sich neu. Was ist besser, fragen sich die Veranstalter, Organisatoren, Komponisten und Interpreten aufgeschreckt, wie geht man mit der neuen Situation und dem Regime um: sich arrangieren oder Widerstand leisten?

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Musikalische Opfer

Isang Yun: Ausschnitt aus „Königliches Thema“ für Violine solo; Oleg Kagan. Luigi Dallapiccola: Quaderno musicale di Annalibera für Klavier; Jan Michiels. Hans Werner Henze: In Memoriam: Die weiße Rose für 12 Instrumente; Ensemble Neue Musik der Hochschule für Musik Würzburg, Leitung: Robert HP Platz. Frédéric Pattar: constraints de lumière für Bassklarinette, Bassflöte, Harfe, Viola und Cello; L'Instant donné. Jay Schwartz: Quaerendo invenietis - Music for Orchestra V für Streicher; WDR Sinfonieorchester Köln, Leitung: Michael Wendeberg    http://www1.wdr.de/radio/wdr3/progr…

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